Das Torfwerk Haidgau ist ein Kulturdenkmal des Landes Baden-Württemberg (ID: 102774921) auf der Gemarkung Haidgau von Bad Wurzach im Landkreis Ravensburg.
Lage Das Gelände des ehemaligen Torfwerks liegt am Westrand des Wurzacher Rieds, die südöstliche Begrenzung des Gebiets bildet in etwa der Achkanal Rund 600 m südöstlich des Torfwerk Haidgau befindet sich das Kulturdenkmal Fürstlich Waldburg-Wurzach’sches Torfwerk Oberried.
Das Areal ist heute Teil des Naturschutzgebiets Wurzacher Ried, des Vogelschutzgebiets Wurzacher Ried sowie des FFH-Gebiets Wurzacher Ried und Rohrsee. Der Bereich mit den Schuppen und technischen Anlagen kann ausschließlich mit der Torfbahn von Bad Wurzach aus besichtigt werden.
Beschreibung Das Torfwerk Haidgau wurde 1920 von der Standesherrschaft Waldburg-Wolfegg gegründet, um Brenn- und später auch Badetorf zu produzieren. Es befindet sich im Wurzacher Ried, in dem bereits seit dem 18. Jahrhundert von Hand Torf gestochen wurde.
Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Abbau aufgrund der Brennstoffzwangswirtschaft stark zu, zu diesem Zweck gründete die Standesherrschaft zusammen mit der Allgäuer Torfwerk GmbH aus Kißlegg und den Städten Leutkirch, Ravensburg, Tettnang, Waldsee und Weingarten eine Ausbeutungsgesellschaft.
Mit dem Beginn der Moorbadekuren im Jahr 1936 wurde auch Badetorf gewonnen, während der Abbau von Brenntorf 1962 eingestellt wurde, wurde Badetorf noch bis 1996 gefördert.
Die erhaltenen Anlagen und Gebäude des Torfwerks, darunter eine langgezogene, verbretterte Torfscheuer mit Satteldach, eine Gleisanlage mit Verladestation und Schienenfahrzeugen sowie technische Ausstattung wie Eimerbagger und Transportbahnen, veranschaulichen den Wandel des Torfs vom Energieträger zum Heilmittel. Damit zeigt das Kulturdenkmal auch die Entwicklung von Bad Wurzach zum ältesten Moorheilbad Baden-Württembergs.
Haidgauer Torfwerk
Haidgauer Torfwerk wird der Bereich von den Gebäuden vom Torfwerk Haidgau bezeichnet, und offiziell als Wohnplatz auf der Gemarkung Haidgau von Bad Wurzach geführt, obwohl es dort keine Wohnbebauung gibt.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Bad Wurzach Kategorie:Kulturdenkmal in Bad Wurzach Kategorie:Ehemaliger Tagebau Kategorie:Tagebau in Deutschland