mini|Gemälde des Klosters mini|Torhaus des ehemaligen Klosters
Kartause Sint-Martens-Lierde (ndl. Kartuizerpriorij Sint-Martens-Bos, frz. Chartreuse de Bois-Saint-Martin, lat. Domus Silvae Sancti Martini) war ein Kartäuserkloster im belgischen Sint-Martens-Lierde (Provinz Ostflandern). Es bestand von 1329 bis 1783.
Geschichte Das Kloster wurde im Jahr 1329 durch Jan Gheylinc aus Geraardsbergen, einem Rat des flämischen Grafen Ludwig II. von Nevers, gegründet. Die ersten Mönche kamen aus den Häusern Saint-Omer, Valenciennes, Hérinnes und Brügge. Die erste Kirche wurde am 22. Juli 1352 geweiht.
Während des Großen Schismas stand Bois-Saint-Martin auf der Seite der Clementisten, von 1391 bis 1410 jedoch gehörte es zu den Urbanisten, die dem Papst von Rom treu ergeben waren und deren Mutterhaus sich in Seitz befand. Das Kloster erlebte im 14. und 15. Jahrhundert eine Blütezeit. 1559 kam es vom Bistum Cambrai zum Erzbistum Mecheln 1578 wurde es durch calvinistische Truppen stark beschädigt. 1597 hob das Generalkapitel es auf und die Kartause Löwen verwaltete seinen Besitz. Doch im folgenden Jahr revidierte das Generalkapitel seine Entscheidung und erlaubte die Wiederaufnahme des Klosterlebens. Um 1616 gab es zehn Mönche und fünf Brüder. Zwischen 1609 und 1625 wurden mehrere neue Gebäude errichtet. Nach einem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert wurde es 1690 während der französischen Invasionen unter Ludwig XIV. erneut verwüstet.
Zwischen 1722 und 1730 wurde eine neue Klosterkirche errichtet. Weitere Klostergebäude wie eine Brauerei, ein Gästehaus und ein Pförtnerhaus entstanden zwischen 1770 und 1772.
Mit dem Reformprogramm Kaiser Josephs II. wurde das Kloster am 17. März 1783 aufgehoben, die verblieben zwölf Kartäuser vertrieben und die Gebäude später teilweise abgetragen.
Inzwischen war die alte Dorfkirche von Sint-Martens-Lierde verfallen, sodass die Kartäuserkirche 1801 zur Pfarrkirche wurde. Der Priester bezog das ehemalige Brauereigebäude. Die Kirche, das Torhaus aus dem 18. Jahrhundert, die Wohnung des Priors und Prokurators, das Brauereigebäude, das renovierte Refektorium, die Scheune und die Mauern des Kartäuserklosters sind erhalten geblieben und stehen als Esemble unter Schutz.
Im Inneren sind sechs Gemälde der Brüsseler Künstlerin Elisabeth Seldron ausgestellt. Das Gelände ist teilweise öffentlich zugänglich. Im nahegelegenen Café De Kartuizer wird das „Kartuizerbier“ der Brauerei De Graal noch immer aus einem Tonkrug mit drei Kolben serviert.
Heutige Nutzung Das Gelände ist teilweise öffentlich zugänglich. Im benachbarten Gasthaus „De Kartuizer“ wird ein regionales Bier ausgeschenkt, das an die Klostertradition erinnert.
Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass der alte Kartuizerpad (Kartäuserweg) am Geburtswald von Laerebeke in Richtung Hemelveerdegem restauriert wird.Nieuws uit de streek - Nuus, abgerufen am 23. September 2025.
Priore 1328–1332: Joannes van Bollezelle 1332–1338: Joannes van Bouchaute 1338–1347: unbekannt 1347–1350: Simon 1351–1362: Joannes 1363–?: Theodoricus Buck 1364–1377: unbekannt 1377: Joannes Dottel 1377–1378: Joannes vander Stoct 1379–1381: Jacobus van Liedekerke 1381–1384: unbekannt 1384–?: Jacobus van Hondschote 1386–1388: Bartholomeus de Schole 1388: Petrus van Pruschen 1388–1391: unbekannt 1391–1396: Liévin van Couckelaer, Profess in Bois, Prior von Tournai 1396–1410: Joannes de Zas 1410–1417: Evrard van Huyssen 1417–1418: Godesclacus de Seron 1418–1421: Goswin van der Beke oder de Beka, Goswinus Becanus (1360/1370–1429), Theologe, Profess in Bois-Saint-Martin, Prior in Gand (1417–1418), Tournai (1418–1419) zugleich Visitator der Provinz Südpicardie, dann Prior von Bois-Saint-Martin (1419–1423) und in Dijon (1423–1429). 1421–1427: Gerardus van Schiedam 1427–1434: Evrard van Huyssen 1434–1442: Gerardus van Schiedam 1442–1444: Tilman de Daventria 1444–1449: Arnold Cupers 1449–1473: Jan van den Hecke 1473–1497: Petrus Blanckaert 1497–1498: Ludovicus Overlink 1498–1499: Petrus de Winter 1499–1505: Ludovicus Overlink 1506–1531: Michel Dierickx, Profess in Bois 1533–1544: Gulielmus Vogels 1544–1550: Nicolaus de Bruyere 1550–1557: Laurentius Wittebroot 1557–1567: Tristand Serloitus 1567–1569: Quintin Buydens, vom Generalkapitel abgesetzt 1569–1572: Joannes de Leydis 1572–1574: Quintinus Buydens 1574–1584: Hercules van Winckele 1584–1604: Egidius vanden Houte 1604–1608: Joannes Nanningius 1608–1609: Jacobus Denys … ?–1630: Henri van Breuseghem (†1658), Prior von Anvers (1630–1633) und Lierre (1633) 1630–1635: Jean Richard (1584–1655), Prior von Anvers und Zelem (1635–1638). … 1659–1662: Hugues Gaethoffs (†1695), Prior von Lierre (1662–1666) in Antwerpen (1666–1669), in Zelem (1672–1679) und in Bruxelles (1679–1695). … 1709–1738: Bruno Van Damme … 1758–1761: Martin Melaerts 1762–1770: Alexander de Travers 1770–1780: Joannes van Bever 1780–1783: Nicolaus Waefelaerts
Weblinks
Erfgoed-Inventar zur Kartause Sint-Martens-Bos (niederländisch)
Einzelnachweise
SintMartensLierde SintMartensLierde Kategorie:Martinskloster Kategorie:Klostergründung 1329 Kategorie:Aufgelöst 1783 Kategorie:Lierde