Il n’y a pas d’ombre dans le désert (deutsch = ‚Es gibt keinen Schatten in der Wüste‘), internationaler Titel No shade in the desert, ist ein französischer Spielfilm von Yossi Aviram, der im Oktober 2023 in Haifa auf dem International Filmfestival seine Premiere hatte.
Handlung In Jerusalem findet ein Prozess gegen einen Mann statt, der im Juli 1944 in Ungarn an der Ermordung von 1.200 Juden beteiligt gewesen sein soll. Angereist zu dem Prozess ist die französische Journalistin Anna, deren Vater als Zeuge aussagen soll. Der Angeklagte Andres Andorian war 1948 unter falschem Namen nach Israel eingereist, lebte seit 50 Jahren bei Tel Aviv, war Offizier in den israelischen Streitkräften und hatte am Sechstagekrieg teilgenommen. Jetzt steht er als Neunzigjähriger wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht.
Auch Ori, dessen Verhältnis zu seiner Frau zerrüttet ist und der gerade einen Suizidversuch begangen hat, begleitet seine Mutter zum Gericht, die dort ebenfalls aussagen soll. Auf der Zuschauertribüne fällt sein Blick auf Anna, mit der ihn vor 20 Jahren in Turin eine leidenschaftliche Affäre verbunden hat. Anna jedoch streitet vehement ab, ihn jemals gesehen zu haben. In der Hoffnung, ihrer Geschichte auf den Grund zu kommen und Anna zu zwingen, sich der „Wahrheit“ zu stellen, entführt Ori Anna in die Wüste Negev. mini|hochkant|Negev bei Mitzpe Ramon, einem der Drehorte des Films
Produktion Produziert wurde der Film von CALA Filmproduktion und Les Films du Poisson. Il n’y a pas d’ombre dans le désert ist der erste Spielfilm, den Aviram nach seinem Debütfilm La Dune (2013) gedreht hat. Das Drehbuch erarbeitete er gemeinsam mit Valeria Bruni Tedeschi auf der Grundlage eines Jahre alten Szenarios, in dem es um die Entführung einer Journalistin geht, das er vor geraumer Zeit entwickelt hatte und das als ungeeignet für eine Verfilmung abgelehnt worden war. Wie der Regisseur in einem Interview mit Emmanuel Finkielkraut sagt, habe er sich vor Drehbeginn intensiv mit Dokumentationen über die Prozesse gegen Eichmann und Demjanjuk befasst.Interview Yossi Aviram mit Emmanuel Finkiel in: Il n’y a pas d’ombre dans le désert / No Shade in the Desert Antti Alanen: Film Diary, März 2024, abgerufen am 21. September 2025.
Damien Dufresne (* 1976) war Director of Photography. Verantwortlich für die Musik war die israelische Pop-Gruppe Winter Family (Xavier Klaine, Olivier Robert und Ruth Rosenthal).
Die Dreharbeiten fanden im Palais de justice in Le Mans"Il n’y a pas d’ombre dans le désert": tournage au Mans avec l’aide la Région, Conseil régional des Pays de la Loire, abgerufen am 20. September 2025. und im Negev bei Mitzpe Ramon statt.Il n’y a pas d’ombre dans le désert AFC, 20. September 2025.
Veröffentlichung Premiere des Films war am 3. Oktober 2023 auf dem Haifa Film Festivaln’y a pas d’ombre dans le désert letterboxd, abgerufen am 22. September 2025., die Vorpremiere in Frankreich fand am 22. Februar 2024 in Orléans statt.Cinéma et audiovisuel Ciclic soutient „Il n’y a pas d’ombre dans le désert“ de Yossi Aviram: en avant-première et en salles le 22 février ciclic, 19. Februar 2024, abgerufen am 21. September 2025. Der Film kam dann ab dem 28. Februar 2024 In Paris und im Großraum Paris in einige Kinos und wurde von insgesamt 6.000 Besuchern gesehenMickaël Lanoye: Test DVD: Il n’y a pas d’ombre dans le désert Critique-film, 25. Juli 2024, abgerufen am 20. September 2025., verschwand aber schnell wegen mangelnden Publikumsinteresses aus den Kinos.Virgil Dumez: Il n’y a pas d’ombre dans le désert: critique du film et test DVD (2024) cinedweller.com, abgerufen am 21. September 2025.
2024 brachte das Label Arcadès / Blaq Out eine DVD in hebräischer Sprache mit französischen Untertiteln heraus. Die DVD enthält als Bonus-Material ein Interview mit dem Regisseur (23 Minuten).
Kritik Clarisse Fabre von Le Monde bezeichnet den Film als eine Romanze, verankert in einem Prozess gegen einen alten Nazi, die sich auf dem schwankenden Boden eines Road-Movies entfalte, bevor sie durch die Form, die rätselhafte Geschichte und Fantasie bezaubere. Der Film atme Leben, und das sei der französisch-italienischen Schauspielerin geschuldet. Ihr Spiel sei weniger exzentrisch als bei ihr üblich, sondern eine Mischung aus Stärke und Zerbrechlichkeit.Clarisse Fabre: lemonde.fr «Il n’y a pas d’ombre dans le désert»: une histoire d’amour trouble in: Le Monde. 28. Februar 2024, abgerufen am 22. September 2025.
Auch das Jewish Film Institute lobt das Spiel der beiden Hauptdarsteller und schreibt, was als Gerichtsdrama beginne, entwickle sich unerwartet in ein emotional mehrdeutiges Porträt einer Beziehung voller Enthüllung und Verschleierung.No Shade in the Desert, sfjff.org, abgerufen am 23. September 2025.
Weblinks
No Shade in the Desert by Yossi Aviram Cinecittà News Il n'y a pas d'ombre dans le désert allociné « Il n’y a pas d’ombre dans le désert » : une escapade forcée dans le Néguev…, Test DVD Cultures-J
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2023 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Holocaust-Film