Elean Roslyn Thomas (* 18. September 1947 in St. Catherine; † 27. Mai 2004 in Kingston) war eine jamaikanische Dichterin, Romancierin, Journalistin und Menschenrechtlerin. Sie wurde mit ihren als „Wortrhythmen“ bezeichneten Texten sowie dem Roman The Last Room (1991) bekannt, welcher den Ruth-Hadden-Preis für den besten im Vereinigten Königreich veröffentlichten Debütroman erhielt.
Leben Thomas wurde in St. Catherine als Tochter eines Pfingstbischofs (David Thomas) und einer im Gesundheitswesen tätigen Mutter geboren. Sie studierte in den späten 1960er-Jahren an der University of the West Indies Politik und Geschichte und absolvierte später ein Aufbaustudium in Kommunikationswissenschaften am Goldsmiths College der University of London.
In den 1970er-Jahren arbeitete sie als Reporterin für den Jamaica Gleaner, leitete die Redaktion des Jamaica Information Service und gehörte dem Vorstand der Press Association of Jamaica an. Sie war Mitgründerin der marxistischen Workers Party of Jamaica, die am 17. Dezember 1978 von Trevor Munroe zusammen mit Thomas und anderen ins Leben gerufen wurde. Als internationale Sekretärin der Partei gehörte sie dem Redaktionsbeirat des in Prag ansässigen World Marxist Review an und knüpfte dabei weitreichende Kontakte, unter anderem nach Südafrika.
Während der Auseinandersetzungen um die US-Invasion in Grenada im Jahr 1983 setzte sie sich öffentlich für Menschenrechte ein; im Jahr 1984 lud sie den britischen Menschenrechtsanwalt Tony Gifford zu einem Vortrag nach Jamaika ein und heiratete ihn 1988 (Scheidung 1998), gemeinsam hatten sie eine adoptierte Tochter. 1992 reflektierten Thomas und Gifford ihre ungleiche soziale Herkunft in der BBC-Radiosendung What Kind of Lord This Be?, die ihre Beziehung thematisierte.
In Jamaika war sie auch als Gewerkschafterin im Informationssektor präsent; als „Lady Gifford“ – nach der Heirat mit Lord Anthony Gifford – leitete sie zeitweise die Belegschaftsvertretung (API Staff Association) und profilierte sich als ausgesprochene Verfechterin von Arbeiterrechten. Sie starb am 27. Mai 2004 im Alter von 56 Jahren im Hope Institute in Kingston an einem Krebsleiden.
Wirken Thomas begann Anfang der 1970er-Jahre mit dem Schreiben und bezeichnete ihre Texte zur Betonung ihrer Mischung aus Lyrik, Prosa und gesprochener Sprache bewusst als „Wortrhythmen“ anstatt als Gedichte. Ihre erste Sammlung Word Rhythms from the Life of a Woman (1986) erschien bei Karia Press, gefolgt von Before They Can Speak Of Flowers: Word Rhythms (1988) mit einem Vorwort von Ngũgĩ wa Thiong’o und einer Einführung von Benjamin Zephaniah. Ihr Roman The Last Room (1991) wurde von Virago veröffentlicht und mit dem Ruth-Hadden-Preis für den besten im Vereinigten Königreich veröffentlichten Debütroman ausgezeichnet. Ihre literarische Arbeit verband sie mit journalistischer Praxis und politischem Engagement – etwa für Frauenrechte und kritische Auseinandersetzungen mit imperialer Gewalt –, was ihre Rolle in jamaikanischen und diasporischen Debatten prägte. In Jamaikas Medienlandschaft wirkte sie über den Jamaica Information Service und in Belegschafts- und Branchenorganisationen als streitbare Fürsprecherin von Transparenz, Arbeiterrechten und Meinungsfreiheit.
Einzelnachweise
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