Iyamidé Hazeley (geb. 21. Juli 1957 in London oder Freetown) ist eine britisch-sierra-leonische Dichterin und Schriftstellerin, die seit den 1980er-Jahren mit Lyrik und Kurzprosa in Erscheinung tritt. Ihr Lyrikband Ripples and Jagged Edges erschien 1986 in London.
Leben Iyamidé Hazeley wurde 1957 als Kind sierra-leonischer Eltern in London, anderen Angaben zufolge in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, geboren, wo sie ihre „prägenden Jahre“ verbracht habe. Sie schloss 1979 ein Studium der Sozialwissenschaften mit dem Bachelor of Arts mit Auszeichnung ab und erwarb 1986 den Master of Arts im Fach Pädagogik in Entwicklungsländern am Institut für Erziehungswissenschaft des University College London. Ihre erste Veröffentlichung, Kurzgeschichten, erschien im Londoner Magazin West Africa; seither hat sie Lyrik, Prosa und Artikel herausgebracht. Hazeley hat zudem als Lehrerin, Designerin und Malerin gearbeitet sowie Vorträge und Workshops zum Thema kreatives Schreiben gehalten.
Sie gehörte dem Herausgeberkreis des interkulturellen Kunstmagazins Artrage an und war 1985 Mitgründerin der Verlagskooperative Zora Press, die zur Förderung und Veröffentlichung schwarzer Schriftstellerinnen gegründet wurde. Im Jahr 1983 erhielt sie den Minority Rights Group/Minority Arts Advisory Council (MAAS) Award for Poetry. 1986 gewann sie den Drehbuchwettbewerb Black Experience des Greater London Council.
Sie ist Mutter einer Tochter (* 1973/74) und lebte 1984 in London.
Wirken Ein frühes Gedicht Hazeleys, Political Union, erschien 1984 in der Zeitschrift Feminist Review. Im Jahr 1986 veröffentlichte sie bei Zora Press den Gedichtband Ripples and Jagged Edges. Als Performance-Poetin trat Hazeley Ende der 1980er-Jahre wiederholt in London in Erscheinung, etwa 1987 gemeinsam mit Liz Lochhead, Bridgit Bard und Carol Grimes. Prosa von ihr wurde 1990 in der Zeitschrift Wasafiri (Heft 12, Focus on African Literature) veröffentlicht. Zudem ist sie in der 1992 erschienenen Anthologie Daughters of Africa vertreten. Hazeley wurde aufgrund ihrer Beiträge zur 1995 veröffentlichten Anthologie New Poets of West Africa (insbesondere Beloved und Playing Our Song) in World Literature Today als „leidenschaftliche und mitfühlende Malerin der Liebe“ beschrieben. In der 1999 von Tanure Ojaide und Tijan M. Sallah herausgegebenen Anthologie The New African PoetryThe New African Poetry. An Anthology In: Lynne Rienner Publishers, abgerufen am 28. September 2025 (englisch). ist sie mit drei Gedichten ebenfalls vertreten und repräsentiert dort neben Syl Cheney-Coker die Dichtung aus Sierra Leone.
Ihre Gedichte Political Union, To a Dear Friend und When You Have Emptied Our Calabashes werden in sozialgeschichtlichen, soziologischen, feministischen und sogar in theologischen Studien zitiert, um die Diskriminierung schwarzer Frauen, selbst in Black-Power-Organisationen, zu illustrieren.
Die südafrikanische Schriftstellerin Lauretta Ngcobo schrieb in einem 1987 publizierten Essayband über Hazeley – ihren 1986 erschienenen Lyrikband offenbar nicht berücksichtigend –, sie sei ein „hervorragendes Beispiel für eine versierte Schriftstellerin und Performerin, die jedoch noch nicht in Buchform veröffentlicht wurde“. Ihr Werk bilde eine „bemerkenswerte Ausnahme“ davon, dass Frauen in der Black-Power-Bewegung in der Regel nicht „offen kritisch“ gegenüber ihren Männern seien.
Werke (Auswahl) Political Union. In: Feminist Review. Band 17, Nr. 1, 1984, 76 f., doi:10.1057/fr.1984.23. Ripples and Jagged Edges. Zora Press, London 1986, ISBN 0-9510-5280-2. Beiträge zu Anthologien
Weblinks Iyamidé Hazeley im Spoken Word Archive
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der University of London Kategorie:Brite Kategorie:Sierra-Leoner Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Frau