mini|Nicholas Opiyo (2021) Nicholas Opiyo ist ein ugandischer Menschenrechtsanwalt und Bürgerrechtler. Er gründete 2013 die zivilgesellschaftliche Organisation Chapter Four Uganda. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er 2014 als einer der Juristen hinter der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde gegen das Anti-Homosexualitätsgesetz Ugandas; das Verfassungsgericht erklärte das Gesetz wegen fehlenden Quorums für nichtig. Im Jahr 2017 erhielt Opiyo den Deutschen Afrika-Preis. 2021 wurde er mit dem Menschenrechtspreis Human Rights Tulip ausgezeichnet.

Leben Opiyo stammt aus Gulu im Norden Ugandas; die Erfahrungen des dortigen Konflikts mit der Lord’s Resistance Army prägten seinen Einsatz für Menschenrechte. Er erwarb 2004 den LL.B. an der Uganda Christian University und 2005 das Anwaltsdiplom (Postgraduate Diploma in Legal Practice) am Law Development Centre in Kampala. 2019 war er als Visiting Scholar am Center for African Studies der Stanford University tätig.

Wirken Im Jahr 2013 gründete Opiyo Chapter Four Uganda und leitete die Organisation bis Anfang 2025; im Februar 2025 übernahm Anthony Masake als neuer Geschäftsführer. Opiyo war Teil des Teams, das 2014 die Aufhebung des Anti-Homosexualitätsgesetzes vor dem Verfassungsgericht erreichte; die Richter erklärten das Gesetz am 1. August 2014 wegen fehlender Parlaments-Beschlussfähigkeit für null und nichtig. Im Dezember 2020 wurde er wegen mutmaßlicher Geldwäsche festgenommen und am 30. Dezember 2020 gegen Kaution entlassen. Die Staatsanwaltschaft zog die Anklage im September 2021 zurück. Die ugandische Behörde für Nichtregierungsorganisationen setzte Chapter Four 2021 aus; das Hohe Gericht des Landes ordnete am 10. Mai 2022 die neuerliche Prüfung der Suspendierung an. Opiyo arbeitete überdies an Rechtsreformen mit, darunter an der Ausgestaltung des ugandischen Gesetzes zur Kriminalisierung von Folter. Für seinen zivilgesellschaftlichen Einsatz wurde er 2015 von Human Rights Watch mit dem Alison-Des-Forges-Award (Voices for Justice) geehrt. Weitere internationale Auszeichnungen umfassen den Deutschen Afrika-Preis (2017) und die Human Rights Tulip (2021).

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