Die Francis Garnier war ein französisches Flusskanonenboot, das in China und Französisch-Indochina eingesetzt wurde. Es wurde im Zweiten Weltkrieg am 9. März 1945 auf dem Mekong durch Feindeinwirkung stark beschädigt und von der eigenen Besatzung versenkt. Benannt war es nach dem französischen Marineoffizier und Forschungsreisenden Francis Garnier (1839–1873).

Geschichte Die Francis Garnier war ein Einzelschiff und das größte ausländische Flusskanonenboot, das auf dem Jangtsekiang operierte. Sie wurde eigens für den Dienst in Ostasien konstruiert und nach der Erprobung durch einen niederländischen Schlepper von August bis November 1929 nach Shanghai geschleppt. Dort wurde sie der französischen Jangtse-Flottille (Flotille du Yang-Tsé) zugeteilt, die aufgrund der ungleichen Verträge, insbesondere dem Vertrag von Tianjin, auf dem Jangtsekiang Patrouillendienst versah. Die Flottille wiederum unterstand dem französischen Ostasien-Geschwader (Division navale d’Extrême-Orient, zeitweise Forces navales d’Extrême-Orient).

Ende August 1932 unternahm die Francis Garnier eine Reise nach Tschunking. Aufgrund der tropischen Klimaverhältnisse traten in den Maschinenräumen Temperaturen von bis zu 63° Celsius auf. Ab dem 25. November 1936 war das Boot in Hankau (heute Teil von Wuhan) stationiert und verblieb dort bis zum April 1939.

Ab dem 4. Oktober 1941 war die Francis Garnier in Haiphong in Französisch-Indochina stationiert. Am 8. Juni 1943 wurde sie von einem Liberator-Bomber ohne Hoheitsabzeichen angegriffen. Am 9. März 1945 wurde sie offenbar bei einem japanischen Artillerieüberfall auf dem Mekong vor Kratie (heute Kambodscha) schwer beschädigt und von eigenen Besatzung versenkt. Soweit bekannt, befindet sich das Wrack noch vor Ort.

Ein Seitenriss der Francis Garnier ist bei Bredt, „Weyers Flottentaschenbuch 1943/44“, S. 389, reproduziert. Sie war das dritte französische Kriegsschiff, das nach Francis Garnier benannt wurde. Der Name wurde 1948 an den ehemaligen italienischen Kolonialkreuzer Eritrea übertragen, den Frankreich als Reparationsleistung erhalten hatte.

Literatur Alexander Bredt (Hg.): Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten, XXXVI. Jahrgang 1943/44 (J. F. Lehmanns Verlag, München/Berlin 1944), 3. Neuauflage Bonn (Bernard & Graefe Verlag) 1996, S. 118f., 389. ISBN 3-7637-4512-2 Angus Konstam/Tony Bryan: Yangtze River gunboats 1900–1949, Oxford/Long Island City, NY (Osprey) 2011. ISBN 1-84908-408-4 Hervé Barbier: Les canonnières françaises du Yang-tsé. De Shanghai à Chongqing (1900–1941), Indes Savantes, Paris, ca. 2004. ISBN 2-84654-030-6

Weblinks Bilddatei: NH 82152 FRANCIS-GARNIER (French river gunboat, 1927) bei history.navy.mil Les bâtiments ayant porté le nom de Francis Garnier; Angaben zum Schiff mit einer Abbildung bei www.netmarine.net

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