Innico d’Avalos d’Aragona, auch Ignazio genannt, OS (* etwa 1536 in Neapel, Königreich Neapel; † 20. Februar 1600 in Rom, Kirchenstaat) war ein italienischer Kardinal und römisch-katholischer Bischof.
Leben Innico d’Avalos d’Aragona war Teil eines weit verzweigten Adelsgeschlechts. Er war Sohn von Alfonso III d’Avalos, Marchese del Vasto e Pescara und seiner Frau Maria d’Aragona, Tochter von Ferdinando d’Aragona, Herzog von Montalto. Seine Familie war sowohl politisch als auch kirchlich einflussreich.
Bevor er in die geistliche Laufbahn eintrat, war Innico in administrativen Ämtern tätig und diente als Kanzler des Königreichs Neapel. Außerdem war er Ritter des Santiagoorden.
Papst Pius IV. erhob ihm aufgrund der Protektion von Philipp II. und der Familie im Konsistorium vom 26. Februar 1561. Am 2. Juni 1561 wurde er als Kardinaldiakon von Santa Lucia in Silice installiert. Am 3. Januar 1563 erfolgte seine Ernennung zum Apostolischen Administrator von Turin. Am 30. Juli 1563 wechselte er zu Titeldiakonie Sant’Adriano al Foro und am 19. Januar 1565 wurde er Kardinalpriester pro hac vice von Sant’Adriano al Foro erhoben.
Er hatte auch bedeutenden Einfluss auf die Stadt Procida. Als Kommendarabt der Abtei San Michele Arcangelo ließ er diese wiederherstellen und verschönern, nachdem sie durch Übergriffe beschädigt war. 1563 ließ er außerdem einen Palast errichten, der sowohl repräsentativen als auch defensiven Zwecken diente – den sogenannten Palazzo d’Avalos. Der Bau war Teil einer Befestigung des ursprünglichen Ortes „Terra Casata“, aus dem später „Terra Murata“ entstand.
Am 19. August 1566 ernannte Papst Pius V ihn zum Bischof von Mileto. Papst Pius V. weihte ihn am 13. Oktober 1566 in der Sixtinische Kapelle die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren die Kardinäle Giacomo Savelli und Niccolò Caetani di Sermoneta.
Er war mehrmals Gouverneur von Benevento (1566–1568, 1578–1582, 1584–1589).
Am 3. März 1567 wurde er Kardinalpriester von San Lorenzo in Lucina. Am 9. Februar 1573 trat er Bischof von Mileto zurück.
Zwischen 1572 und 1584 war er Kardinalprotektor der neugegründeten Erzbruderschaft des Heiligen Geistes der Neapolitaner in Rom, mit Sitz in der Kirche „Spirito Santo dei Napoletani“. Vom 8. Januar 1578 bis 9. Januar 1579 war er Camerlengo des Kardinalskollegiums.
Am 13. Oktober 1586 stieg er Kardinalbischof von Sabina. Am 2. März 1589 wechselte er zu Suburbikarischen Bistum Fracati und am 20. März 1591 zum Porto-Santa Rufina und gleichzeitig Kardinalsubdekan.
Während der Abwesenheit von Papst Clemens VIII., der sich nach Ferrara begab, fungierte er 1598 als päpstlicher Legat in der Stadt Rom.
Er nahm an den Konklaven 1565–1566, 1572, 1585, September 1590, Oktober 1590, 1591 und 1592 teil.
Er verstarb 1600 in Rom und wurde in der Basilika Santa Maria sopra Minerva beigesetzt.
Bedeutung und Vermächtnis Innico d’Avalos d’Aragona war eine wichtige Persönlichkeit der katholischen Kirche des 16. Jahrhunderts, sowohl wegen seiner repräsentativen und administrativen Ämter als auch wegen seiner Rolle beim Ausbau und der Verteidigung von kirchlichen und zivilen Strukturen (z. B. in Procida). Seine Wirkung reichte über rein geistliche Funktionen hinaus und umfasste auch städtische Planung und Festungsbauten.
Stammbaum
Weblinks
Eintrag zur Prosopographie im REQUIEM-Projekt
Literatur Lorenzo Cardella: Memorie storiche de’ cardinali della santa romana Chiesa. Band V, Rom 1793, S. 44–45
Cesare de Seta / Alfredo Buccaro (Hrsg.): I centri storici della provincia di Napoli: struttura, forma, identità urbana. Napoli 2009 Michele Parascandolo: Procida dalle origini ai tempi nostri. 1893
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