Chotkowo (deutsch Kathkow) ist ein Dorf in der Gemeinde Borzytuchom im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa neun Kilometer westlich der Stadt Bytów und sechs Kilometer nordwestlich des Kirchdorfs Niezabyszewo.

Bei dem Dorf befindet sich der Jezioro Chotkowskie (Kathkower See), aus dem in nördliche Richtung der Bach Jutrzenka fließt, der östlich des Dorfs Kołczygłowy in die Słupia mündet.

Geschichte Durch einen von Herzog Kasimir IV. von Pommern am 11. November 1375 genehmigten Kaufvertrag ging das Gut Chotkowo des Gregor Lys für 40 Mark Finkenaugen in den Besitz des Unterkämmerers Bronisius, Erbherrn auf Kolziglow, über.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 23–24 (Google Books). 1628 lautete die Ortsbezeichnung Kattkow.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259, Ziffer (Google Books). 1782 hatte Katkow einen Freischulzenhof, zwölf Bauernhöfe und eine Wassermühle.

Durch Feuersbrünste am 29. April und 21. Mai 1842 wurde ein Teil des Dorfs eingeäschert, und 175 Personen wurden obdachlos und verloren ihre Habseligkeiten.Oeffentlicher Anzeiger als Beilage zu Amts-Blatt No. 24 der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 24, Cöslin, 15. Juni 1842, S. 195, No. 690) (Google Books).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörten zu dem Dorf zwei kleinere Landgüter, Kathkow A und Kathkow B, die keine Rittergutsqualität hatten. Im Jahr 1892 wird Karsten Klingbeil als Besitzer der Güter A und B genannt.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books). Er wirkte mehrere Jahre lang als stellvertretender Amtsvorsteher des Amtsbezirks Kathkow.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Köslin, Stück 51, Köslin, 20. Dezember 1894, S. 358, linke Spalte unten (Google Books).

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 940,3 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Kathkow 74 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 81 Pferde, 331 Stück Rindvieh, 38 Schafe und 552 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 18 (Google Books).

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Kathkow eine Flächengröße von 10 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen, wo Kathkow der einzige Wohnplatz war, standen insgesamt 60 bewohnte Wohnhäuser.

Um 1935 hatte Kathkow unter anderem einen Gasthof, ein Bankgeschäft, ein Elektrizitätswerk, einen Gemischtwarenladen, eine Mühle, eine Rohprodukten-Handlung, drei Schmieden, eine Stellmacherei und eine Viehhandlung.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1044 (Google Books).

Bis 1945 bildete Kathkow eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kathkow war Sitz des Amtsbezirks Kathkow. Das Standesamt befand sich in Kathkow.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und erhielt wieder den Namen Chotkowo.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit einem Freischulzen-Hof, zwölf Bauernhöfen, einer Wassermühle, einer Schmiede, einem Schulmeister, einem Gastwirt, 18 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer römisch-katholischen Kirche, die eine Filiale der katholischen Kirche in Borntuchen istLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055–1056, Ziffer (11) (Google Books). 1818 155 Dorf, königliche Besitzung, davon vier Einwohner bei der königlichen Mühle, zum Kirchspiel Borntuchen gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 313, Ziffer 1465–1466 (Google Books). 1825 165 mit der Büdnerwohnung Camenzin und einer WassermühleFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 9 (Google Books). 1855 563 am Jahresende, darunter drei KatholikenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 34 (Google Books)1864 608 am 3. Dezember, GemeindebezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 24 (Google Books). 1867 579 am 3. Dezember, Gemeindebezirk 1871 558 am 1. Dezember, Gemeindebezirk (550 Evangelische, ein Katholik und sieben Juden)Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 12 (Google Books). 1885 527 am 1. Dezember, Gemeindebezirk (525 Evangelische, zwei Katholiken)Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 18 (Google Books). 1895 466 am 2. Dezember, Gemeindebezirk (463 Evangelische, zwei Katholiken und ein Jude)Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 18 (Google Books). 1910 440 am 1. DezemberKathkow, Dorf mit zwei Gütern, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Moddrow (meyersgaz.org). 1925 445 Landgemeinde, in 82 Haushaltungen, darunter 366 Evangelische und 72 KatholikenDie Gemeinde Kathkow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 379 1939 375 2011 239 GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017

Kirche Kirchspiel bis 1945 In Kathkow stellten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Borntuchen eingepfarrt.

Das katholische Kirchspiel war in Damsdorf.

Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur Kathkow, Dorf mit zwei Gütern, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Moddrow (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055–1056, Ziffer (11) (Google Books). Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).

Weblinks Amtsbezirk Kathkow (Territorial.de) Die Gemeinde Kathkow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Fußnoten

Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Borzytuchom