Nancy Lynn Sullivan (* 16. September 1957, Orange, New Jersey; † 16. Juli 2015, LaGrange, New York) war eine US-amerikanische Anthropologin und Aktivistin. Sie wurde im Nordosten der USA geboren und ist dort auch aufgewachsen, zog jedoch nach Papua-Neuguinea, nachdem sie dort als Doktorandin an der New York University geforscht hatte. Sie leitete ein anthropologisches Beratungsunternehmen in der Provinz Madang und setzte sich für Umweltprobleme und indigene Völker Papua-Neuguineas ein. Sie erforschte außerdem die Höhlenkunst der Karawari und setzte sich für deren Erhaltung ein. 2007 erhielt sie ein Guggenheim-Stipendium für dieses Forschungsgebiet.
Leben Jugend und Ausbildung Nancy Lynn Sullivan wurde am 16. September 1957 in Orange, New Jersey, geboren. Ihr Vater arbeitete als Manager an der Wall Street. Sie wuchs in Scarsdale, New York, auf und erhielt dort 1975 einen Abschluss an der Scarsdale High School. Sie erwarb einen Bachelor an der Princeton University 1980 und 1984 ihren Master of Fine Arts (MFA) am Hunter College. Sie arbeitete ursprünglich als freiberufliche Storyboard-Künstlerin in der Film- und Fernsehbranche.
Sullivan erwarb einen Ph.D. in Anthropologie an der New York University. Als Doktorandin ging sie mit einem Fulbright-Stipendium nach Papua-Neuguinea, um dort über die einheimische Film- und Fernsehindustrie zu forschen. Sie begann sich mit dem Land zu interessieren und zog nach Madang.
Karriere Sullivan leitete in ihrer Wahlheimat Madang ein Beratungsunternehmen für Anthropologie. Sie erforschte auch die Höhlenkunst der Karawari und setzte sich für deren Erhaltung ein. 2007 erhielt sie ein Guggenheim Fellowship um diese Felsmalereien zu erforschen.Reports of the President and the Treasurer. John Simon Guggenheim Memorial Foundation 2008: S. 144. Google Books Sie erhielt auch Mittel von der National Geographic Society und der Rockefeller Foundation.
Später arbeitete sie an der Divine Word University als Dozentin für Papua-Neuguinea-Studien (2002–2004), und war Herausgeberin von Governance Challenges for PNG and the Pacific Islands.Governance challenges for PNG and the Pacific Islands. ed. Nancy Sullivan. National Library of Australia catalogue.nla.gov.au Archivlink Außerdem arbeitete sie als Reiseführerin für Asia Transpacific Journey.
Sullivan war auch Aktivistin für Umweltfragen in Papua-Neuguinea und indigene Völker und sprach sich gegen Verbauung und die Holzfällerei und Minengesellschaften im Land aus. Sie protestierte gegen die chinesischen Pläne für die Pacific Marine Industrial Zone bei Madang, weil es Bedenken gab zum Einfluss auf den Fischbestand in der Region; das Industriegebiet wurde dennoch gebaut und die Regierung von PNG zog sie und zehn weitere Anti-PMIZ-Aktivisten im Gegenzug vor Gericht. Sullivan konnte jedoch von der PMIZ Entschädigungen für lokale Landbesitzer zu erwirken, insbesondere für Umweltentschädigungen.
Persönliches Sie hatte neun Kinder in PNG adoptiert. Einmal flog sie eines der Kinder in die USA, um es an einem verletzten Auge operieren zu lassen, welches sich die Verletzung beim Bogenschießen zugezogen hatte. Der Journalist Chris Carola von Associated Press schrieb: während ihrer Zeit in Papua-Neuguinea erkundete Sullivan „krokodilverseuchte Flüsse [und] ertrug zahlreiche Malariaanfälle“ („explored crocodile-infested rivers [and] endured numerous bouts of malaria“). Ihr Bruder Jeffrey erinnerte sich: „Wir haben immer darüber gescherzt: Das Mädchen aus Scarsdale landet am Ende der Welt, im Dschungel“ („We always joked about it: Scarsdale girl ends up at end of the earth, in the jungle“).
Tod Am 16. Juli 2015 kam Sullivan ums Leben, als sie mit ihren drei Enkelkindern und deren Kindermädchen auf dem Taconic State Parkway zum Sommerhaus der Familie am Lake Champlain fuhr und ihr SUV in LaGrange, New York, gegen eine Böschung prallte.
Einzelnachweise
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