Die Basketball-Europameisterschaft der Frauen ist ein Basketballwettbewerb für europäische Frauen-Nationalmannschaften. Der Weltbasketballverband FIBA und der Kontinentalverband FIBA Europa veranstalten und vermarkten das Turnier unter der offiziellen Bezeichnung FIBA Women's EuroBasket.

Alle zwei Jahre können sich die Nationalmannschaften aus dem FIBA Europa Verband für die Endrunde der Europameisterschaft qualifizieren. In einem abschließend knapp zweiwöchigen Turnier wird daraus die beste Nationalmannschaft als Europameister ermittelt. Das jeweilige Gastgeberland, seit 2015 meist mehrere Gastgeberländer, richtet das Turnier aus.

2025 fand die 40. Austragung vom 18. bis zum 29. Juni in den vier Gastgeber-Ländern Tschechien, Deutschland, Griechenland und Italien statt. Belgien konnte seinen Titel aus dem Jahr 2023 nach einem Finalsieg über Spanien verteidigen und ist amtierender Europameister. Die nächste Endrunde soll im Juni 2027 in Belgien, Finnland, Schweden und Litauen ausgetragen werden.

Geschichte Das erste Turnier fand 1938 in Italien statt, an dem nur fünf Nationalmannschaften teilnahmen. Die Gastgeberinnen sicherten sich den allerersten Titel eines Basketball-Europameisters der Frauen. Im folgenden Jahr begann der Zweite Weltkrieg und unterbrach die Organisation von europäischen Basketballturnieren für lange Zeit.

Die zweite Europameisterschaft fand erst 12 Jahre später, im Jahr 1950, in Ungarn statt. Dieses Turnier markierte den Beginn der Ära der Dominanz der Sowjetunion und weiterer osteuropäischer Mannschaften, die vier Jahrzehnte andauern sollte. Vier Jahrzehnte lang endeten die meisten Europameisterschaften mit sehr vorhersehbaren Ergebnissen – die Sowjetunion holte die Goldmedaille, während Silber und Bronze an die Tschechoslowakei und andere osteuropäische Mannschaften gingen.

Am 13. Juni 1991 endete mit einer 74:75-Niederlage der Sowjetunion gegen Jugoslawien im zweiten Gruppenspiel der Europameisterschaft 1991 die längste Siegesserie in der Geschichte der Europameisterschaft der Frauen. Die Siegesserie begann am 3. Juni 1960 mit einem 58:56-Sieg der Sowjetunion über die Tschechoslowakei zum Auftakt der Europameisterschaft 1960 und erstreckte sich über 31 Jahre und beeindruckende 114 in Folge gewonnener Partien bei einer Europameisterschaft der Damen. Allein während dieser Siegesserie sicherte sich die Sowjetunion 16 Europameister-Titel.

Anfang der 1990er Jahre änderte sich die Situation jedoch nach dem Zerfall der Sowjetunion, der SFR Jugoslawien und der Tschechoslowakei grundlegend. Bei der Europameisterschaft 1993 in Italien standen sich im Endspiel zum ersten Mal zwei westeuropäische Mannschaften gegenüber – Spanien holte sich seinen ersten Europameistertitel mit einem 63:53-Finalsieg über Frankreich.

Zwei Jahre später wurde die Ukraine die erste postsowjetische Nationalmannschaft, die den Europameistertitel gewann, nachdem sie im Endspiel der Europameisterschaft 1995 gegen Italien mit 77:66 siegreich war. Die Europameisterschaft 1997 war ein Erfolg für Litauen, während Deutschland die Bronzemedaille gewann und zum ersten Mal seit der deutschen Wiedervereinigung eine deutsche Mannschaft auf dem Podium stand.

Die Endspiele 2017 und 2019 endeten zugunsten Spaniens, das jeweils Frankreich besiegte und damit als erste Nationalmannschaft nach der Sowjetunion ihren eigenen Europameistertitel verteidigen konnte. Eine weitere Titelverteidigung gelang Belgien bei der Europameisterschaft 2025 nachdem sie 2023 zum ersten Mal Europameister wurden.

Turniere im Überblick Das Turnier der Damen wurde zwischen 1950 und 1980 im Zweijahresrhythmus in geraden Jahren veranstaltet und findet seit 1981 in ungeraden Jahren statt. Bis 1978 wurden die Medaillengewinner meist in einem Ligasystem ermittelt. Seit 1980 werden die Medaillengewinner durchgängig über eine im Playoff-System ausgetragene Finalrunde bestimmt.

Jahr Ausrichter Finale Spiel um Platz 3 Deutschsprachige Teams Land Spielorte Europameister Ergebnis Zweiter Platz Dritter Platz Ergebnis Vierter Platz 1938Details Italien Rom Italien Ligasystem Litauen Polen Ligasystem Frankreich 5. Schweiz 1950Details Ungarn Budapest Sowjetunion Ligasystem Ungarn Tschechoslowakei Ligasystem Frankreich 9. Schweiz10. Österreich 1952Details Sowjetunion Moskau Sowjetunion Ligasystem Tschechoslowakei Ungarn Ligasystem Bulgarien 8. Schweiz9. Österreich12. DDR 1954Details Jugoslawien Belgrad Sowjetunion Ligasystem Tschechoslowakei Bulgarien Ligasystem Ungarn 8. Österreich9. BR Deutschland 1956Details Tschechoslowakei Prag Sowjetunion 49:41 Ungarn Tschechoslowakei 91:60 Bulgarien 8. Österreich14. Schweiz15. BR Deutschland 1958Details Polen Łódź Bulgarien Ligasystem Sowjetunion Tschechoslowakei Ligasystem Jugoslawien 9. DDR10. Österreich 1960Details Bulgarien Sofia Sowjetunion Ligasystem Bulgarien Tschechoslowakei Ligasystem Polen - 1962Details Frankreich Mülhausen Sowjetunion 63:46 Tschechoslowakei Bulgarien 48:36 Rumänien - 1964Details Ungarn Budapest Sowjetunion 55:53 Bulgarien Tschechoslowakei 68:47 Rumänien 6. DDR 1966Details Rumänien Cluj, Hermannstadt Sowjetunion 74:66 Tschechoslowakei DDR 65:60 Rumänien 12. BR Deutschland 1968Details Italien Palermo, Messina u. a. Sowjetunion Ligasystem Jugoslawien Polen Ligasystem DDR 13. BR Deutschland 1970Details Niederlande Rotterdam, Leeuwarden Sowjetunion 94:33 FrankreichJugoslawien 77:66 Bulgarien 11. Österreich 1972Details Bulgarien Warna, Burgas Sowjetunion Ligasystem Bulgarien Tschechoslowakei Ligasystem Frankreich 7. DDR12. Österreich 1974Details Italien Cagliari, Nuoro, Sassari Sowjetunion Ligasystem Tschechoslowakei Italien Ligasystem Ungarn 10. BR Deutschland 1976Details Frankreich Clermont-Ferrand, Vichy u. a. Sowjetunion Ligasystem Tschechoslowakei Bulgarien Ligasystem Frankreich 13. BR Deutschland 1978Details Polen Posen, Toruń u. a. Sowjetunion Ligasystem Jugoslawien Tschechoslowakei Ligasystem Frankreich 12. BR Deutschland 1980Details Jugoslawien Banja Luka, Prijedor u. a. Sowjetunion 95:49 Polen Jugoslawien 61:57 Tschechoslowakei – 1981Details Italien Ancona, Senigallia Sowjetunion 85:42 Polen Tschechoslowakei 76:74 Jugoslawien 10. BR Deutschland 1983Details Ungarn Budapest, Miskolc, Zalaegerszeg Sowjetunion 91:70 Bulgarien Ungarn 82:79 Jugoslawien 12. BR Deutschland 1985Details Italien Vicenza, Treviso Sowjetunion 103:69 Bulgarien Ungarn 103:76 Tschechoslowakei – 1987Details Spanien Jerez, Cádiz, El Puerto de Santa María Sowjetunion 83:73 Jugoslawien Ungarn 75:67 Tschechoslowakei – 1989Details Bulgarien Warna Sowjetunion 64:61 Tschechoslowakei Bulgarien 79:69 Jugoslawien – 1991Details Israel Tel Aviv Sowjetunion 97:84 Jugoslawien Ungarn 65:61 Bulgarien – 1993Details Italien Perugia Spanien 63:53 Frankreich Slowakei 68:67 Italien – 1995Details Tschechien Brünn Ukraine 77:66 Italien Russland 69:50 Slowakei 9. Deutschland 1997Details Ungarn Budapest, Pécs, Zalaegerszeg Litauen 72:62 Slowakei Deutschland 86:61 Ungarn – 1999Details Polen Posen, Pruszków, Katowice Polen 59:56 Frankreich Russland 78:49 Slowakei 12. Deutschland 2001Details Frankreich Le Mans, Orléans, Gravelines Frankreich 73:68 Russland Spanien 89:74 Litauen – 2003Details Griechenland Amaliada, Patras, Pyrgos Russland 59:56 Tschechien Spanien 87:81 Polen – 2005Details Türkei Ankara, Bursa, Izmir Tschechien 72:70 Russland Spanien 83:65 Litauen 11. Deutschland 2007Details Italien Chieti, Lanciano, Ortona, Vasto Russland 74:68 Spanien Belarus 72:63 Lettland 11. Deutschland 2009Details Lettland Riga Frankreich 57:53 Russland Spanien 63:56 Belarus – 2011Details Polen Katowice, Bydgoszcz, Łódź Russland 59:42 Türkei Frankreich 63:56 Tschechien 13. Deutschland 2013Details Frankreich Lille, Mouilleron-le-Captif, Orchies, Trélazé, Vannes Spanien 70:69 Frankreich Türkei 92:71 Serbien – 2015Details Ungarn, Rumänien Budapest, Debrecen, Győr, Szombathely, Sopron, Timișoara, Oradea Serbien 76:68 Frankreich Spanien 74:58 Belarus – 2017Details Tschechien Prag, Hradec Králové Spanien 71:55 Frankreich Belgien 78:45 Griechenland – 2019Details Serbien, Lettland Belgrad, Riga, Niš, Zrenjanin Spanien 86:66 Frankreich Serbien 81:55 Großbritannien – 2021Details Frankreich, Spanien Straßburg, Valencia Serbien 63:54 Frankreich Belgien 77:69 Belarus – 2023Details Israel, Slowenien Tel Aviv, Ljubljana Belgien 64:58 Spanien Frankreich 82:68 Ungarn 6. Deutschland 2025Details DeutschlandGriechenlandItalienTschechien Hamburg, Piräus, Bologna, Brünn Belgien 67:65 Spanien Italien 54:69 Frankreich 5. Deutschland 2027Details BelgienFinnlandLitauenSchweden Antwerpen, Espoo, Vilnius, Stockholm

Medaillenspiegel Der Medaillenspiegel zeigt eine Übersicht der Nationalmannschaften aller Länder, die von 1938 bis 2025 Medaillen bei einer Europameisterschaft gewinnen konnten. Kursiv hervorgehobene Nationalmannschaften existieren nicht mehr.

Rang Land 25px|Goldmedaillen 25px|Silbermedaillen 25px|Bronzemedaillen 45px|Gesamt 1 21 1 0 22 2 4 3 5 12 3 3 3 2 8 4 2 8 2 12 5 2 0 2 4 6 2 0 1 3 7 1 5 4 10 8 1 2 2 5 9 1 1 2 4 10 1 1 0 2 1 1 0 2 12 1 0 0 1 13 0 7 8 15 14 0 4 2 6 15 0 2 5 7 16 0 1 1 2 0 1 1 2 18 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1

Siehe auch FIBA Europa FIBA Europameisterschaft der Frauen für kleine Länder

Weblinks Offizielle Website zur FIBA Women's EuroBasket ()

Einzelnachweise

Europameisterschaft der Frauen Europameisterschaft der Frauen Kategorie:FIBA Europa