mini|Blick auf die gesperrte Brücke von Moerser Seite aus kurz vor dem Abriss (2021)
Die Cölve-Brücke ist eine Straßenbrücke an der Stadtgrenze zwischen Duisburg-Bergheim (Stadtteil Trompet) und Moers-Schwafheim. Sie überquert die Gleise der Niederrheinstrecke der Deutschen Bahn und verbindet die Straße „An der Cölve“ beider Städte. Nach jahrelanger Sperrung und nachfolgendem Abriss des Altbaus (2021) wurde der Neubau im September 2025 für den Verkehr freigegeben.
Lage und Bauwerk Die Brücke führt die Straße An der Cölve über mehrere DB-Gleise zwischen Duisburg-Rheinhausen und Moers. Der 2025 fertiggestellte Neubau wurde von der Stadt Duisburg / Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) als Bauherr realisiert; die Gesamtkosten wurden mit rund 15,3 Mio. € veranschlagt. Publizierte Maßangaben nennen etwa 44 m Länge und 13,45 m Breite für Fahrbahn sowie Geh-/Radwege.
Geschichte
1911–2016: Bau, Eigentum, Restriktionen Die ursprüngliche Cölve-Brücke wurde 1911 als Stahlfachwerkbrücke über die Bahn errichtet und stand zunächst im Eigentum der Deutschen Reichsbahn dann der Deutschen Bundesbahn. Im Zuge einer Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes ging die Baulast 1994 auf die Stadt Moers über. Aufgrund des Alters und Zustands kam es zu stufenweisen Beschränkungen: 1998 zur Ablastung von 30 t auf 16 t, ab 2003 nur noch einspurige Verkehrsführung mit einer Ampel, 2013 Tempolimit 10 km/h, 2015 weitere Instandsetzungen.
2017–2021: Sperrungen, Gutachten, Abriss Nach Sonderprüfungen sperrte Moers die Brücke im Juli 2017 für den motorisierten Verkehr. Ein 2021 vorgelegtes Gutachten bescheinigte erhebliche Korrosion und eine nur noch eingeschränkt gegebene Tragfähigkeit; daraufhin wurde die Brücke am 1. Oktober 2021 aus Sicherheitsgründen voll gesperrt (auch für Fuß- und Radverkehr), und die Bahn stellte den Verkehr unter der Brücke zeitweise ein.
Die Stadt Moers vergab Mitte Oktober 2021 den Abrissauftrag; die Arbeiten begannen Ende Oktober und waren im November 2021 abgeschlossen, sodass der Bahnverkehr wieder anlaufen konnte.
2018–2021: Debatte über Behelfsbrücke und Gutachtenlage Wegen der langen Umwege forderte eine Interessengemeinschaft Cölve-Brücke sowie Lokalpolitik wiederholt eine Behelfsbrücke. Eine Machbarkeitsstudie kam 2018/2019 zum Ergebnis, dass ein temporäres Baukastensystem technisch umsetzbar sei; die Verwaltung kalkulierte Miete, Ein-/Rückbau und Sicherungsmaßnahmen und skizzierte eine einspurige, am Bestand vorbeigeführte Lösung inklusive Portalrahmen und Bahn-Sperrpausen.
Die Kommunalaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf untersagte jedoch 2020 die von Duisburg geplante höhere finanzielle Beteiligung an einer Behelfsbrücke auf Moerser Stadtgebiet – als „freiwillige Ausgabe auf fremdem Gemeindegebiet“ –, womit das Provisorium faktisch scheiterte.
2021–2022: Gebietsänderung und Baulastwechsel Um Planung und Finanzierung zu bündeln, schlossen Duisburg und Moers 2021 einen Gebietsänderungsvertrag: Das Brückenareal sollte in die Baulast der Stadt Duisburg wechseln. Hintergrund war unter anderem, dass Duisburg als Stärkungspakt-Kommune nicht in fremdes Gemeindegebiet investieren durfte. Nach Genehmigung wurde die Gebietsänderung im Mai 2022 amtlich wirksam.
2023–2025: Finanzierung, Neubau, Freigabe 2023 wurde die Finanzierung für den Neubau gesichert: Das Land NRW übernimmt laut Berichterstattung bis zu 75 % der Kosten; insgesamt wurden > 15 Mio. € veranschlagt. Restmittel tragen Duisburg, Moers und die Deutsche Bahn; über die Bezirksregierung Düsseldorf wurden u. a. rund 5,9 Mio. € Fördermittel bewilligt.
Der Bauauftrag wurde 2024 erteilt; die Wirtschaftsbetriebe Duisburg führten den Neubau als federführende Stelle.
Ein technischer Meilenstein war April 2025 der Einschub des neuen Überbaus bei laufendem Bahnverkehr (anschließend Absenkung um ca. 5 m und Ausbau der Straßenanschlüsse). Die Verkehrsfreigabe erfolgte nach Abschluss der Restarbeiten am 17. September 2025.
Bedeutung und öffentliche Debatte mini|Protestbanner der Interessengemeinschaft zugunster einer Behelfsbrücke Die Brücke gilt als wichtige Alltagsverbindung zwischen Rheinhausen/Trompet und Schwafheim. Die jahrelangen Sperrungen, der Abriss sowie der lange Planungsvorlauf führten zu breiter Berichterstattung und Bürgerprotesten (u. a. IG Cölve-Brücke). In Kommentaren wurde das Projekt wiederholt als Beispiel für langwierige Verfahren und Behördenabstimmungen diskutiert.
Bauablauf des Neubaus (2024–2025) Der Baubeginn erfolgte 2024 nach Vergabe; die Bauzeit war mit rund 22 Monaten angesetzt. Im April 2025 wurde der Überbau bei laufendem Bahnverkehr eingeschoben und anschließend abgesenkt; es folgten der Ausbau der Rampen, Entwässerung und Fahrbahnasphalt. Die Freigabe erfolgte im September 2025.
Einzelnachweise
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