mini|Kath. Kirche St. Johannes der Täufer in Augustfehn St. Johannes der Täufer in Augustfehn im niedersächsischen Landkreis Ammerland ist die römisch-katholische Filialkirche der gleichnamigen Pfarrei in Westerstede. Sie steht unter dem Patrozinium des Johannes des Täufers und gehört zum Dekanat Oldenburg im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein Backsteinbau mit Turm und bietet 120 Gläubigen Platz.

Geschichte Zur Erschließung des Lengener Moores westlich von Westerstede siedelten um die Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Familien zu beiden Seiten des ab 1841 erbauten Augustfehnkanals. Die Moorkolonie wurde „Augustfehn“ nach dem Oldenburger Großherzog Paul Friedrich August benannt. Weil der Weg zur nächsten Pfarrkirche viel zu weit war, feierte ein Vikar aus Barßel für die wenigen in der Diaspora lebenden Katholiken wöchentlich Gottesdienst ab 1863 in einem Privathaus in Augustfehn und ab 1873 in einer Notkapelle.

Weil im Rahmen einer beginnenden industriellen Entwicklung 1857 eine Eisenhütte und 1872 ein Stahlwerk in Augustfehn errichtet wurden, zogen viele Familien in die Moorkolonie und die Katholiken wünschten sich ein eigenes Gotteshaus.

Nach den Plänen des Architekten Memken (Apen) entstand 1878/79 eine dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Kapelle, die das erste im Ammerland nach der Reformation errichtete katholische Gotteshaus war. Beim Bau halfen die Gemeindemitglieder vor allem bei der Beschaffung und beim Transport der Baumaterialien. Durch die Errichtung einer Beichtkapelle 1963 und den Anbau eines Chorraums sowie einer Sakristei 1987 wurde die Kirche stark erweitert.

Augustfehn gehörte zum Pfarrbezirk Barßel und bekam im November 1879 einen eigenen Kaplan. Der Seelsorgebezirk Augustfehn wurde 1931 nach St. Peter (Oldenburg) umgepfarrt sowie 1967 zur Kapellengemeinde erhoben und der Pfarrei Westerstede zugeordnet. Weil Augustfehn seit 1972 keinen eigenen Seelsorger mehr hat, wird die Filialkirche von Westerstede mitverwaltet.

Durch Fusion entstand aus der Kapellengemeinde Augustfehn und der Pfarrei Westerstede am 1. Oktober 2006 die neue Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer mit Sitz in Westerstede. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Barßel, Bösel, Friesoythe, Garrel, Saterland und Westerstede zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Friesoythe“ mit Sitz in Friesoythe.

Glocken Im angebauten Turm der St.-Johannes-Kirche in Augustfehn hängen die folgenden zwei Glocken:

Glocke 1: Ø 75 cm; Gussjahr: 1903 Glocke 2: Ø 50 cm; Gussjahr: 1879

Orgel 1886 baute Gorgonius Kröger (Vechta) eine Orgel mit zunächst 3 Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal, die das Lehrerseminar Vechta der St.-Johannes-Kirche in Augustfehn schenkte. Die Schleifladen-Orgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur gehört zu den letzten erhaltenen Instrumenten des Orgelbaumeisters Kröger. Das Instrument wurde von der Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven) 1959 repariert, 1978 gereinigt und instand gesetzt sowie 1988 überholt und auf die neue Empore aufgebaut. 2007 erfolgte eine gründliche Überarbeitung und Reinigung durch die Firma Orgelbau in Ostfriesland (Uplengen). I Manual C–f3Gedakt8′(Schreibweise original)Flöte4′Oktave2′Quinte′Pedal C–d1(angehängt) Literatur

Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68. Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.

Weblinks

Website der Kirche St. Johannes der Täufer (Augustfehn) Website der Katholischen Kirche im Oldenburger Land

Einzelnachweise

Kategorie:Erbaut 1879 Augustfehn Johannes der Täufer Augustfehn Augustfehn Augustfehn Augustfehn Augustfehn Kategorie:Bauwerk in Apen