Ine Schenkkan (* 21. Dezember 1941 in Fort-de-Kock, Westsumatra; † 5. Juni 2001 in Amsterdam) war eine niederländische Filmeditorin, Regisseurin und Drehbuchautorin.
Leben
Schenkkan begann ihre Laufbahn als Tänzerin am niederländischen Nationalballett in Amsterdam, musste ihre dortige Karriere aber mit 21 Jahren beenden, nachdem sie sich zwei Zehen gebrochen hatte. Daraufhin studierte sie bis zu ihrem Abschluss 1966 Kamera an der niederländischen Filmakademie. Da es für Frauen im Kamerafach allerdings kaum Angebote gab, wechselte sie in den 1970er Jahren zum Filmschnitt.
Die wichtigste Phase ihrer Arbeit als Filmeditorin war die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Paul Verhoeven, die 1979 begann und seine letzten vier niederländischen Produktionen vor seiner Umsiedlung nach Hollywood umfasste. Dazu gehörten Spetters (1980), Verhoevens vorerst letzter großer Erfolg an den niederländischen Kinokassen, sowie Der vierte Mann (1983), Gewinner des Kritikerpreises auf dem Toronto International Film Festival, und schließlich sein erster englischsprachiger Film Flesh and Blood (1985), der auf dem Niederländischen Filmfestival das Goldene Kalb für den besten Langspielfilm erhielt.
Mit der Zusammenarbeit mit Verhoeven endete auch ihre Tätigkeit als Filmeditorin. Bereits 1982 hatte sie als Regisseurin ihren ersten Kurzfilm Aanstelleritis gedreht. Darauf folgten Ende der 1980er Jahre zwei Langspielfilme: Zeit des Abschieds (1987) nach der Buchvorlage von Inez van Dullemen, der das Goldene Kalb für den besten Langspielfilm und für die beste Hauptdarstellerin erhielt, und 1989 Jan Rap en z’n maat nach dem Roman von Yvonne Keuls, der zu einem kommerziellen Misserfolg wurde. Es folgten einige kleinere Fernseharbeiten und schließlich 1995 ein TV-Dokumentarfilm über Jan Blokkers Arbeit an seinem Theaterstück über den indonesischen Präsidenten Sukarno.
Filmografie
als Kamerafrau:
1966: Vox Humana (Kurzfilm) – Regie: Lennaert Nijgh
als Filmeditorin:
1975: Rufus – Regie: Samuel (Kees) Meyering 1976: Sil de strandjutter (Fernsehserie, 7 Episoden) – Regie: Bob Löwensteyn 1976: Pallieter – Regie: Roland Verhavert 1977: NOS Beeldspraak: Maarten 't Hart en de ingesleten gewoonte (Dokumentarkurzfilm) – Regie: Erik van Zuylen 1978: De krans (Kurzfilm) – Regie: Jan Koelinga 1978: Nacht zonder zegen – Regie: Jan Dorresteyn 1979: Voorbij, voorbij (Fernsehfilm) – Regie: Paul Verhoeven 1979: De Taal is gansch het volk (Dokumentarfilm) – Regie: Erik van Zuylen 1979: A Woman Like Eve (Een vrouw als Eva) – Regie: Nouchka van Brakel 1980: Spetters – knallhart und romantisch (Spetters) – Regie: Paul Verhoeven 1981: Twee vorstinnen en een vorst – Regie: Otto Jongerius 1983: Der vierte Mann (De vierde man) – Regie: Paul Verhoeven 1984: De grens – Regie: Leon de Winter (Schnitt mit Henk van Eeghen) 1985: Dekmantel (Dokumentarkurzfilm) – Regie: Dan Blokker (Schnitt mit Han Ing Lim) 1985: Flesh and Blood (Flesh + Blood) – Regie: Paul Verhoeven
als Regisseurin:
1982: Aanstelleritis (Kurzfilm) – auch Drehbuch, Schnitt 1987: Zeit des Abschieds (Vroeger is dood) – auch Drehbuch 1989: Jan Rap en z’n maat – auch Drehbuch 1991: Suite 215 (Fernsehserie, 1 Episode) 1992: 6 X Hugo Claus (Fernsehfilm) – Regie mit Willem van de Sande Bakhuyzen 1994: Kats & Co (Fernsehserie, 1 Episode) 1994–1995: Flodder – Eine Familie zum Knutschen (Flodder) (Fernsehserie, 4 Episoden) 1995: Soekarno (Dokumentarfilm)
Weblinks
Einzelnachweise Ronald Ockhuysen: Een vakvrouw zonder carrièredrang. In: de Volkskrant. 9. Juni 2001. (archivierte Fassung hinter Paywall)
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