Die Feuerwache Rummelsburg ist Teil eines erhaltenen historischen Bauensembles im Ortsteil Rummelsburg des Berliner Bezirks Lichtenberg. Das Feuerwehrhaus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit weiteren kommunalen Bauten errichtet und bis in die 1970er Jahre stetig als Feuerwehrstandort genutzt. Anschließend diente es als Polizeistandort mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Seit November 2024 befindet sich in der ehemaligen Feuerwache der Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung, Betriebsteil A, Allgemeines Facility Management, eine Einrichtung des Berliner Senats.Lt. Schild am Haupteingang, Stand 12. September 2025.

Das Gebäude steht seit den 1980er Jahren, ebenso wie die anderen zeitgleich vom gleichen Baumeister errichteten Kommunalbauten, unter Denkmalschutz.

Lage

Das Gebäude der Feuerwache befindet sich auf der Südseite der Marktstraße 9–13, rückseitig begrenzt eine Bahntrasse das Areal. Auf der Innenfläche der Anlage steht der erhaltene Schlauchturm der Feuerwache und es sind Pkw-Parkplätze vorhanden. Nördlich und westlich sind die ebenfalls erhaltenen Kommunalbauten zu finden: ein ehemaliges Schulgebäude (mit 70 Klassenzimmern), eine Turnhalle und eine frühere katholische Volksschule. Alle werden durch eine gemeinsam gestaltete Backsteinmauer auf Bossenwerk zusammengehalten.

Geschichte 1900 bis 1945 Im 19. Jahrhundert war die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Lichtenberg auch für den Feuerschutz des damaligen Ortsteils Boxhagen-Rummelsburg zuständig. Danach entstanden nach Vorbildern aus Alt-Berlin kommunale Feuerwehrdepots, die mit Beamten besetzt wurden und in denen Löschgeräte vorgehalten wurden.

Einen ganzen Baukomplex aus Schulen, Turnhalle, Volksbibliothek und Feuerwehrhaus plante der Gemeindebaumeister Rudolf Ringel nach Auftrag der Gemeindeverwaltung. Im Zeitraum 1906 bis 1908 wurde das Kommunalensemble auch unter seiner Leitung im Stil märkischer Backsteingotik fertiggestellt. Die Einweihung des Feuerwehrdepots erfolgte im Jahr 1908.

In den 1920er Jahren gab es festangestellte Feuerwehrmänner, die in dem Gebäude wohnten, sowie einen dort wohnhaften Bürogehilfen.

Für dasselbe Jahr findet sich im Adressbuch unter der Überschrift „Lichtenberg, Sehenswürdigkeiten“ der gesamte Baukomplex mit: Gymnasium an der Marktstraße, Katholische Schule in der Marktstraße, Feuerwehrdepot in der Rathausstraße und Marktstraße, großes 70-klassiges Schulhaus („größtes Schulgebäude Deutschlands“) mit Doppelturnhalle. Das große Schulhaus unter Nr. 10/11 bestand aus der 15., 16. und 23. Gemeindeschule sowie der Knabenmittelschule (lt. Straßenverzeichnis zur Marktstraße 13 im Jahr 1920),

Im Gebäude des Feuerwehrdepots II befanden sich darüber hinaus die Lesehalle II, die Zweigstelle einer Sparkasse, das Standesamt II, das Straßenreinigungsdepot II, die Volksbibliothek II sowie Wohnungen für Privatleute.

In den Remisen befanden sich anfangs die Fahrzeuge (Kutschen und Transportanhänger), mobile Feuerspritzen und dergleichen. Mit der Motorisierung wurden hier spezielle Motorfahrzeuge eingestellt und einsatzbereit gehalten. Die Pferde waren in Ställen auf dem Hof untergebracht.

Im Jahr 1940 kann dem Adressbuch für Lichtenberg entnommen werden, dass unter der Hausnummer 10/11 nun sieben Schulen eingerichtet waren, das Straßenreinigungsdepot erhielt die Nr. 12, und unter Nr. 13 wird die Feuerwache Rummelsburg genannt. Die über den Wagenstellplätzen angeordneten Etagen dienten als Aufenthaltsräume für das Personal, im obersten Stockwerk befanden sich Wohnungen, beispielsweise für einen Oberbrandmeister sowie drei Feuerwehrmänner und weitere neun Personen, die nicht unmittelbar zu den Löschkräften gehörten (wie ein Ermittler, ein Rohrleger, ein Gärtner, ein Koch).

Das Adressbuch für das Jahr 1943 führt für den Gebäudekomplex folgende Einrichtungen: (N.10/11) – vier Schulen mit einem „Aufbauzug“, das Meldeamt 44 vom RAD sowie das Wehrbezirkskommando Bernau mit einem Stabsfeldwebel.

Für die Feuerwache Rummelsburg (Nr. 13) sind notiert: Ein Bezirks-Oberleutnant der Feuerschutzpolizei als Verwalter, ein Oberfeuerwehrmann und ein Oberfeuerwehrmann a. D. Zudem wohnten in dem Gebäude zwölf weitere Personen.

Vom Kriegsende bis 1990 Nach dem Kriegsende diente die Feuerwache weiterhin den deutschen Behörden und wurde mit Feuerwehrleuten besetzt. Falls Kriegsschäden an den Gebäuden aufgetreten waren, wurden diese rasch behoben, noch vorhandene Feuerlöschfahrzeuge wurden repariert. So weist das Adress- und Telefonbuch von 1947/48 hier nun die B.-Fw. (Berufsfeuerwehr) Rummelsburg aus.

In der DDR-Zeit beherbergten die Schulgebäude die Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik.

Die Feuerwehren wurden ab 1949 der Deutschen Volkspolizei Berlin unterstellt, dabei bildeten die Wachen die Abteilungen C (Feuerwehr und Berufsfeuerwehren) bzw. D (Freiwillige Feuerwachen). Im Stadtbezirk Lichtenberg gab es somit nun in der Abteilung C die Feuerwache Lichtenberg und die Berufsfeuerwehr Rummelsburg. Eine Freiwillige Feuerwehr war in Rummelsburg nicht vorhanden.

Später, zum Ende der 1970er Jahre, zog die Deutsche Volkspolizei in das Gebäude der Rummelsburger Feuerwache und unterhielt hier eine Polizeiwache. Die Remisen und Garagen dienten zum Einstellen einiger Dienstfahrzeuge, die Räume in der ersten und zweiten Etage wurden zu Büros.

Seit 1990 mini|Eh. Feuerwache vor dem Umbau, Jahr 2008 Im Jahr 1990, nach der deutschen Wiedervereinigung wurden, mit der Abwicklung der Deutschen Volkspolizei, die Bauten und Räume leergezogen und in das Eigentum des Berliner Senats überführt. Der Schulkomplex samt Turnhalle wurde nach einigem Leerstand und einem Immobilienverkauf zu einer Jugendherberge (Jugendherberge Ostkreuz).

Die ehemalige Feuerwache (Hausnummer 13) blieb nach der gesamten Neuordnung der Berliner Verwaltung weiterhin Standort für die Berliner Polizei. Der Komplex wurde saniert und modernisiert. – In den 2010er Jahren befand sich in dem denkmalgeschützten Bauwerk die Polizei-Direktion 6 (Südost), Referat Verkehrsdienst.

Wegen der neuen Nutzung der Feuerwache zu Polizeizwecken wurde der Schlauchturm ab den 1970er Jahren stillgelegt. Aber er konnte statisch saniert und sein Äußeres aufgefrischt werden. Er ist als Teil des Baudenkmals Feuerwache erhalten.

Schließlich wurde auch dieses Dienstgebäude aufgegeben (genaues Jahr nicht bekannt) und der Eigentümer, der Senat, konnte hier nach Sanierung, Umbauarbeiten und technischer Modernisierung den Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung, Betriebsteil A, Allgemeines Facility Management (LfG AFM) komfortabel unterbringen.

Das LfG AFM hatte bis zu seinem Umzug nach Rummelsburg seinen Sitz in Berlin-Mitte, Brunnenstraße 188–190.

Architektur des Feuerwehrgebäudes mini|hochkant|Schlauchturm

Das Gebäude ist vier Etagen hoch, unterkellert, und bildet einen beidseitig geöffneten dreiflügeligen Bau. Seine äußeren Gebäudelängen betragen 20 m, 21 m und 19 m, die inneren Seitenlängen liegen bei 8 m, 8 m, 7 m. Die Bauwerksdicke schwankt zwischen 13 m und zweimal 7 m. Die damit berechnete Grundfläche beträgt rund 380 m².

Die Feuerwache verfügte über fünf Remisen, deren parallel liegende Ausfahrten auf einen Aufstellplatz hinausgingen und damit im Einsatzfall nicht sofort in den Verkehr eingriffen.

Markant ist der Gebäudeabschluss in einem dreifach abgetreppten Ziergiebel an der östlichen Seite, dessen Gestaltung und Material ein Pendant zum westlichen Giebel des Schulgebäudes darstellt, der aber vierfach abgetreppt ist. Der obere Giebelbereich besteht aus schmalen mit einer Backsteinreihe eingefassten hohen Bögen, die sich von weißen Putzflächen farblich gut absetzen. Das gesamte Dach ist vielgestaltig gegliedert, teilweise ein Pultdach, teilweise abgewalmt. Neben dem Hauptgiebel auf der Remisenseite fallen noch kleinere und schmalere Ziergiebel an den Seitenflügeln auf, die sich an senkrechten Vorsprüngen des Gebäudes (straßenseitig) oder am Treppenhaus (zum Bahngelände hin) orientieren. Sie sind mit bewusst schräg und versetzt eingebauten Ziegelsteinreihen verziert.

Der Sockel wird von einem Bossenwerk gebildet, das sich in der Umfassungsmauer wiederholt.

Alle Fenster sind segmentbogenförmig ausgeführt, in den einzelnen Etagen verschieden gruppiert und unterschiedlich breit.

Den zum Feuerwehrgebäude gehörenden Schlauchturm gestaltete der Architekt als Solobauwerk auf dem Hofgelände im gleichen historisierenden Baustil. Dessen Treppenhaus und die Nutzräume befinden sich in einem dreieinhalbgeschossigen Bau, der eigentliche Turm ist sechs Stockwerke hoch und mit einem abgewalmten spitzen Pultdach versehen. Auf dem First befindet sich eine geschmiedete Wetterfahne, die noch immer funktionsfähig ist. Sie zeigt einen Feuersalamander, der an den senkrechten Wänden eines Spitzfensters hinaufklettert, ein oft genutztes Symbol für die Feuerwehr (siehe Bild in der Galerie).

Die rechteckige Grundfläche des Turmbauwerks beträgt etwas mehr als 100 m², der Turm mit einer Fläche von rund 25 m² nimmt davon die südöstliche Ecke ein.Kommentar: Gut zu sehen ist der Turm auch vom ehemaligen Bahngelände und bei Street View von Google Earth.

Bauliche Änderung durch die Umnutzung für Senatszwecke Die beiden seitlichen Remisen wurden zu Büroarbeitsräumen umgerüstet, die mittlere bildet nun den neuen Haupteingang des Landesbetriebes (siehe Bilder oben).

Die ursprüngliche Form der Remisen-Türflügel als Holzelemente und ihr Aussehen (im geschlossenen Zustand je ein Rundbogen) blieben erhalten oder wurden nachgebildet. Anstelle der Tore sind großflächige Kippfenster eingebaut. Die Berücksichtigung der historischen Ansicht betrifft auch den neuen Eingang, dessen Tür die gleiche Form als Remise bekam. Bei Bedarf können alle Türflügel geschlossen werden, ansonsten werden sie von schrägen Metallstreben aufgehalten. Im Inneren entstand ein stufenloser, also barrierefreier, Zugang.

Alle Fenster wurden in ihrer ursprünglich verschiedenen Höhe und Gliederung samt Fensterrahmen rekonstruiert.

Bemerkenswert ist der straßenseitige Eingang in das Gebäude, der mit seiner Vierpass-Rosette über dem Türbogen und dem nach innen gestuften Gewände an ein Kirchenportal erinnert.

Die Zufahrt zum Hof und zum Turm befindet sich nordwestlich in der Umfassungsmauer an der Marktstraße.

Weblinks

Einzelnachweise Alle Maße wurden grob mit dem Messhilfsmittel von Google Earth bestimmt. Da es keine rechtwinkligen Flächen gibt, ist die Angabe letztendlich nur eine Orientierungsgröße. Benutzerin:44Pinguine.

Rummelsburg Polizei Rummelsburg, Feuerwache Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Berlin Berlin-Rummelsburg Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut 1908