Udorpie (deutsch Hygendorf) ist ein Dorf im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zum Verwaltungsbezirk Gmina Bytów.

Geographische Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa vier Kilometer südlich des Stadtzentrums von Bytów und fünf Kilometer östlich des Kirchdorfs Niezabyszewo.

Südlich des Dorfkerns befindet sich der 4,8 Hektar große Jezioro Watra (Hygendorfer See).

Geschichte Zur Zeit des Deutschordensstaats war Higendorf im Bezirk Butau (Bütow) ein Zinsdorf, oder deutsches Dorf, das an den Konvents-Tressler des Ordens finanzielle Abgaben zu entrichten hatte.Lotar Weber: Preussen vor 500 Jahren in culturhistorischer, statistischer und militairischer Beziehung nebst Special-Geographie, Bertling, Danzig 1878, S. 358 (Google Books). Das Dorf zahlte nach dem Visitations-Rezess von 1437 an den Orden 5 Margk 8 Scot und 2 Schilling.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang: Die Besitz- und Eigenthums-Verhältnisse der der Gemeimheitstheilung unterworfenen Ortschaften im Bütower Kreise zur Zeit der Gemeinheitstheilung, No. 17 (Google Books).

Hygendorf war im 18. Jahrhundert eine Eigentumsortschaft der Stadt Bütow. Zu dem Dorf gehörte ein Kämmereivorwerk, das verpachtet wurde. Nachdem im Jahr 1833 in Hygendorf die Gemeinheitsteilung vollzogen worden war, gab es in dem Dorf einen Schulzenhof, zehn Bauernhöfe, einen Kossäten und einen Büdner. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden zwei Güter genannt, von denen eines aus dem ehemaligen Kämmereivorwerk hervorgegangen war und sich im Besitz von August Schlomka befand.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books). Das andere Gut gehörte um 1874 Richard MeißnerAmtsbezirk Damsdorf (Territorial.de), um 1784 dessen TöchternP. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books). und um 1892 Max Dennert. Ersterer Gutsbezirk gelangte um die Jahrhundertwende in den Besitz des Fiskus und wurde später parzelliert und aufgesiedelt.Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Hygendorf (buetow-pommern.info)

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1043,2 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Hygendorf 94 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 126 Pferde, 424 Stück Rindvieh, 82 Schafe und 351 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Bütow, S. 136–137, Ziffer 16 (Google Books).

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Hygendorf eine Flächengröße von 10,4 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 110 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnplätzen: Chausseehaus Hygendorf Karlsthal Um 1935 gab es im Dorf unter anderem einen Gasthof, zwei Gemischtwarenläden, eine Sattlerei, ein Schmiede und eine Stellmacherei.Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1039 (Google Books).

Die Landgemeinde Hygendorf gehörte im Jahr 1945 zum Kreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Damsdorf zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Damsdorf.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Hygendorf Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde das Dorf Teil Polens und in Udorpie umbenannt.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Eigentumsortschaft der Stadt Bütow, mit einem Vorwerk, neun Halbbauern, einem Kossäten, einem Schulmeister und 17 Feuerstellen (Haushaltungen), hat weder Holzung noch Fischerei, eingepfarrt zu BütowLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1044 (Google Books). 1818 166 Dorf, städtische Besitzung, zum Kirchspiel Bütow gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 182, Absatz 1) (Google Books). 1825 172 Dorf, städtische Besitzung, mit dem Vorwerk Neuhof, in dessen Nähe sich die Mineralwasserquelle Jakobsbrunnen befindetFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 284, Ziffer 6 (Google Books). 1852 431 Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 254 (Google Books). 1855 484 am Jahresende, davon 453 Evangelische und 31 KatholikenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1 (Google Books)1864 527 am 3. Dezember, GemeindebezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 20 (Google Books). 1867 541 am 3. Dezember, Kämmereidorf 1871 498 am 1. Dezember, Kämmereidorf (463 Evangelische, 35 Katholiken)Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 172–173, Ziffer 10 (Google Books). 1885 494 am 1. Dezember, Landgemeinde, mit einer Fläche von 1044 Hektar und 44 Wohngebäuden (449 Evangelische, 45 Katholiken)Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 16 (Google Books). 1895 487 am 2. Dezember, Landgemeinde, mit einer Fläche vom 1043,5 Hektar und 41 bewohnten Wohngebäuden (432 Evangelische, 55 Katholiken)Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 16 (Google Books). 1910 535 am 1. Dezember, DomäneHygendorf, Domäne, Kreis Bütow, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Hygendorf (meyersgaz.org). 1925 586 Landgemeinde, darunter 421 Evangelische und 131 KatholikenDie Gemeinde Hygendorf im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 550 1939 631 2011 989 GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017

Kirche Kirchspiel bis 1945 Die bis 1945 hier lebenden einheimischen Dorfbewohner waren mehrheitlich evangelisch und gehörten zum Kirchspiel Bütow.

Das katholische Kirchspiel war ebenfalls in Bütow.

Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 hier anwesende polnische Einwohnerschaft ist größtenteils katholisch.

Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Weblinks

Die Gemeinde Hygendorf im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Hygendorf (buetow-pommern.info)

Einzelnachweise

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