Komchén ist ein nördlicher Vorort der Großstadt und des Gemeindegebietes (municipio) von Mérida im mexikanischen Bundesstaat Yucatán.
Lage und Klima Komchén liegt im Norden der Halbinsel Yucatán etwa 15 km (Fahrtstrecke) nördlich von Mérida. Die bedeutende Maya-Stätte Dzibilchaltún befindet sich nur etwa 7 km östlich. Die Karibikküste bei Progreso ist nur etwa 20 km entfernt. Das Klima ist meist warm; Regen (ca. 800–1200 mm/Jahr) fällt ganz überwiegend im Sommerhalbjahr.
Bevölkerung Jahr 2000 2010 2020Einwohner 3533 4268 5598Komchén – Karte + Fakten Die ursprünglich indigene Bevölkerung des Ortes erlebte seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Zuwanderung.
Wirtschaft Die Bevölkerung lebt vom Mais- und Gemüseanbau. Viele Einwohner arbeiten überdies als Kleinhändler und Dienstleister in Mérida.
Geschichte Komchén war ein urbanes Zentrum der Maya-Zivilisation, das zum Ende der Präklassik zunächst verlassen wurde, dann aber bis in die terminale Klassik eine zweite Blütezeit erlebte, bevor es in der Zeit bis 900 n. Chr. erneut verlassen wurde. Es werden ca. 1000 Gebäude angenommen, 505 davon wurden auf einer Fläche von ca. 1 km² kartiert. Konservativ geschätzt könnten bereits damals ca. 3000 Menschen in Komchén gelebt haben. Zum Ende der Postklassik lag Komchén im Grenzgebiet zwischen der den Territorialherrschaften Chepech und Chakán. Die Stätte war bei Ankunft der Spanier verlassen, dennoch wurden zwei Kleinsttempel in Komchén für Rituale aufgesucht.Andrews, E. Wyllys, and William M. Ringle. "Los mayas tempranos en Yucatán: Investigaciones arqueológicas en Komchén." Mayab 8 (1992): 5–17 (PDF).
Sehenswürdigkeiten Die einschiffige Kirche des Ortes ist der Unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht. Sie besitzt einen imposanten Glockengiebel (espadaña) mit seitlichen Pyramiden. Umgebung Im Buschwald in der näheren Umgebung des Ortes finden sich in den 1960er Jahren archäologisch untersuchte und in die präklassische Zeit datierte Maya-Ruinen. Es wurden über 1000 Strukturen ermittelt, die jedoch alle wieder überwuchert sind. Ein Besuch der nur etwa 7 km östlich gelegenen Maya-Stätte Dzibilchaltún ist deutlich interessanter.
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Einzelnachweise
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