mini|Almée, Bild von Nathaniel Sichel, um 1870 Alma, Almah oder Almeh (, Plural ʿawālim , von ʿālima „wissen, ausgebildet sein“), war eine Klasse von Kurtisanen oder Unterhaltungskünstlerinnen in Ägypten. Zu den Awalim gehörten Mädchen und junge Frauen von hohem gesellschaftlichem Ansehen, die in Tanz, Gesang und Poesie ausgebildet waren. Sie traten oft bei Festen auf, waren aber auch als Trauernde bei Beerdigungen tätig. Im Unterschied dazu waren ghawazi Tänzerinnen und Prostituierte der Unterschicht.Hanan Hammad, Francesca Biancani: Prostitution in Cairo. In: Magaly Rodríguez García, Lex Heerma van Voss, Elise van Nederveen Meerkerk (Hrsg.): Selling Sex in the City: A Global History of Prostitution, 1600s–2000s. Brill, Leiden 2017, S. 233–260, hier S. 236

Laut Edward William Lanes Buch An account on the manners and costumes of modern Egyptians bedeutete der Begriff awalim zunächst Sängerinnen und erst später Tänzerinnen oder Prostituierte. Lane schrieb außerdem, dass die Almah während des Auftritts sich überhaupt nicht zur Schau stellte, sondern hinter einem Schirm oder aus einem anderen Raum sang.

Im 19. Jahrhundert wurde „Alma“ zum Synonym für alle erotischen Tänzerinnen der Region, die meist aus sehr armen Familien stammten und manchmal gegen Bezahlung an sexuellen Handlungen teilnahmen. Deshalb wurden die Auftritte aller traditionellen erotischen Tänzerinnen Ägyptens 1834 verboten, weil sie als „unkultiviert“ galten. Im modernen Ägypten begann man aber, alle Tänzerinnen als Awalim zu bezeichnen, womit das offiziell als legaler Beruf eingestuft wurde.

Der Begriff, der ins Französische als „almée“ transkribiert wurde, wurde im europäischen Orientalismus des 19. Jahrhunderts als Synonym für „Bauchtänzerin“ verwendet.

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