mini|hochkant|Funicular da Graça Der Funicular da Graça, auch Elevador da Graça genannt, ist ein Schrägaufzug in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, der am 12. März 2024 in Betrieb ging und auf den Graça-Berg in der Innenstadt von Lissabon führt, auf dem sich die Gnadenkirche der Augustiner-Eremiten (Igreja da Graça) und ein bekannter Aussichtspunkt in Lissabon befinden.

Bau und Betriebsweise Die Standseilbahn war seit 2009 in Bau und verkehrt im Gegensatz zu den drei historischen Standseilbahnen in Lissabon außerhalb des Straßenraumes auf einer eigenen Trasse mit einem Einzelwagen. Entgegen dem Namen „Funicular“ (eigentlich Bezeichnung für eine Doppelpendel-Standseilbahn) handelt es sich technisch um einen Schrägaufzug, da das Gegengewicht nicht im Pendelbetrieb durch einen zweiten Wagen hergestellt wird; in diesem Sinne ist die alternative Bezeichnung Elevador da Graça („Graça-Aufzug“) sachgerechter. Die Trasse ist 134 Meter lang und überwindet eine Höhendifferenz von 42,7 Metern; pro Fahrt werden bis zu 15 Personen zwischen Mouraria (Rua dos Lagares) und dem Aussichtspunkt Miradouro da Graça (offiziell: Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen) befördert. Die Fahrt dauert 90 Sekunden, der Betrieb erfolgt täglich im Zehn-Minuten-Takt zwischen 9:00 und 21:00 Uhr. Als Verkehrsunternehmen fungieren die Städtischen Betriebe für Mobilitäts- und Parkraum-Management EMEL (Empresa Municipal de Mobilidade e Estacionamento de Lisboa).

Historischer Elevador da Graça mini|hochkant|Der Elevador da Graça taucht hinter dem 1913 abgerissenen Torbogen Arco de Santo André auf Historisch gab es bereits zwischen 1893 und 1904 eine Kabelstraßenbahn gleichen Namens, die über die Calçada de Santo André zwischen der Rua da Palma und dem Largo da Graça auf dem Graça-Hügel verkehrte, auf dem auch die heutige Bahn endet. Sie wurde von der Nova Companhia de Ascensores Mecânicos de Lisboa betrieben, die damals auch die Standseilbahnen Glória, Lavra und Bica unterhielt. Der schwierige Streckenverlauf, der vor allem bei der Passage durch den Arco de Santo André immer wieder zu Pannen und technischen Problemen führte, war 730 Meter lang. Die Bahn überwand auf relativ geringem Gefälle durch enge, kurvenreiche Gassen des gleichnamigen Stadtviertels hindurch insgesamt 70 Meter Höhendifferenz. Sie wurde von Anfang an mit Dampf betrieben und 1904 nach der Betriebsübernahme durch Carris stillgelegt und durch die Tramlinie 28 ersetzt.Ana Rita Carvalho Andrade: Mobilidade pedonal em cidades acidentadas: mais de um século de meios mecânicos de elevação em Portugal. Dissertation, Universidades Lusíada, Lissabon 2011, S. 82–84.

Am Sonntag, dem 7. Mai 1893, stießen zwei vollbesetzte Wagen der sechs Wochen zuvor eingeweihten Graçaberg-Seilbahn an der Ausweiche zusammen, wobei sämtliche Passagiere auf den Bahnkörper geschleudert wurden. Ein Wagen stürzte einen Felsabhang hinunter, zwei Menschen starben, von 32 Verletzten bestand für sieben Lebensgefahr. Unfallursache war die Überfüllung der Wagen und der kurvenreiche Streckenverlauf. Dennoch wurde der auch in der Folgezeit störungsanfällige Betrieb bereits eine Woche später wieder aufgenommen.

Weblinks

Funicular da Graça auf lisbonportugaltourism.com

Einzelnachweise

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