rechts|40px In der Liste der Kulturdenkmale in Ettenheim sind die Kulturdenkmale der Stadt Ettenheim im Ortenaukreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Altdorf
Ettenheim Die Stadt liegt am Talausgang des Ettenbachs aus der Vorbergzone des Schwarzwalds. Im 9. Jh. urkundlich erwähnt, war der Ort mit dem Kloster Ettenheimmünster und den Bischöfen von Straßburg verbunden. Spätestens im 13. Jh. ist Ettenheim Mittelpunkt ihrer Herrschaft rechts des Rheins. Vor 1221 erhält es das Marktrecht, vor 1304 das Stadtrecht. 1401 bis 1528 ist Ettenheim an die Stadt Straßburg verpfändet. Die Befestigung aus der Zeit der Stadtwerdung wird durch einen zweiten Mauerring verstärkt. 1637, im Dreißigjährigen Krieg, wird die Stadt bis auf wenige Gebäude niedergebrannt. Im 18. Jh. erlebt die bischöfliche Amtsstadt einen wirtschaftlichen Aufschwung; die öffentlichen Bauten werden umgestaltet oder neu errichtet. 1791 bis 1803 ist Ettenheim Residenz des letzten Straßburger Fürstbischofs, des Kardinals Rohan, nachdem dieser seine linksrheinischen Besitzungen verlassen musste. 1802 kommt die Stadt an Baden. Der runde Grundriss des mittelalterlichen Stadtkerns mit der Vorstadt (vor 1549) im Norden ist ungestört erhalten. Markt und Rathaus liegen mittig, Pfarrkirche und Kirchhof auf einer Erhöhung im Süden der Stadtanlage. Der Verlauf der inneren und der äußeren Befestigung des Stadtkerns ist an den heutigen Ringstraßen ablesbar. Eine geradlinige Straßenachse, die Friedrichstraße, führt von Norden durch die Vorstadt zum Unteren Tor (1783), quert den Stadtkern im Osten und verlässt ihn durch das Obere Tor (1778) im Süden. Hinter dem Unteren Tor, am Nepomukbrunnen, zweigt eine zweite Achse zum westlichen Stadtausgang ab. Stichstraßen führen zur Stadtmitte. Das Rathaus mit Volutengiebel (1757 mit älteren Kern) erhebt sich zwischen der steil ansteigenden Kirchstraße und dem Marktplatz. Dessen Westseite nimmt das Amsthaus (im Kern 16. Jh.) ein, ehem. Sitz des fürstbischöflichen Amtes. Am Ende der Kirchstraße führt eine dreiläufige Freitreppe zur hoch aufragenden spätbarocken Pfarrkirche St. Bartholomäus (1768–71). Dem großparzellierten Bereich im Südwesten mit ehem. herrschaftlichen Anwesen und zugehörigen Gärten mit Pavillons außerhalb des Stadtkerns steht im Südosten ein dicht bebautes kleinparzelliertes, bürgerliches Quartier gegenüber. Die Anwesen bestehen hier meist aus Vorderhäusern und rückwärtigen Wirtschaftsgebäuden auf tiefen Parzellen. Spätbarocke und biedermeierliche Bauten, z. T. mit älterem Kern, prägen das Stadtbild. Die überwiegend trauf-, oft aber auch giebelständigen Bürgerhäuser weisen häufig Fachwerkobergeschosse auf. Die mittelalterliche Stadtanlage und der gut überlieferte Baubestand des barocken Wiederaufbaus zeugen eindrucksvoll von der wechselvollen Geschichte Ettenheims und seiner baulichen Entwicklung als fürstbischöfliche Amtsstadt.
Ettenheimmünster
Münchweier Münchweier befindet sich am äußersten Westrand des Mittleren Schwarzwaldes, leicht erhöht über dem nordöstlichen Talgrund des Ettenbaches genau dort, wo sich dessen Talraum nach Westen zu den Lahr-Emmendinger Vorbergen öffnet. Die Oberlehenshoheit über den erstmals im 9. Jahrhundert erwähnten Ort hatten die auch für diese Region bedeutsamen Bischöfe von Straßburg inne. Der mutmaßliche Initiator der Ortsgründung, das Kloster Ettenheimmünster, ist im 12. Jahrhundert als Inhaber des örtlichen Dinghofes nachgewiesen und konnte zu Anfang des 15. Jahrhunderts über eine Pfandschaft auch den gesamten Ort einschließlich der Vogtei sowie vorübergehend auch die Oberlehenshoheit erwerben. Nach der Säkularisation kam Münchweier an Baden und wurde von 1809 bis 1924 durch das Amt Ettenheim verwaltet. Vermutlich im 8./9. Jahrhundert war Münchweier als Ausbausiedlung des Klosters Ettenheimmünster gegründet worden. Den Kern der Siedlung stellt das rundliche Areal um die Kirche dar, in der die Gebeine des 640 ermordeten schottischen Mönches Landelin bestattet sein sollen. Als Mittelpunkt einer kleinen Klosterherrschaft, mit Jahrmarksbestätigung von 1492 und Wochenmarktsverleihung von 1502, dürfte sich Münchweier bis zum Ende des Mittelalters zu einem dicht bebauten Haufendorf in Sinne eines Marktfleckens entwickelt haben. Der Gemarkungsplan von 1874 zeigt größere, wohl seit dem 18. Jahrhundert dazugekommene, straßendorfartige Erweiterungen im Westen und im Süden entlang des Ettenbaches. Im 20. Jahrhundert entstanden flächenhafte Baugebiete südwestlich und westlich des Altortes. Weithin sichtbar überragt die auf der Kuppe des „Kirchberges“ befindliche Kirchenanlage den Ort. Hierbei gilt die 1827/29 im Weinbrennerstil errichtete Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz mit ihrem mächtigen Langhaus und dem gedrungenem Turm als Wahrzeichen. Um den Kirchberg gruppieren sich viele Sonderbauten, wie das ehemalige Gemeindehaus Kirchberg 9, heute Gasthaus Sonne, der ehemalige Weinkeller des Klosters unter dem Anwesen Kirchberg 17 oder das 1840 erbaute Rat- und Schulhaus Kirchberg 3/5. Unterhalb des Kirchberges besteht eine weitgehend geschlossene Bebauung mit landwirtschaftlichen Anwesen des 17. bis 19. Jahrhunderts, wobei die älteren Fachwerkhäuser überwiegend giebelständig, die Ökonomiegebäude talseitig meist traufständig stehen. Einen wichtigen Kontenpunkt stellt die Kreuzung an der Mühle und der Brücke über den Ettenbach dar. Münchweier besitzt mit seinen vielen Sonderbauten und Gasthäusern aus der Klosterzeit sowie als marktartig verdichtetes Dorf mit guter baulicher Überlieferung einen hohen dokumentarischen Wert.
Wallburg
Weblinks
Quellen
! Ettenheim