Tecoh ist ein Ort mit gut 10.000 Einwohnern im Bundesstaat Yucatán in Mexiko; er ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Municipio.
Lage und Klima Der etwa hoch gelegene Ort Tecoh befindet sich ca. 35 km (Fahrtstrecke) südöstlich der Hauptstadt Mérida; jeweils ca. 80 km südwestlich befinden sich die archäologisch bedeutsamen Maya-Stätten Uxmal, Kabah, Sayil und Labná. Die historisch bedeutsamen Orte Maní und Chumayel sind nur etwa 40–50 km entfernt. Ca. 70 km nordwestlich befindet sich Izamal. Das Klima ist überwiegend trocken und warm; der reichliche Regen (ca. 1200–1500 mm/Jahr) fällt nahezu ausschließlich im Sommerhalbjahr.
Bevölkerung Jahr 2000 2010 2020Einwohner 8.197 9.134 10.017Tecoh – Karte + Fakten Die meisten Einwohner des Dorfes sind indigener Abstammung. Gesprochen wird meist der regionale Maya-Dialekt, aber auch Spanisch wird verstanden.
Wirtschaft In der Umgebung von Tecoh werden hauptsächlich Sisal-Agaven sowie Mais, Bohnen, Gemüse und Kürbisse angebaut; daneben wird Viehzucht (v. a. Geflügel) betrieben. Im Ort selbst werden Hängematten (hamacas) gefertigt.
Geschichte Tecoh war während der Postklassik der Maya-Zivilisation Haupt- und Residenzstadt im Herrschaftsgebiet Ah Kin Chel. Zur Zeit der Konquista regierte der Halach Huinik Namux Chel († nach 1523) in Tecoh. Wirtschaftlich dominierten Fischfang, Landwirtschaft und Salzgewinnung. Der herrschende Adel stellte sich den Spaniern gegenüber freundlich auf und kooperierte bei der Eroberung Yucatáns. Im Jahr 1542 errichtete Francisco de Montejo d. J. (El Sobrino) in Tecoh eine Garnison, um gegen die Cupul vorzugehen. Die Herrscherfamilie und zahlreiche Adlige konnten, wie auch in den meisten anderen Mayastädten auf Yucatán, nach der Eroberung und Christianisierung häufig weiterhin führende Positionen besetzen.Ralph L. Roys: The Political Geography of the Yucatan Maya. Washington 1957, S. 78–91. Historische Maya-Bauten wurden nicht vollständig abgerissen, Gebäude der frühen Kolonialzeit weisen kaum Veränderungen auf und gelten als repräsentativ für diese Epoche.Luis Millet Cámara, Heber Ojeda M., Vicente Suárez A.: Tecoh, Izamal: Nobleza Indigena y Conquista Española. In: Latin American Antiquity, Band 4, Ausgabe 1, März 1993, S. 48–58. 1581 war Tecoh zunächst verlassen. Nach der Wiederbesiedlung etablierten die Spanier das Encomienda-System.
Sehenswürdigkeiten Die im Äußeren durch zwei getrennte dreigeschossige Glockentürme (campanarios) gekennzeichnete Kirche des Ortes steht unter dem Patrozinium der Himmelfahrt Mariens. Das Langhaus ist einschiffig und tonnengewölbt. Umgebung In der näheren und weiteren Umgebung von Tecoh finden sich mehrere ehemalige Klöster und deren Kirchen (z. B. Chumayel, Mama, Maní, Teabo, Tipikal). Zwei der für Yucatán typischen Cenotes sowie eine unterirdische Kalksteinhöhle (gruta) finden sich ebenfalls nahe beim Ort.
Weblinks
Klosterkirchen in Yucatán – Fotos + Infos (englisch)
Einzelnachweise
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