Die Bahnstrecke Mandalay–Kalay war eines der zahlreichen Bahnprojekte, die in Myanmar in den 1990er Jahren angegangen wurden. Die Strecke ist in der landesüblichen Meterspur ausgeführt und gehört zum Netz von Myanma Railways.
Geographie Die Strecke nutzt für die ersten Kilometer die Bahnstrecke Manadlay–Yangon zweigt an der Amarapura Junction von ihr nach Westen ab, quert kurz darauf den Irrawaddy auf der Ava-Brücke und nutzt die Trasse bis Ywahtaung Junction gemeinsam mit der Bahnstrecke Mandalay–Myitkyina.
Die Strecke quert in ihrem mittleren Abschnitt im Bezirk Gangaw in der Region Magway einen gebirgigen Abschnitt in den Ponya-Taung-Bergen, der in erheblichem Maß Kunstbauten, eine bogenreiche Streckenführung und einen entsprechenden baulichen und finanziellen Aufwand erforderte. Die Steigungen und Gefälle erreichen 49 Promille, auf einem kurzen Stück sogar 65 Promille.Hettler, S. 55.
Geschichte Die Strecke zwischen Mandalay und Chaung U ist eine „Altbaustrecke“ während die davon westlich gelegenen Abschnitte in den 1990er und den 2000er Jahren entstanden. Die Querung des Irrawaddy erfolgte ursprünglich mit einem Trajekt bei Sagaing, das erst 1934 durch die Ava-Brücke ersetzt wurde.Steve Barron: Train Ferries. The Americas, Asia & Africa. Ferry Publications / Lily Publications, Ramsey 2021, ISBN 978-1-911268-41-3, S. 158 f. Es handelt sich um eine Fachwerkbrücke aus 10 Segmenten. Bei dem Erdbeben am 28. März 2025 stürzten mehrere Segmente in den Fluss. Die einzelnen Abschnitte der Strecke eröffneten wie folgt:Hettler, S. 49, 53.
Abschnitt Eröffnung Länge (km) Anmerkung Mandalay–Amarapura Junction 1888 Amarapura Junction–Ywahtaung 1. Juli 1891 Die feste Irrawaddy-Querung ging 1934 in Betrieb. Ywahtaung–Alon 15. April 1900 113,5 Alon–Chaung U 1922 Chaung U–Tawkyaungyi 30. Oktober 1993 23,4 Tawkyaungyi–Pakhokku 12. Dezember 1993 54,0 Hsinbyushin-Brücke 2004 Bereits 1999 fertiggestellt, aber erst 2004 in Betrieb genommen. Hsinbyushin-Brücke–Myaing 1993 oder 1994 Myaing–Myozoe 13. November 1994 60,7 Myozoe–Zipyar 18. März 1995 44,2 Zipyar–Kyaw 9. April 1997 50,6 Kyaw–Yemyetni 27. Januar 2007 25,0Hettler, S. 53, gibt abweichend auch 41,8 km an. In diesem Abschnitt liegt der Ponnya Taung-Tunnel Yemyetni–Gangaw 17. Juli 1996 41,8 Gangaw–Natchaung 5. Februar 1996 87,3 zunächst als Inselbetrieb eröffnet Natchaung–Kalay 23. April 1995 22,7 zunächst als Inselbetrieb eröffnet
Ursprünglich war geplant, die Strecke bis Tamu über 137,5 km weiterzuführen. Diese Planungen fielen aber den Sparmaßnahmen von 2016 zum Opfer.Hettler, S. 20, 24, 54.
Besonderheiten Irrawaddy-Brücke (Ava-Brücke)
Die Ava-Brücke südlich von Mandalay ersetzte 1934 ein Trajekt. Es handelt sich um eine Fachwerkbrücke aus 10 Segmenten. Bei dem Erdbeben am 28. März 2025 stürzten einige Überbauten in den Fluss.
Spitzkehren Im Abschnitt Zipyar–Kyaw gibt es eine Doppelspitzkehre. Diese beiden Spitzkehren gehören zu den 10, die es im Netz der Myanma Railways gibt.Hettler, S. 53.
Ponnya Taung-Tunnel Baulich am aufwändigsten war der Ponnya Taung-Tunnel. Er ist der Scheiteltunnel der Strecke in 646 m HöheHettler, S. 54. und mit einer Länge von 1710 m der längste Eisenbahntunnel in Myanmar. Die Überdeckung beträgt bis zu 254 m.Ponnya Taung Railways Tunnel Project (Weblinks). Der Tunnel liegt zwischen den Orten und Betriebsstellen Kyaw und Yemyitni, die eine 60 km lange Straße verbindet,Ponnya Taung Railways Tunnel Project (Weblinks). während die Bahnstrecke durch den Tunnel nur 25 km misst.Hettler, S. 53. Der Tunnel einschließlich der 50 und 30 m langen Einschnitte an beiden Einfahrten wurde ab 1996 erstellt und am 27. Januar 2007 vollendet.Ponnya Taung Railways Tunnel Project (Weblinks); Hettler, S. 53.
Das hauptsächliche technische Problem besteht darin, dass er überwiegend durch Sandstein- und Schieferformationen führt, die nicht sehr stabil sind. Es kam während des Baus und auch nach Streckeneröffnung mehrfach zu Erdeinbrüchen im Tunnel und zu Erdrutschen im Umfeld der Tunnelausgänge, was auch dazu führte, dass die Bauarbeiten vorübergehend eingestellt werden mussten. Unmittelbar nach der Eröffnung des Tunnels am 27. Januar 2007 kam es etwa drei Kilometer westlich des Tunnels zu einem Erdrutsch, der die Strecke stark beschädigte und mindestens bis 2016 durchgehenden Verkehr blockierte.Hettler, S. 53f.
Weblinks Ponnya Taung Railways Tunnel Project. Auf: tintlwinswe; abgerufen am 9. September 2025.
Literatur Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024, ISBN 978-91-7266-207-0.
Anmerkungen
Einzelnachweise
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