Der Ski-Club Traunstein e.V. ist ein Wintersport­verein aus Traunstein. Er wurde 1912 gegründet. Mehrere Athleten des Vereins nahmen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil.

Geschichte Der Ski-Club Traunstein wurde 1912 gegründet, hervorgegangen aus dem damaligen Wintersportverein, der sich zunächst dem Eislauf und Rodelsport widmete. Der erste Skikurs fand im Januar 1913 am Hochberg und in Ruhpolding-Maiergschwendt mit 26 Teilnehmern statt. Während des Ersten Weltkriegs kam die Vereinsarbeit weitgehend zum Erliegen, ehe 1919 die erste Mitgliederversammlung nach Kriegsende stattfand.

1920 wurde der Verein als eigene Ski­abteilung in die Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins integriert.Geschichte der Sektion Traunstein. In: Alpenvereinssektion Traunstein. 1921 pachtete der Verein eine Skihütte im Heutal als Stützpunkt.

Mit dem Bau der Bürgerwaldschanze 1925 entwickelte sich Traunstein zu einem regionalen Zentrum des Skispringens.Bürgerwaldschanze Traunstein. In: Skisprungschanzen-Archiv Die Anlage kostete rund 14.000 Mark, lag nahe dem heutigen Schwimmbad und wurde 1928 mit den Bayerischen Meisterschaften eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schanze vergrößert (K-Punkt 60 m). 1965 stellte Helmut Kurz dort den Schanzenrekord mit 61,5 m auf. Im Zuge des Baus der Traunsteiner Umgehungsstraße wurde die Anlage 1972 abgetragen, das Holz im Rahmen des olympischen Fackellaufs als Sonnwendfeuer verbrannt.

1949 erfolgte die Umbenennung in „Ski-Club Traunstein“ sowie die Eintragung ins Vereinsregister. Im selben Jahr wurde die Bürgerwaldschanze erneuert. 1950 kamen rund 8000 Zuschauer zum Eröffnungsspringen.

In den 1950er-Jahren wurde neben dem Skispringen auch der Langlauf wiederbelebt, während der alpine Bereich zunächst wenig Bedeutung hatte. Erst Ende der 1950er-Jahre begann er sich zu entwickeln. 1964 verpassten die Brüder Hans und Konrad Namberger nur knapp die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck.

Ab den 1970er-Jahren erlebte der alpine Bereich einen Aufschwung, unter anderem durch die ersten Vereinsskikurse auf der Winklmoos-Alm sowie durch die Einrichtung einer Vereinsskischule, die zunächst von Bernhard Zauner und später von Sigi Ballauf geleitet wurde. 1976 fand das erste Sommertrainingslager im Stubaital statt, das sich zu einer festen Tradition entwickelte. 1978 schafften erstmals Sportler des Vereins den Sprung in den Kader des Deutschen Skiverbandes.

1979 entstanden am Hochberg neue Schanzenanlagen, die jedoch 1988 wieder aufgegeben wurden.Hochbergschanzen Traunstein. In: Skisprungschanzen-Archiv. 2004 wurde im Sparzer Graben eine neue Jugendschanzenanlage errichtet, die aber ebenfalls nicht dauerhaft Bestand hatte.

Mitte der 1990er-Jahre wurde der Langlaufbereich reaktiviert. Daraus gingen später erfolgreiche Athleten wie Jonas Dobler hervor.

Sportliche Erfolge Hans und Konrad Namberger (Skisprung): Kandidaten für Olympia 1964. Jonas Dobler: Deutscher Meister (2017), Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang, Bronzemedaille bei der Nordischen Ski-WM 2023 in Planica. Sabrina Weilharter (Skicross): Teilnahme an den Weltmeisterschaften 2013 in Norwegen. Lisa Maria Spark (Biathlon): Siegerin im IBU Junior Cup 2019, mehrfache Medaillengewinnerin bei den Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften 2022 (Gold im Einzel, Silber in der Staffel, Bronze im Sprint). Marlene Fichtner (Biathlon): Teilnahme an den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020, Silbermedaille in der Staffel bei der Junioren-WM 2022, erste Weltcup-Erfolge in der Saison 2025/2026. Leni Dietersberger (Biathlon): Goldmedaille in der Staffel bei der Junioren-WM 2026 am Arber.

Struktur und Mitglieder Der Verein zählt rund 500 Mitglieder (Stand 2025). Er bietet die Sparten Ski Alpin, Freeski, Langlauf, Biathlon, Vereins-Skischule und Tourensport an.

Einzelnachweise

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