Die Schienenfahrzeuge im Helmstedter Braunkohlenrevier fuhren auf Strecken der Werksbahn der Firma Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) und der Elektrowerke A.G. (EWAG) im Helmstedter Braunkohlerevier südlich von Helmstedt. Diese sind vorrangig in der Spurweite von 900 mm angelegt worden, lediglich unter Tage wurde die Spurweite 500 mm,Joachim Ihme, Heinz-Jürgen Weist: Die Bahnen der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke (BKB) Helmstedt, Verlag Barteld Berga/Elster, 2021, ISBN 978-3-935961-25-7, S. 61 in den Verarbeitungsbetrieben die Feldbahnspurweite und als Anschlussbahn zu der Staatsbahn die Normalspur gewählt. Ab 1913 wurde im hessischen Braunkohlebergbau mit der Anlage von Grubenbahnen begonnen, die bis Anfang der 1990er Jahre betrieben wurden.
Nach 1921 wurde der Großteil der Strecken elektrifiziert, es gab aber auch Abschnitte ohne Fahrdraht. Zuerst wurde die Spannung von 600 V Gleichspannung gewählt, ab 1930 wurde mehrheitlich 1200 V Gleichspannung genommen. Das Miteinander der beiden Spannungssysteme hat noch nach dem Zweiten Weltkrieg für einige Komplikationen bei dem Betrieb gesorgt, denn nur die Henschel/SSW Typ Braunschweig war für beide Systeme zu verwenden. Für die nicht elektrifizierten Abschnitte wurden zuerst Dampflokomotiven verwendet, danach waren Zweikraftlokomotiven in unterschiedlichen Konfigurationen vorhanden. Nach 1945 wurden auch Diesellokomotiven beschafft. Nach dem Ende der Kohleförderung mit den Grubenbahnen wurden einige Fahrzeuge und Ausrüstungen im Besucherpark des Helmstedter Braunkohlereviers in Schöningen erhalten, einige Lokomotiven sind auch bei anderen Museumsbahnen aktiv.
Lokomotiven Helmstedter Braunkohlenrevier Elektrolokomotiven für 900 mm Spurweite
Die ersten Lokomotiven wurden für 600 V Gleichspannung beschafft, nach 1920 beschaffte man zunächst gebrauchte Lokomotiven AEG Bo Bo 44t 368 kW von der Grube Golpa für 1200 V Gleichspannung, bis dann ab 1934 der Klassiker der Kohlebahnen, die Henschel/SSW Typ Braunschweig kam, die für den freizügigen Einsatz auf allen neu aufgeschlossenen Strecken mit der Betriebsspannung 1200 V Gleichspannung und auf den alten Strecken, wie z. B. dem Tagebau Wulfersdorf als umschaltbare Lokomotive für beide Spannungssysteme eingesetzt werden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nur noch Fahrzeuge einheitlich für die höhere Spannung geliefert.