mini|hochkant|Ulrich E. Milatz Ulrich Eduard Milatz (* 12. April 1927 in Brandenburg an der Havel; † 21. Februar 2015 in Berlin) war ein deutscher Bühnenbildner und Kostümbildner.
Leben Ulrich E. Milatz war der Sohn des Kinderarztes Erich Milatz und dessen Ehefrau Gertrud (geborene Jung). 1944 wurde er noch als Schüler zum Kriegsdienst eingezogen und geriet mit 17 Jahren in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Anschließend zog er nach Karlsruhe zu seiner Großmutter mütterlicherseits und arbeitete dort zunächst als Kinoplakatmaler.
Der Wunsch, Malerei zu studieren, führte ihn nach Berlin an die Hochschule der Künste. Dort absolvierte er ein Studium der Malerei sowie des Bühnen- und Kostümbilds bei Willi Schmidt, dessen Schüler er bis zum Abschluss als Meisterschüler 1956 blieb.
Sein erstes Engagement erhielt er als Assistent bei Wieland Wagner in Bayreuth. Es folgten vier Jahre als Assistent am Düsseldorfer Schauspielhaus bei Karl-Heinz Stroux, wo auch seine ersten eigenen Bühnenbilder entstanden. Am Staatstheater Stuttgart war er zwei Jahre lang Werkstättenleiter und Bühnenbildner; dort stattete er unter anderem ein Ballett von John Cranko aus. Danach folgte ein Engagement am Staatstheater Braunschweig, wo er eine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Hanno Lunin begann.
Ab 1964 arbeitete Milatz freischaffend in Berlin. Bedeutende Arbeiten entstanden 1969 mit Die Irre von Chaillot für die Städtischen Bühnen Köln, 1971 mit Eisenwichser und 1973 mit Dachlawine für das Thalia Theater Hamburg. Besonders verbunden war er dem Stadttheater Bern, wo er dreizehn Jahre lang als Gastbühnenbildner unter Intendant Walter Oberer tätig war. Dort entwarf er unter anderem Bühnenbilder zu Mozarts La finta giardiniera (Gärtnerin aus Liebe), Le nozze di Figaro, Die Entführung aus dem Serail und Così fan tutte, zu Shakespeares Ein Sommernachtstraum sowie zu Purcells King Arthur. 1969 verfasste er das Märchenstück Die Hirtin und der Kaminfeger, das er selbst inszenierte.
Milatz arbeitete für zahlreiche deutsche Bühnen in allen Sparten – Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett und Boulevardtheater – unter anderem in Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Lübeck und bei den Bad Hersfelder Festspielen. Daneben schrieb er Kurzgeschichten, die in Berliner Tageszeitungen erschienen.
Ulrich E. Milatz verstarb 2015 im Alter von 87 Jahren in Berlin.
Werk Zwischen 1954 und 1996 schuf Milatz die Ausstattung für insgesamt 112 Schauspiele, 30 Opern, 16 Musicals, 98 Boulevardstücke, fünf Ballette, 15 Märchenstücke sowie drei Fernsehausstattungen an 36 Theatern.
Werkauswahl Bühnenbilder für Theater und Oper
1965: Das Orchester (Regie: Peter Reibel), Stuttgart 1967: Die Hochzeit des Figaro (Regie: Walter Oberer), Bern 1969: Die Irre von Chaillot (Regie: Hanno Lunin), Köln 1969: Die Hirtin und der Kaminfeger (Regie: Ulrich E. Milatz), Bern 1971: Eisenwichser (Regie: Hanno Lunin), Hamburg 1973: Dachlawine (Regie: Hanno Lunin), Hamburg 1973: Ein Sommernachtstraum (Regie: Walter Oberer, Komponist: Benjamin Britten), Bern 1976: Entführung aus dem Serail (Regie: Walter Oberer), Bern 1977: King Arthur (Regie: Walter Oberer), Bern 1977: Mord unter Freunden (Regie: Jürgen Wölffer), Berlin 1990: Barfuß im Park (Regie: Jürgen Wölffer), Berlin 1993: Die Sunny Boys (Regie: Jürgen Wölffer), Berlin
Weblinks Auswahl an Arbeiten von Ulrich E. Milatz in der Sammlung des Stadtmuseums Berlin.
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