Die Terschelling ist ein 1963 gebautes niederländisches Bojenlege- und Versorgungsschiff, das zunächst bei der Koninklijke Marine und anschließend bei Rijkswaterstaat eingesetzt wurde. Nach der Außerdienststellung 1989 kam das Schiff nach Plymouth (Vereinigtes Königreich) und wurde als Tauch- und Vermessungsschiff betrieben, unter anderem von der Firma GEOSA Ltd. Seit 2023/25 wird die Terschelling von der Hamburger Firma The Polarship GmbH als kleines Expeditionsschiff für bis zu 12 Gäste in der Arktis betrieben.De Binnenvaart – Terschelling (A 948), abgerufen am 2. September 2025.The Polarship GmbH – Offizielle Website, abgerufen am 2. September 2025. Allerdings wurde am 14. Juli 2026 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Betreiberfirma eröffnet.
Bau und Dienstzeit in den Niederlanden Die Terschelling wurde 1963 auf der Werft Zaanlandse Scheepsbouw Maatschappij in Zaandam gebaut und am 23. September 1963 vom Stapel gelassen.Nationaal Archief – Anefo-Foto vom Stapellauf, abgerufen am 2. September 2025. Das Schiff erhielt bei der Marine die Kennung A 948, wurde jedoch noch im selben Jahr an Rijkswaterstaat übergeben, wo es als Bojenleger (betonningsvaartuig) in der Küsten- und Wattregion eingesetzt war. Am 10. Januar 1989 wurde es dort außer Dienst gestellt.
Technische Daten des Ursprungszustandes: Länge 40,50 m, Breite 7,96 m, Tiefgang 3,70 m, Tonnage rund 370 t, Antrieb durch einen Bolnes-Dieselmotor mit 480 PS.
Einsatz in Großbritannien In den 1990er-Jahren gelangte die Terschelling nach Plymouth-Oreston, wo sie als Tauch- und Bergungsschiff (diving tender) durch die Firma Boston Marine genutzt wurde. Fotos dokumentieren die Ankunft am 6. Mai 1996.ShipPhotos.co.uk – Terschelling in Plymouth, 1996, abgerufen am 2. September 2025.
Die Terschelling wurde in den folgenden Jahren u. a. bei wissenschaftlichen und archäologischen Projekten eingesetzt:
1995/1996 beim Versenken und Bergen von Objekten am Plymouth Breakwater Fort.Ships Project – Tavy Wreck, abgerufen am 2. September 2025. 1997/1998 als Basisschiff des Projektes Resurgam/SubMap, Danksagung an Nigel Boston (Master of the Terschelling).Sample PDF – Resurgam Project, Archaeopress, abgerufen am 2. September 2025. 2001/2002 bei Einsätzen des autonomen Unterwasserfahrzeugs Autosub (NOC, Southampton), dokumentiert als MV Terschelling.National Oceanography Centre – The Story of Autosub, abgerufen am 3. September 2025. 2003 beim Mary-Rose-Projekt, als Versorgungs- und Survey-Plattform: „Nigel Boston and the crew of the survey vessel Terschelling …“.Sonardyne – Hersteller-Seite, abgerufen am 3. September 2025.
Planungsakten der Stadt Plymouth nennen die GEOSA Ltd. und führen die Terschelling als „specialist ship“ am Kai in Oreston.
Umbau zum Expeditionsschiff Seit 2023/25 befindet sich die Terschelling im Besitz der Hamburger Firma The Polarship GmbH. Das Schiff wird für exklusive Expeditionen in die Arktis eingesetzt und bietet Platz für bis zu 12 Gäste in sechs Doppelkabinen mit eigenem Bad. Ein umgebauter Panoramasalon (ca. 70 m²) mit großen Fenstern dient als Gemeinschaftsraum. Für Anlandungen und Tierbeobachtungen stehen zwei 5,3 m lange Zodiac-Boote mit 60-PS-Außenbordmotoren zur Verfügung. Das Schiff verfügt über eine Eisklasse (Ice Class 1) und ist für den Einsatz in arktischen Gewässern geeignet.The Polarship – Schiffsbeschreibung, abgerufen am 2. September 2025.
Verwechslungsgefahr Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Terschelling (Baujahr 1988, IMO 8802662), einem größeren Bojenleger von Rijkswaterstaat/Kustwacht.De Binnenvaart – Schiffsregister, abgerufen am 3. September 2025.
Weblinks
Offizielle Website der The Polarship GmbH
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsschiff (Niederlande) Kategorie:Motorschiff