Kari Olavi Sakari Rakkola (* 31. Dezember 1960 in Helsinki) ist ein finnischer Schauspieler und Theaterregisseur, der seit 1992 vorwiegend in Wien lebt und arbeitet.
Leben Kari Rakkola wuchs in Helsinki auf. Er ist seit Anfang der 1980er Jahre als Schauspieler tätig. Seine Ausbildung erhielt er unter anderem an der Theaterakademie Helsinki und am Odin Theater in Dänemark. Darüber hinaus absolvierte er eine Fachausbildung für Körpertheater u. a. bei Eugenio Barba (Grotowski-Methode) und Yves Lebreton (Decroux-Methode).
In den Jahren 1981–1992 hatte Rakkola verschiedene feste Engagements in Finnland, unter anderem beim Teatteri 41, beim Stadttheater Seinäjoki, beim Stadttheater Rauma und beim Stadttheater Kotka. Als Freelancer wirkte er in den Jahren 1984–1987 überdies in Film- und Fernsehproduktionen mit und war in mehreren Theatern tätig, unter anderem am Finnischen Nationalheater.
Rakkola zog 1992 nach Österreich, um hier als Schauspieler in den Bereichen Theater, Film und Fernsehen sowie als Theaterregisseur zu arbeiten. Von 1993 bis 2003 war er im Odeon Theater Mitglied im Ensemble Serapionstheater.
In Filmen wird er oft als Bösewicht bzw. in extremen Charakterrollen besetzt. Die deutsche Filmzeitschrift VIRUS verlieh ihm 2007 für seine Mitwirkung im Film Auf bösem Boden den Titel „Newcomer-Killer des Jahres“.
Rakkola gründete die Theatergruppe Zenith Productions, die sich vor allem mit sozial- und gesellschaftspolitischen Themen beschäftigt. Unter seiner Regie produzierte er mit Zenith Productions auch von 2015 bis 2024 experimentelles multikulturelles Sommertheater im Innenhof des Palais Schönborn.
Neben seiner Arbeit als Schauspieler und Regisseur übte Rakkola stets auch Lehrtätigkeiten im Bereich Körpersprache und Bewegungslehre mit Schwerpunkt auf der Grotowski-Methode aus. Unter anderem unterrichtete er an der diverCITYLAB Akademie in Wien, der Sibelius Akademie in Helsinki sowie in Ägypten und Frankreich. 2007 begann er als Lehrer für Körpersprache und Körper-Dramatikprojekte an Österreichs ältester privater Theaterschule, der Schauspielschule Krauss in Wien.
Gelegentlich wirkt er als Sänger und Conférencier beim Tango Mononen Orchester in Wien mit.
Ausgewählte Theaterarbeiten
Herr Puntila und sein Knecht Matti (Matti), Regie Erkki Aura Romeo und Julia (Romeo), Regie Ossi Räikkä Don Cristobal (Don Cristobal), Regie Pauli Joronen Ronja Räubertochter (Birk), Regie Markku Savolainen 17 + 4 (Theaterdirektor), Regie Erwin Piplits, Odeon, Wien 1995 Kullervo (Kullervo), Regie Kari Rakkola, Odeon, Wien 1995 Die Irre von Chaillot (Lumpensammler), Regie Peetra Jendrzejek, Theater Sägewerk, Aspang 2008 Urheat (Marko Tapper), Regie Katariina Lahti, Stadttheater Seinäjoki 2010 Vater Donau, Tochter Au (Vater Donau), Regie Kristine Tornquist, Sirene Operntheater 2014 + 2015 Die Reichsgründer oder das Schmürz (Schmürz), Regie Babett Arens, Theater Scala Wien 2018 Minihorror (Mini), Regie Aslı Kışlal, diverCITYLAB / Theater am Werk Wien 2023 Nach der Wahl sind wir nicht mehr so lustig, Regie Aslı Kışlal, diverCITYLAB / Kosmos Theater Wien 2024
Ausgewählte Filmografie (Film und TV)
1990: Rundi 1996: Päärooli 1996: Hyvä veli 1999–2006: Tom Turbo 2000: Heimkehr der Jäger 2003: MA 2412 – Die Staatsdiener 2005: Ainoa 2006: Kupetzky 2007: Auf bösem Boden 2008: Harvoin tarjolla 2009: L’affaire Farewell 2012: Vier Frauen und ein Todesfall 2013: Hopped Up – Friedliche Droge 2016: Angriff der Lederhosenzombies 2017: Die Migrantigen 2020: Beautiful Wounds 2021: Schachnovelle 2023: Die Theorie von Allem 2023: Mandy und die Mächte des Bösen 2024: Biester 2024: Der Metzger – Mordstheater 2025: Schrille Nacht 2
Auszeichnungen 2024 Nominierung Nestroy-Preis in der Kategorie „Beste Off-Produktion“ für „Minihorror“ (Ensemblemitglied, Rolle Mini; von Barbi Marcović, Inszenierung Aslı Kışlal, Koproduktion diverCITYLAB und Theater am Werk) 2025 Kulturpreis der Sylvi-Kekkonen-Stiftung
Weblinks Seppälä, Riitta; Tainio, Ilona: Suomen teatterit ja teatterintekijät – Yhteisö- ja henkilohakemisto. Suomen Teatterijärstejöjen Keskusliiton julkaisu. Helsinki: Tammi, 1993. ISBN 951-31-0236-X, S. 360–361. (finnisch) Teatterin tiedotuskeskus, Like Kustannus (Hrsg.): Teatterit ja teatterintekijät 2005 / I Thalias tjänst. Helsinki: Like, 2005. ISBN 952-471-629-1, S. 560. (finnisch) Kari Rakkola Internet Movie Database (IMDb) (englisch) Kari Rakkola diverCITYLAB
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Finnland) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Finne Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann