mini|hochkant|Wappen derer von Reumondt von 1649 im Österreichischen Staatsarchiv mini|hochkant|Johann von Reumont († 1672) Reumondt (auch Reumont) ist der Name eines erloschenen, aus Frankreich und der Wallonischen Region stammenden westfälischen Adelsgeschlechts, das später auch in Bayern ansässig war.

Die Familie ist von den wappenverschiedenen, 1846 in den preußischen Adelsstand erhobenen Reumont zu unterscheiden, auch wenn Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke die Familien fälschlicherweise vermischen.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 7: Ossa–Ryssel, Leipzig 1867, S. 464 (Google Bücher).Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 285 (digitale-sammlungen.de).

Geschichte Das Geschlecht führt seinen Namen nach dem französischen Ort Reumont. Stammvater des Geschlechts in Westfalen ist der in Wallonien geborene Johann von Reumondt († 1672), der während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück Oberst-Feldwachtmeister und Stadtkommandant von Münster war. Die Aufgabe erfüllte er so „rühmlich“, dass er am 23. Februar 1649 von Kaiser Ferdinand II. ein Diplom erhielt, in dem Johann von Reumondts alter Adel anerkannt und er, verbunden mit einer Wappenbesserung, in den „uralten Ritterstand“ des Reichs und der kaiserlichen Erblande erhoben wurde.Seyler (1911), S. 40.AT-OeStA/AVA Adel RAA 342.37. Nachdem er seinen Dienst quittiert hatte, lebte auf seinem 1656 erworbenen Gut Holthausen bei Wolbeck oder in Münster, wo er 1672 starb und in der Lambertikirche begraben wurde.

Johann von Reumondt war dreimal verheiratet. In erster Ehe heiratete er Philibert d'Awans. Aus der Ehe stammen fünf Söhne. Aus zweiter Ehe mit Maria Dreihues aus einer münsterischen Bürgerfamilie stammte der 1637 geborene Sohn Johann Albert von Reumondt. In dritter Ehe war er mit einer Johanna Sabina Catharina vermählt, deren Familiennamen unbekannt ist. Aus dieser Ehe stammten die Söhne Gerhard Cornelius und Joachim Dietrich von Reumondt, beide später auch fürstbischöfliche Offiziere. Johann von Reumondts ältester Sohn, Johann Chevalier de Reumondt auf Nanyren, Frenoy und Pinge in Luxemburg nahm das Adelsdiplom von 1649 mit nach Luxemburg. Ein Notar behielt eine Abschrift, welche dieser 1687 der Witwe des zweitjüngsten Sohnes, des Hauptmanns Gerhard Cornelius von Reumondt, aushändigte. Franz Carl von Reumondt († 1751 in Schwabach), 1734 brandenburg-ansbachischer Oberamtmann zu Creglingen, 1742 nach Schwabach versetzt, Geheimrat und Obrist-Jägermeister, war ein Urenkel Johann von Reumondts. Karoline Eleonore Wilhelmine von Reumondt († 1809 in Ansbach) war mit einem Freiherrn von Crailsheim heiratet.

Persönlichkeiten Johann von Reumondt († 1672), Obrist und Stadtkommandant von Münster Franz Carl von Reumondt († 1751), brandenburg-ansbachischer Oberamtmann zu Creglingen und Schwabach

Wappen Blasonierung des Wappens von 1649: Von Gold geviert mit einem silbernen Herzschild, darin ein grüner Kranz. Felder 1 und 4 ein doppelt gekrönter schwarzer Doppeladler; Felder 2 und 3 ein roter Sparren. Zwei gekrönte Helme: I. mit schwarz-goldenen Helmdecken der gekrönte schwarze Doppeladler wachsend; II. mit rot-goldenen Decken ein goldener wachsender Löwe, anstatt der Zunge ein grüner Olivenzweig.

Max von Spießen stellt den Mittelschild in Gold und den Löwen mit normaler Zunge dar. Außerdem verwechselt er die Tingierung der Decken.Spießen (1901–1903), S. 104. Der Ort Reumont in Nordfrankreich führt das Familienwappen leicht abgewandelt (einfacher schwarzer Adler) als Ortswappen.

Literatur Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 1. Abt., T. 3: Abgestorbener Bayerischer Adel, 3. Teil, Nürnberg 1911, S. 40 (uni-goettingen.de) und Tfl. 25 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 104 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 259 (hhu.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 342.37 Reumondt, Johann von, Oberster Feldwachtmeister, Adelsbestätigung, Ritterstand für das Reich und die Erblande, Wappenbesserung, 1649.02.23.

Einzelnachweise

Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht