Die elektrische Tagebaulokomotive AEG Bo Bo 46t 376 kW wurde 1924 bei AEG als Einzelstück gefertigt. Die Lokomotive wurde für die Regiser Kohlewerke für das Spannungssystem von 1000 V gebaut und später auf 1200 V umgebaut. Betrieben wurde die Lokomotiven bis Anfang der 1960er Jahre unter der Betriebsnummer 1-105/46-A2, danach ausgemustert und verschrottet.

Geschichte Vorkriegsgeschichte

Für die Regiser Kohlewerke wurde laut Tagebau-Lokomotiven von AEG eine Lokomotive für das Spannungssystem 1100 V Gleichspannung und mit einer Leistung von 376 kW sowie 46 t Gewicht gebaut. Laut der Lieferliste handelt es sich hierbei um die Lokomotive AEG 2843.Auflistung der von AEG gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden) Die Lokomotive war geringfügig stärker als die AEG Bo Bo 44t 368 kW und glich bis auf eine andere Stirnpartie und der höhere Masse maßlich diesen Lokomotiven. Weitere Lokomotiven mit diesen Leistungskriterien sind nicht bekannt. Die elektrischen Fahrmotoren dieser Baureihe wurden vielfach für die Leistungssteigerung der Lokomotiven mit 44 t für ein neues Aufgabengebiet mit genützt.Geschichts- und Heimatverein Borna: Datenliste Tagebaulokomotiven BKW Großzössen, Tabelle E-Loks Werk GolpaCurt Hanfland, Der neuzeitliche Maschinenbau, 4. Teil, Die Verkehrsmaschinen, Literaturwerke Max Lippold, Leipzig, 1929 Die Entwicklung von Tagebaulokomotiven bei AEG ging Ende der 1920er Jahre zu noch stärkeren und leistungsfähigeren Lokomotiven bis hin zu Dienstmassen von 52 t bzw. Leistungen von 448 kW.

Nachkriegsgeschichte

Von der nach dem Krieg im DDR-Bergbaubezeichnungssystem als 1-105/46-A2 geführte LokomotiveGeschichts- und Heimatverein Borna: Datenliste Tagebaulokomotiven BKW Großzössen, Datenliste AEG 46t finden sich außer der Erwähnung des Einsatzes im Tagebau Schleenhain, wo um 1961 eine AEG-Lokomotive für 46 t erwähnt wird,Frank Barteld Kohlebahnen im Meuselwitz-Rositzer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2013, ISBN 978-3-935961-15-8, S. 110 keine weiteren Informationen. Um 1965 werden keine Altbaulokomotiven mehr in Schleenhain erwähnt. Die Lokomotive war wie viele andere Vorkriegsmaschinen nach dem Krieg zunächst unverzichtbar und schon mit dem neuen Spannungssystem von 1200 V versehen, wurde danach mit dem Aufkommen der Neubaulokomotiven zunächst für den Hilfsfahrdienst verwendet und um die 1960er Jahre ausgemustert.

Im Bereich des Tagebau Golpa-Nord und Tagebau Bergwitz werden auch AEG-Lokomotiven mit 46 t Dienstgewicht erwähnt, und zwar die AEG-Fabriknummern 2076 (1-50/46-A2), 2068 (1-47/46-A2), 2069 (1-48/46-A2) und 2070 (1-49/46-A2). Bei diesen Lokomotiven handelt es sich jedoch um Lokomotiven AEG Bo Bo 44t 368 kW mit einem nachträglich angebrachten Zusatzgewicht. Von AEG hat die Grube Golpa nur Lokomotiven für 44, 48 und 52 t erhalten.

Technik Mechanik mini|links|Blick auf die Führerhausrückseite mit Schaltanlage, Führerbremsventil und Handbremse einer zeitgemäßen AEG-Tagebaulokomotive Der mechanische und elektrische Teil wurde von der AEG gebaut. Merkmal der Tagebaulokomotiven von AEG waren die Führerhausseitenfenster neben den Führerhaustüren. Die Lokomotive hatte einen Oberrahmen mit dem Führerhaus und der Maschinenanlage. Die Drehgestelle mit den Fahrmotoren in Tatzlagerbauart waren über kugelförmige Drehzapfen mit dem Oberteil verbunden. Die Lokomotive zeigte eine große Ähnlichkeit mit der 44 t-Lok und hat etwas stärkere Motoren für mehr Leistung und Anfahrzugkraft. Das brachte ein Mehrgewicht um zwei Tonnen mit sich.

Die Vorderfront war anders gestaltet. Zur direkten Federung der Achslager im Drehgestell wurden Blattfedern ohne Achslastausgleich verwendet, die oberhalb der Achslager angebracht waren. Die Mittelpufferkupplung war an den Drehgestellen befestigt. Die Lokomotive besaß zwei Kompressoren vom Typ VV 100/75 und einen Lüfter zum Kühlen der Fahrmotoren. Damit wurde die pneumatische Bremse beaufschlagt, die als Klotzbremse auf alle Radsätze wirkte und als indirekte Bremse zur Zugbremsung mit diente. Außerdem wurden die Lokpfeife und die Druckluftglocke damit bedient.Prof. Dr.-Ing. G.Klingenberg: Bau großer Elektrizitätswerke, Dritter Band, Das Kraftwerk Golpa, Springer-Verlag, 1920, S. 28

Elektrik

Die elektrische Ausrüstung war einfach sowie übersichtlich aufgebaut und angeordnet; sie bestand aus Gleichstromtechnik, wo über die elektrische Spannung von der Fahrleitung über den Nockenfahrschalter mit der Widerstandssteuerung die elektrischen Fahrmotoren angetrieben wurden, die als Reihenschlussmaschinen ausgeführt waren. Seitens der Lieferliste AEG befindet sich keine Erwähnung der Fahrmotoren in der Lieferliste.Auflistung der von AEG gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden) Auf den Vorbauten saßen ursprünglich zwei diagonal versetzte Stromabnehmer. Vor den Stromabnehmern waren der Motorkompressor und die Luftbehälter auf dem Vorbau angeordnet, die Widerstandssteuerung befand sich unterhalb der Stromabnehmer. Bei späteren Umbauten passte man sich den Einsatzbedingungen der aktuellen Förderbahnen an, und die Lokomotiven wurden mit zwei Hauptstromabnehmern in der Mitte und vier kleineren, daneben liegenden Seitenstromabnehmern, die schräg gelagert waren, ausgerüstet. Elektromechanische Schütze schalteten die Hilfsbetriebemotoren. Die Steuer- und Beleuchtungsspannung betrug 24 V.

Literatur Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft: Elektrische Tagebaulokomotiven, 1952, BTJ 5741 Curt Hanfland, Der neuzeitliche Maschinenbau, 4. Teil, Die Verkehrsmaschinen, Literaturwerke Max Lippold, Leipzig, 1929 Geschichts- und Heimatverein Borna: Datenliste Tagebaulokomotiven BKW Großzössen

Weblinks

Internetseite über den Tagebau Witznitz auf ostkohle.de

Einzelnachweise

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