Karl-Heinz Richheimer (* 31. Januar 1920 in Güstrow; † 8. März 1993 in Hamburg) war ein deutscher Maler und Schriftsteller.
Leben und Werk Karl-Heinz Richheimer, auch Heiner genannt, wurde 1920 in Güstrow, Mecklenburg-Schwerin geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Artur Richheimer (1885–1960) und Emma Sophie Elfriede Richheimer, geb. Ebel (1891–). Er hatte eine etwa 3 Jahre jüngere Schwester.
Um 1923/24 zog die Familie Richheimer von Güstrow nach Hamburg.
Er besuchte das Realgymnasium und die Mittelschule, die er aber letztendlich abbrechen musste. Dem als „nichtarisch“ geltenden Heinz Richheimer wurde in den 1930er-Jahren aufgrund dessen, dass sein Vater Jude war, sowohl die weitere Schulausbildung als auch eine Berufsausbildung verwehrt. Sein künstlerisches Talent ermöglichte es ihm, seinen Lebensunterhalt zunächst als Plakatmaler und Dekorateur zu verdienen. Anfang der 1940er-Jahre begann er ein illegales Studium beim deutschen Maler Ivo Hauptmann, dem ältesten Sohn des Dramatikers und Schriftstellers Gerhart Hauptmann.
Um dem Nationalsozialismus entgegenzutreten, bildete er 1942 zusammen mit einigen Freunden eine Widerstandsgruppe, die auch in Kontakt zu anderen Widerstandsgruppen innerhalb Hamburgs stand. Nachdem die Gruppe 1944 verraten wurde, erfolgte die Verhaftung und Einlieferung in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, in dem bereits seit 1933 ein Teil als KZ genutzt wurde. Nach Bombenangriffen auf Hamburg erfolgte am 6. Juni 1944Das Datum wurde dem Wikipedia-Artikel Felix Jud entnommen. Beide befanden sich auf demselben Transport. eine Verlegung ins KZ Neuengamme, südöstlich von Hamburg. Weitere Widerstandskämpfer aus dem Freundeskreis Richheimers, wie Jürgen Friedemann, Max Kristeller und Felix Jud befanden sich ebenfalls auf diesem Transport. Neuengamme erwies sich für Richheimer und Friedemann nur als Zwischenstation. Einige Wochen später erfolgte ein weiterer Transport zum KZ Mauthausen, 20 Kilometer östlich von Linz in Österreich, mit dem Sonderbefehl „RU“ (Rückkehr unerwünscht).
Heinz Richheimer nutzte in der Haft sein zeichnerisches Talent und fertigte Portraits seiner Bewacher an. So konnte er offenbar seine Haftbedingungen verbessern. Doch als man aus Hamburg nach seinem Verbleib fragte und verwundert darauf reagierte, dass er noch lebte, wurde er im KZ Mauthausen der Folter ausgesetzt.
Richheimer überlebte seine KZ-Aufenthalte und machte sich nach seiner Befreiung, zusammen mit Jürgen Friedemann, zu Fuß auf die etwa 800 Kilometer lange Wegstrecke in seine Heimat. Nachdem er sich von den Strapazen seiner Haft erholt hatte, wendete er sich wieder seinen künstlerischen Aktivitäten zu und betätigte sich zudem als Schriftsteller und Regisseur.
Seine Eltern versteckten sich bis zum Ende des Krieges in einer Wohnung in Hamburg und entgingen so der Verfolgung.
Karl-Heinz Richheimer war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Margaret Richheimer, geb. Eguiguren (1930–1979). Sie verstarb am 18. Februar 1979. Nur wenig später heiratete Richheimer erneut. Man trennte sich aber bereits nach wenigen Jahren.
Ausstellungen 1945: Erste öffentliche Ausstellung in Hamburg. 1956/57 Wandgemälde in Sgraffito-Technik (an mehreren Orten in Hamburg) 1980: Erotische Zeichnungen 1983–1992: Die "Corinna-Bilder".
Literatur
Weblinks Schreibtischtäter: Mappenwerk im Bleimantel
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Hamburg) Kategorie:Autor Kategorie:Person der Weißen Rose Hamburg Kategorie:Häftling im KZ Fuhlsbüttel Kategorie:Häftling im KZ Neuengamme Kategorie:Häftling im KZ Mauthausen Kategorie:Verurteilte Person (NS-Opfer) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann