Nidwalden (Kürzel NW, in einheimischer Mundart Nidwoudä, Nidwaldä, ) ist ein deutschsprachiger Kanton der Schweiz, der zur Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz) zählt. Der Hauptort und zugleich einwohnerstärkste Ort ist Stans.

Nid- und Obwalden bilden zusammen Unterwalden, einen der drei Urkantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft, woher die ältere Bezeichnung Unterwalden nid dem Wald rührt. Der im Kantonsnamen angesprochene Wald ist der Kernwald nördlich von Kerns.

Geographie Höchste Erhebung des Kantons ist das Rotstöckli mit , das orografisch zu den Urner Alpen gehört. Die grössten Teile des Kantons gehören aber zu den Unterwaldner Voralpen, einem Teil der Zentralschweizer Voralpen. Der tiefste Punkt mit ist der Seespiegel des Vierwaldstättersees.

Nidwalden befindet sich im Zentrum der Schweiz. Im Norden ist der Binnenkanton durch den Vierwaldstättersee begrenzt, in allen anderen Richtungen durch Bergketten. Angrenzende Nachbarkantone sind Luzern, Obwalden, Uri, Schwyz und Bern. Der Kanton umfasst elf politische Gemeinden.

Bevölkerung Die Einwohner des Kantons werden Nidwaldner genannt. Per betrug die Einwohnerzahl des Kantons Nidwalden . Die Bevölkerungsdichte liegt mit Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem Schweizer Durchschnitt ( Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am auf Prozent, während landesweit Prozent Ausländer registriert waren. Die Arbeitslosenquote betrug per 30. Mai 2025 1,1 Prozent gegenüber 2,8 Prozent auf eidgenössischer Ebene.

Bevölkerungsentwicklung von Nidwalden seit 1799 Quelle: Volkszählungen (1850–2000 Eidgenössische), Bundesamt für Statistik (seit 2010)

Sprachen Amtssprache im Kanton Nidwalden ist Deutsch. 2017 gaben 92,1 Prozent der Bevölkerung Deutsch bzw. Schweizerdeutsch als Hauptsprache an.Sprachen und Religionen im Jahr 2017: Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Hauptsprachen und Kanton, Bundesamt für Statistik (BFS), für den Zeitraum 2017, vom 29. Januar 2019, abgerufen am 11. September 2019

Die Nidwaldner Mundart ist höchstalemannisch. Ortsdialektale Unterschiede lassen sich etwa am Zahlwort «fünf» demonstrieren: fiif sagt man in Hergiswil, fììf in Stans und feyf in Wolfenschiessen.Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band II, Karte 125 (fünf). Da die unteren Teile des Kantons heute im Einzugsgebiet Luzerns liegen, stehen die herkömmlichen Ortsdialekte allerdings unter dem Druck des Luzerndeutschen.

Religionen – Konfessionen Der Kanton Nidwalden ist ein mehrheitlich katholischer Kanton. Bei einer Gesamtbevölkerung von 43'223 waren im Jahr 2018 28'363 Einwohner (65,6 %) römisch-katholisch. 4'336 Einwohner (10,0 %) waren evangelisch-reformiert. Die katholischen Kirchgemeinden gehören zum Bistum Chur, die reformierten zur Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden.

Abgesehen von den beiden Landeskirchen (römisch-katholische und evangelisch-reformierte Kirche) liegen seit der Volkszählung 2000 keine Zahlen zur Religionsgzugehörigkeit der Gesamtbevölkerung im Kanton mehr vor. Das Bundesamt für Statistik führt jedoch Stichprobenerhebungen durch,Seit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Nidwalden auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass die Resultate der Erhebungen ein Vertrauensintervall aufweisen. Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) für den Kanton Nidwalden mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche, deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden. bei welchen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton Nidwalden erfasst werden. Bei der bisher letzten Stichprobenerhebung gab rund ein Viertel der befragten Personen ab 15 Jahren im Kanton Nidwalden an, keiner Landeskirche anzugehören. Zudem unterscheidet sich gemäss der Erhebung das Religionsbekenntnis der Bevölkerung zum Teil deutlich, werden die Staatsangehörigkeit und Herkunft der Befragten berücksichtigt:

+ Nidwaldner Bevölkerung ab 15 Jahren nach Religionsbekenntnis und Staatsangehörigkeit/Herkunft, 2022 (Stichprobenerhebung: gerundete Angaben in Prozent) Religion TotalderBefragten Schweizer Staats-angehörigkeit Schweizer ohne Migrations-hintergrund Schweizer mit Migrations-hintergrund Christentum 72 78 80 56 – römisch-katholisch 59 65 69 37 – evangelisch-reformiert 10 11 11 10 – andere christliche Konfession 3 2 1 9 andere Religionen 4 1 1 11 – islamisch 3 1 0 11 – übrige Religionsgemeinschaften 1 0 1 0 konfessionslos 24 20 19 30 übrige/keine Angabe 1 1 0 3

Politik Im Unterschied zur alten Bundesverfassung, in der Nidwalden als «Halbkanton» aufgezählt war, wird Nidwalden in der Bundesverfassung vom 18. April 1999 als «Kanton» aufgeführt. Es gilt der Grundsatz der rechtlichen Gleichstellung der Kantone. Allerdings existieren zwei Einschränkungen zum Gleichheitsprinzip: Den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Obwalden und Nidwalden kommen bei der Vertretung im Ständerat sowie bei der Ermittlung des Ständemehrs beim obligatorischen Referendum lediglich das halbe Gewicht zu.

Verfassung Die Verfassung des Kantons Nidwalden (bis 2010: Verfassung des Kantons Unterwalden nid dem Wald) wurde 1965 erlassen und seither mehrfach geändert.

Direktdemokratische Volksrechte Erlass und Änderung der Verfassung, sodann Gesetzeserlasse und -änderungen, soweit ein «Gegenantrag» aus der «Aktivbürgerschaft» vorliegt, und Ausgabenbeschlüsse über einmalige Ausgaben von mehr als 5 Millionen Schweizer Franken bzw. jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 500'000 Franken unterliegen zwingend der Volksabstimmung (obligatorisches Referendum).

Die übrigen Gesetzeserlasse und -änderungen, die interkantonalen Verträge, Ausgabenbeschlüsse über einmalige Ausgaben von mehr als 250'000 Franken bzw. jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 50'000 Franken sowie die Festlegung des Steuerfusses unterliegen der Volksabstimmung, wenn es von 250 Aktivbürgern verlangt oder vom Landrat beschlossen wird (fakultatives Referendum).

Die Aktivbürgerschaft kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 250 Aktivbürger einen dahingehenden Vorschlag («Antrag») unterstützen. Für eine Teilrevision der Verfassung braucht es die Unterstützung von 500, für die Totalrevision der Verfassung diejenige von 1000 Aktivbürgern (Volksinitiative).

Die traditionelle Landsgemeinde und mit ihr das obligatorische Gesetzesreferendum wurden 1996 abgeschafft.

Legislative – Landrat

Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist das Landrat genannte Kantonsparlament. Der Landrat umfasst 60 Sitze und wird nach dem Proporzwahlverfahren auf eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt. Die Sitzzuteilung erfolgt seit 2014 nach dem System des doppeltproportionalen Zuteilungsverfahrens (Doppelproporz). Die letzten Wahlen in den Landrat fanden am 8. März 2026 statt. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) mit 17 Sitzen die FDP.Die Liberalen mit 15 Sitzen bilden zusammen eine rechtsbürgerliche Mehrheit. Die dritte grosse bürgerliche Partei ist Die Mitte mit ebenfalls 15 Sitze. Wichtigste linke Kraft sind die Grünen Nidwalden (GN) mit fünf Sitzen. Die Grünliberalen haben ebenfalls fünf und die Sozialdemokratische Partei (SP)/Juso drei Sitze. Ergebnisse der Wahlen 2010 bis 2026: Partei 2010 2014 201820222026 Sitzverteilung 2026 Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze ProzentSitzeProzentSitzeProzent FDP.Die Liberalen (FDP) 17 27,8 15 24,2 17 28,01626,31524,3 Die Mitte (bis 2021 CVP) 18 31,1 17 29,1 16 26,71525,91525,3 Schweizerische Volkspartei (SVP) 19 26,6 17 29,1 15 25,91524,31727,9 Grüne Nidwalden (GN) 5 11,9 8 12,8 8 13,4711,259,0Grünliberale Partei (GLP)––––––58,059,0 Sozialdemokratische Partei und Juso (SP/Juso) 1 2,1 3 4,8 3 4,523,034,4 Parteilos (Pierre Nemitz) – – – – 1 1,500,8––

Exekutive – Regierungsrat Ausführendes Organ (Exekutive) ist der Regierungsrat; er besteht aus sieben Personen. Der Regierungsrat wird auf vier Jahre im Majorzwahlverfahren gewählt. Der Vorsitzende des Gremiums heisst Landammann, in der weiblichen Form Frau Landammann, der Vizepräsident Landesstatthalter. Beide werden für ein Jahr gewählt.

Die Nidwaldner Regierung setzt sich für die Amtszeit von 2026 bis 2030 aus drei Vertretern der Mitte, zwei Vertretern der SVP und je einem Vertreter der FDP und der GLP zusammen. Bereits vor dem offiziellen Wahltermin vom 8. März 2026 wurden alle sieben Kandidierenden in stiller Wahl gewählt, darunter sechs Bisherige und Armin Odermatt (SVP) als Ersatz für den abtretenden Parteikollegen Res Schmid.

+ Mitglieder des Nidwaldner Regierungsrates (Amtszeit 2026 bis 2030) Regierungsrat Funktion Partei Direktion Karin Kayser-Frutschi Landammann Mitte Justiz- und Sicherheitsdirektion Joe Christen Landesstatthalter FDP Landwirtschafts- und Umweltdirektion Othmar Filliger Mitglied Mitte Volkswirtschaftsdirektion Michèle Blöchliger Mitglied SVP Finanzdirektion Therese Rotzer-Mathyer Mitglied Mitte Baudirektion Peter Truttmann Mitglied GLP Gesundheits- und SozialdirektionArmin OdermattMittgliedSVPBildungsdirektionAls Landschreiber fungiert Armin Eberli.

Judikative – Rechtsprechung Die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit wird in erster kantonaler Instanz vom Kantonsgericht, in zweiter kantonaler Instanz vom Obergericht ausgeübt. In den meisten zivilrechtlichen Angelegenheiten geht dem Gerichtsverfahren ein Schlichtungsversuch vor der kantonalen Schlichtungsbehörde voran. Verfassungsgericht ist das Obergericht. Präsidentin des Obergerichts ist seit dem 1. Juli 2019 Livia Zimmermann.

Die Gerichtsbarkeit bei verwaltungs- und sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten wird durch das Verwaltungsgericht ausgeübt.

Verwaltungsgliederung

mini|Gemeinden des Kantons Nidwalden

Nachfolgend aufgelistet sind alle elf politischen Gemeinden per :

Politische Gemeinde Einwohner Stans 8357 Hergiswil 6322 Buochs 5475 Ennetbürgen 5305 Stansstad 4925 Beckenried 3691 Oberdorf 3068 Ennetmoos 2319 Wolfenschiessen 2120 Dallenwil 1869 Emmetten 1655

Der Kanton Nidwalden kennt keine Einteilung in Bezirke. Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt den gesamten Kanton als einen Bezirk unter der BFS-Nr. 0700.

Eidgenössische Parlamentarier

Der Kanton Nidwalden stellt je einen National- und Ständerat. Die Nidwaldner Vertretung im Ständerat ist seit 30. November 2015 der FDP-Politiker Hans Wicki. Als Nationalrätin amtiert seit 4. Dezember 2023 Regina Durrer-Knobel (Die Mitte).

Wirtschaft 2020 betrug das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2'867 Millionen Schweizer FrankenBruttoinlandsprodukt (BIP) nach Grossregion und Kanton, Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 3. Juli 2023 und damit pro Einwohner 66'209 Schweizer Franken.Kantonales Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner, Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 3. Juli 2023 2019 wurden 24'606 Beschäftigte im Kanton Nidwalden gezählt, wovon 1'193 auf den primären (Urproduktion), 6'749 auf den sekundären (Industrie) und 16'664 auf den tertiären Sektor (Dienstleistung) entfielen. 4'123 Arbeitsstätten wurden 2019 im Kanton gezählt (davon 450 im primären, 562 im sekundären und 3'129 im tertiären Sektor). Die Arbeitslosenquote belief sich per auf  Prozent gegenüber  Prozent auf eidgenössischer Ebene.

Erster Sektor Bis ins 20. Jahrhundert war Nidwalden wirtschaftlich von der Landwirtschaft dominiert. Vieh und Käse wurden vor allem nach Norditalien exportiert.

Traditionelle Betriebe in Land- und Forstwirtschaft sind immer noch bedeutsam. Die Landwirtschaft ist auf Viehzucht und Milchprodukte spezialisiert. Die Bauernbetriebe sind noch immer Familienbetriebe. Im Jahr 2022 wurden 22,9 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch 80 Betriebe biologisch bewirtschaftet.

Zweiter Sektor