Gulbadan Begum (; 1522/1523 – 1603) war eine Mogulprinzessin, Tochter des Dynastiegründers Babur, und die Verfasserin des persischen Aḥvāl-i Humāyūn Pādschāh (Humāyūn-nāma), einer der frühesten erhaltenen Prosadarstellungen einer Frau aus dem Mogulreich. Der einzige überlieferte Textzeuge (British Library Or. 166) bricht 1553 abrupt ab. Gulbadans Erinnerungen gelten als seltene Innenperspektive auf Hof- und Haremsleben der Frühzeit des Mogulreichs und wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Annette S. Beveridges englische Ausgabe weithin rezipiert (Erstdruck 1902).
Leben Gulbadan wurde in Kabul als Tochter Baburs und Dildar Begums geboren und wuchs in einem peripatetischen Hofverband auf, der zwischen Kabul und Nordindien pendelte. In Akbars Regierungszeit lebte sie am Hof und gehörte zum engsten Familienkreis des Kaisers.
Im späten 16. Jahrhundert führte Gulbadan eine Gruppe von Hofdamen auf die Pilgerfahrt nach Mekka; die Reise begann 1576/77 in Surat und dauerte mehrere Jahre. Wegen ihrer großzügigen Almosen und der öffentlichen Aufmerksamkeit verfügte Sultan Murad III. schließlich die Ausweisung der Gruppe aus den Heiligen Städten. Auf der Rückfahrt erlitt der Tross Schiffbruch bei Aden; die Rückkehr nach Indien gelang erst 1582. Gulbadan starb 1603, nach Jahrzehnten an den Höfen Baburs, Humayuns und Akbars.
Wirken Auf Bitte ihres Neffen Akbar verfasste Gulbadan ihre Erinnerungen an Babur und Humayun; daraus entstand das Aḥvāl-i Humāyūn Pādschāh (Humāyūn-nāma), eine in schlichter persischer Prosa gehaltene Hof- und Familiengeschichte mit seltenem Blick aus der Frauenwelt der Mogulzeit. Das einzige bekannte Manuskript (Or. 166) der British Library ist höchstwahrscheinlich eine Früh-17.-Jahrhundert-Abschrift, gelangte 1868 aus der Sammlung des Kolonialbeamten G. W. Hamilton in das British Museum, wurde digital zugänglich gemacht und bricht auf Folio 83 mitten im Satz ab. Die maßgebliche frühe englische Übersetzung und eine Edition der persischen Vorlage veröffentlichte 1902 Annette S. Beveridge; seither ist der Text breit verfügbar. In jüngerer Zeit haben große Medien und die Forschung Gulbadans Bedeutung als Verfasserin und Reisende neu bewertet; 2024 erschien Ruby Lals Biografie Vagabond Princess, die Gulbadans Hajj-Unternehmen und ihr Schreiben in den Mittelpunkt rückt.
Einzelnachweise
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