ʿAbd ar-Razzāq al-Kāschānī oder al-Qāschānī (, , gestorben 730–736/1329–1335) war ein persischer Sufi-Mystiker des 13. und 14. Jahrhunderts. Er war ein Anhänger der Sufi-Schule von Ibn 'Arabī und ist einer der bedeutendsten Autoren dieser Schule.
Leben und Werk Über das Leben von al-Kāschānī ist nicht viel bekannt; er wurde wahrscheinlich in Kaschan geboren. In einem Brief an ʿAlā' ad-Daula as-Simnānī erwähnt er, dass er Religions- und Rechtswissenschaften studierte, seine akademischen Studien ihm aber weder geistige Gewissheit noch inneren Frieden brachten. Eine spirituelle Krise brachte ihn dazu, zum Sufismus zu konvertieren. Er wurde Schüler von ʿAbd al-Ṣamad Naṭanzī (gest. 691/1292), der der Suhrawardī-Tradition angehörte, war aber auch mit vielen anderen Sufis in Kontakt. Er reiste in Persien und besuchte ferner die heiligen Städte im Hedschas und Bagdad.
In Bagdad traf er den Kubrawī-Meister Nūr al-Dīn Isfarāʿinī (gest. 717/1317). Laut al-Kāschānī bestätigte ihm dieser den hohen spirituellen Rang von Ibn ʿArabī und die Bedeutung von dessen Werk Fuṣūṣ al-ḥikam („Ringsteine der göttlichen Weisheit“).
Zu al-Kāschānīs Todesdatum gibt es widersprüchliche Angaben. Majīd Hādīzāda schloss 2000 nach einer gründlichen Untersuchung der vorliegenden Quellen und den Angaben in al-Kāschānīs eigenen Schriften, dass 736/1335 als das richtige Datum gelten muss. Die Deutsche Nationalbibliothek gibt ca. 1330 an.
Der Einfluss al-Kāschānīs ist hauptsächlich durch seine Schriften erhalten geblieben. Zu seinen wichtigsten Werken gehören Taʾwīlāt al-Qurʾān („Esoterische Interpretationen des Qurʾān“), Sharḥ Fuṣūṣ al-ḥikam („Kommentar zu den Ringsteinen der Weisheit“) und Iṣṭilāḥāt al-ṣūfiyya („Sufische Terminologie“).
Einzelnachweise
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