Die elektrischen Tagebaulokomotiven AEG Bo 24t wurden um 1924 bei AEG in drei bekannten Exemplaren gefertigt. Die Lokomotiven wurden für verschiedene Tagebaue der Deutschen Erdöl AG ursprünglich für das Spannungssystem von 550 V gebaut und für den Hilfsfahrbetrieb verwendet. Später wurden sie für 1200 V verwendet. Von den Lokomotiven sind keine Fabriknummern bekannt. Betrieben wurden die Lokomotiven bis Mitte der 1960er Jahre und wurden dann ausgemustert und verschrottet.

Geschichte Vorkriegsgeschichte

Diese zweiachsigen Lokomotiven wurden lt. Elektrische Tagebaulokomotiven von AEG für die DEA Deutsche Erdöl AG in drei Exemplaren hergestellt; ein Exemplar für die Witznitzer Kohlewerke und zwei Exemplare für die Grube Dora und Helene. Im Lieferlistenverzeichnis von AEG sind die Lokomotiven nicht aufgeführt. Ihr Baujahr 1924Geschichts- und Heimatverein Borna: Datenliste Tagebaulokomotiven BKW Großzössen, Tabelle E-Loks AEG 31to fällt mit der Entstehung der ersten AEG-Lokomotiven für die Grube Dora und Helene um die Fabriknummer 2866 zusammen.

In dieser Zeit gibt es in der Lieferliste zahlreiche Leerstellen.Auflistung der von AEG gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden) Die Lokomotiven wurden für das Spannungssystem 550 V hergestellt, wie die meisten Fahrzeuge der Zweigniederlassung Borna der DEA. Die kleinen Lokomotiven waren für den Hilfsfahrdienst wie das Rücken von nicht angetriebenen Gleisrückmaschinen, Personentransporte oder Rangieren zuständig, gelegentlich wurden sie auch bei Fahrzeugausfällen im Leistungsfahrbetrieb mit geringerer Belastung verwendet.

Nachkriegsgeschichte mini|links|Lokomotive 1-118/24-24 auf einer historischen Fotografie um 1952 im Tagebau Witznitz Aus der Nachkriegszeit ist eine Lokomotive bekannt, die um 1952 die Nummer 1-118/24-A2 trug. Die Lokomotive war damals schon auf das Spannungssystem 1200 V Gleichspannung umgebaut worden.Frank Barteld, Kohlebahnen im Bornaer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2011, ISBN 978-3-935961-14-1, Seite 164 Sie war im Hilfsfahrdienst zunächst unentbehrlich.

Die Lokomotive mit der Nummer 1-118 wird bei der Werkstatt in Großzössen als 1-118/31-A2 bezeichnet, möglicherweise hat sie Ballastplatten für ein höheres Dienstgewicht erhalten.

Von den anderen beiden Lokomotiven finden sich keine Informationen.

Technik Mechanik mini|links|Lokomotive 1-118/31-A2 in Rückansicht auf einer historischen Fotografie um 1958 im Baueinsatz beim Tagebau Witznitz Der mechanische und elektrische Teil stammen von AEG. Die Lokomotiven sind als halbe Lokomotiven der Drehgestelllokomotiven gebaut worden. Die gesamte Seitenfront von der Vorderseite über den Führerstand bestand aus einem Blech, welches mit den anderen Teilen in Nietkonstruktion verbunden war. Die Achsen waren im Hauptrahmen gelagert. Durch die Bauart mit hinterem Führerstand konnte der Achsstand kleiner ausgeführt werden als bei einer Mittelführerstandslok. Dadurch konnte der minimal zu durchfahrenden Kurvenradius so wie bei den Drehgestelllokomotiven erreicht werden. Die Lokomotiven besaßen einen Kompressor. Damit wurde die pneumatische Bremse beaufschlagt, die als Klotzbremse auf alle Radsätze wirkte und als direkte Bremse diente. Außerdem wurden die Lokpfeife und die Druckluftglocke damit bedient.Prof. Dr.-Ing. G.Klingenberg: Bau großer Elektrizitätswerke, Dritter Band, Das Kraftwerk Golpa, Springer-Verlag, 1920, S. 28 Die Achsen besaßen eine Schleuderschmierung.Andreas Walter, Die Geschichte des Zugbetriebes im Tagebau Olbersdorf, Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen, Seite 33

Elektrik

Die elektrische Ausrüstung bestand aus Gleichstromtechnik. Die elektrische Spannung wurde von der Fahrleitung über den Nockenfahrschalter zur Widerstandssteuerung die elektrischen Fahrmotoren geleitet, die als Reihenschlussmaschinen ausgeführt waren. Ursprünglich waren die Lokomotiven für 550 V ausgelegt, nach dem Krieg für 1200 V Gleichspannung, wofür der Hauptschalter, die Widerstandssteuerung sowie die Antriebsmotoren für Kompressor und Fahrmotorlüfter geändert werden mussten.

Auf dem Vorbau saß ursprünglich ein mittig angeordneter Stromabnehmer, der anfangs als Walzenabnehmer ausgeführt war. Später wurde für den Einsatz auf Strossengleisen ein Hauptstromabnehmer in der Mitte und zwei kleinere, daneben liegenden Seitenstromabnehmer mit Schleifleisten, die schräg gelagert waren, verwendet. Elektromechanische Schütze schalteten die Hilfsbetriebemotoren. Die Steuer- und Beleuchtungsspannung betrug 24 V.

Literatur Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft: Elektrische Tagebaulokomotiven, 1952, BTJ 5741 Frank Barteld, Kohlebahnen im Bornaer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2011, ISBN 978-3-935961-14-1 Geschichts- und Heimatverein Borna: Datenliste Tagebaulokomotiven BKW Großzössen

Weblinks

Internetseite über den Tagebau Witznitz auf Ostkohle

Einzelnachweise

Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 550 V Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 1200 V Kategorie:Triebfahrzeug (Deutschland) Kategorie:Schienenfahrzeug (AEG) Kategorie:Tagebaulokomotive