Leichtathletik-Länderkämpfemit deutscher Beteiligung 1996 zentriert|100px 1. Länderkampf 1996, Werfer(U23-Männer/U23-Frauen/U19-Junioren/U19-Juniorinnen): – – 3. März 1996 1. 2. 3. 123 P83 P56 P 2. Länderkampf 1996, Geher (Männer/Frauen): – – – – 1./2. Juni 1996 1. 2. 3. 4. 5. 134 P108 P80 P69 P64 P 3. Länderkampf 1996, U23 (Männer/Frauen): – – 14. Juli 1996 1. 2. 3. 287,0 P270,5 P236,5 P Teilwertung U23-Männer 1. 1. 3. 136,0 P136,0 P134,0 P Teilwertung U23-Frauen 1. 2. 3. 153,0 P134,5 P100,5 P 4. Länderkampf 1996, Zehnkampf (Männer): „VISA-Team“ – „Zehnkampf-Team“ Edwardsville17./18. Juli 1996 1. 2. 40.570 P39.605 P 5. Länderkampf 1996, Mehrkampf(Männer/Frauen/U23-Männer/U23-Frauen/Junioren/Juniorinnen): – – – 27./28. Juli 1996 1. 2. 3. 4. 76.761 P76.259 P75.842 P69.934 P 6. Länderkampf 1996, Straßenlauf (U23-Männer): – – – 15. September 1996 1. 2. 3. 4. 2:11:09 h2:11:53 h2:13:27 h2:20:01 h 7. Länderkampf 1996, Straßenlauf (U23-Frauen): – 15. September 1996 1. 2. 2:31:07 h2:31:47 h Chronik ← Länderkämpfe 1995 Länderkämpfe 1997 →

Im Jahr 1996 wurden sieben Leichtathletikländerkämpfe mit deutscher Beteiligung in sieben Veranstaltungen ausgetragen. Das war ein Vergleich weniger als im Vorjahr. Allerdings sind die Zahlen nicht wirklich eins zu eins vergleichbar. Begründet ist das in unterschiedlichen Verfahren zur Wertung der Länderkämpfe. Es gab Vergleiche mit gemeinsamer Wertung für Männer und Frauen, die in dieser Form als jeweils ein Länderkampf gezählt werden. Begegnungen mit getrennter Wertung für die Geschlechter stellen dagegen jeweils zwei Länderkämpfe dar. Nach in der Vergangenheit üblicher Zählung mit stets getrennter Wertung wären 1996 elf Vergleiche zustande gekommen, 1995 wären es dreizehn gewesen.

Die Zahl der Begegnungen pro Jahr hielt sich wieder sehr im Rahmen auf einem niedrigen Niveau. Die größte Anzahl von 27 Begegnungen hatte es 1974 gegeben.

Nicht berücksichtigt sind Veranstaltungen wie der sogenannte „Lugano-Cup“, ein Weltcup der Geher unter dem Dach des Weltleichtathletikverbands (früher: IAAF)World Athletics Race-Walking Team Championship, Past Editions, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 24. August 2025, der ab 1965 unter Regie des Europäischen Leichtathletikverbands durchgeführte Leichtathletik-EuropacupEUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (MEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 24. August 2025EUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (WOMEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 24. August 2025 sowie ähnliche Events. Hier handelt es sich um Veranstaltungen, die als eigene Wettbewerbe ähnlich wie auch der Leichtathletik-Continentalcup (ab 1996)IAAF WORLD CUP IN ATHLETICS, gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 24. August 2025 und der Geher-Europacup (ab 1996) außerhalb der üblichen Länderkämpfe durchgeführt wurden.

Entwicklung des Länderkampfwesens Die Bedeutung der Ländervergleiche blieb weiter auf einem Niveau, das nicht vergleichbar war mit der Zeit bis in die 1960er und Anfang 1970er Jahre. Fast alle Begegnungen wurden nur noch für Nachwuchsathleten reserviert, in diesem Jahr gab es nur zwei Vergleiche ohne Altersbeschränkung. Außerdem bestand das Angebot überwiegend aus eingeschränkten Teilbereichen des Leichtathletikprogramms. Vor allem die Konkurrenz durch andere Events wie Welt- und Europameisterschaften, Olympische Spiele, Golden bzw. Diamond League hatte zu diesen Veränderungen und dieser Entwicklung geführt.

In den Vergleichen 1996 gab es nur einen Länderkampf mit dem allgemeinen leichtathletischen Programm, angeboten für den Altersbereich U23. Außerdem standen die Wettbewerbsbereiche Mehrkampf (2 Vergleiche), Straßenlauf (2), Werfen (1), Gehen (1) und Zehnkampf (1) auf dem Programm. Alle anderen Kategorien wie spezielle Angebote für Springer oder Bahnläufer standen nicht auf dem Programm. Den für viele Jahrzehnte dominierenden klassischen Länderkampf zwischen zwei Nationen mit je zwei Teamvertretern gab es nicht mehr und durch die drastische Verringerung der Länderkampfanzahlen nahm auch die Vielfalt – hier beschrieben im Abschnitt „Verschiedene Formen von Länderkämpfen“ – deutlich ab.

Saisonhöhepunkt In diesem Jahr standen ganz besonders die Olympischen Spiele von Atlanta im Saisonmittelpunkt. Die Leichtathletikwettbewerbe dort wurden vom 26. Juli bis 4. August ausgetragen. Die deutsche Mannschaft belegte im Medaillenspiegel wie vier Jahre zuvor in Barcelona den dritten Platz. Mit dreimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze gab es allerdings drei Medaillen weniger als 1992. Das Niveau wurde in etwa gehalten, war jedoch deutlich niedriger im Vergleich zu der noch nicht weit zurückliegenden Zeit vor der Wiedervereinigung, als alleine die DDR weitaus mehr Medaillen errungen hatte.

Außerdem gab es 1996 auch wieder einen Europacup, der für Frauen und Männer gemeinsam am 1. und 2. Juni in der spanischen Hauptstadt Madrid ausgetragen wurde. Sowohl das deutsche Männer- als auch das Frauenteam gewannen ihre Wettbewerbe deutlich. Die Frauen hatten auch 1995 vorne gelegen. Die Männer hatten in Villeneuve-d’Ascq Platz zwei hinter Russland belegt. Allerdings hatte auch der Leichtathletik-Europacup längst nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre.

Jahresbilanz In der Saison 1996 gab es für die deutschen Leichtathleten in ihren sieben Länderkämpfen drei Siege und vier Niederlagen. Das war die dritte Saison mit einer negativen Bilanz in Folge. 1994 hatten die deutschen Leichtathleten alle sieben ihrer Länderkämpfe verloren, 1995 hatte es drei Siege und fünf Niederlagen gegeben.

Die gemeinsamen Teams von Männer und Frauen verloren zwei ihrer vier Länderkämpfe: Geher-Vergleich der Männer und Frauen gegen Russland, Belarus, Frankreich und Italien am 1./2. Juni in Moskau (Platz drei hinter Russland und Italien) Mehrkampf -Vergleich der Männer, Frauen, U23-Männer, U23-Frauen, Junioren und Juniorinnen gegen Frankreich, Großbritannien und Russland am 27./28. Juli im französischen Narbonne (Platz zwei hinter Russland) Folgende zwei Siege erzielten die gemeinsamen Teams: Werfervergleich der U23-Männer, U23-Frauen, U19-Junioren und U19-Juniorinnen gegen Frankreich und Italien am 3. März in Nizza U23-Ländervergleich der Männer und Frauen gegen Großbritannien und Russland am 14. Juli im britischen Hexham Die deutschen Männer mussten in ihren beiden Länderkämpfen zwei Niederlagen akzeptieren: Zehnkampf-Vergleich des deutschen „Zehnkampf-Teams“ gegen das „USA-VISA-Team“ am 17./18. Juli in Edwardsville, Illinois Straßenlaufvergleich gegen Frankreich, Großbritannien und die Schweiz am 15. September in Hamburg (Platz drei hinter Großbritannien und Frankreich) Die deutschen Leichtathletinnen bestritten als eigenes Team nur einen Länderkampf, den sie erfolgreich gestalteten: U23-Straßenlaufvergleich gegen Frankreich am 15. September in Hamburg Die Saisonbilanzen lauteten zwei zu zwei für die Länderkämpfe mit gemeinsamen Wertungen für Männer und Frauen, null zu zwei für Begegnungen mit alleiniger Wertung für Männer und eins zu null mit alleiniger Wertung für Frauen. Die Bilanz aller Vergleiche im Jahr 1996 war mit drei zu vier negativ.

Zur Gesamtbilanz finden sich detaillierte Angaben im Abschnitt „Statistik“ unten.

Verschiedene Formen von Länderkämpfen Die folgende Auflistung umfasst alle unterschiedlichen Arten von Länderkämpfen aus der Vergangenheit und Gegenwart bis 1996. In dieser Breite wurden Vergleiche aufgrund der abnehmenden Bedeutung von Länderbegegnungen in den letzten Jahren jedoch nicht mehr praktiziert. Vergleiche mit einer Mischung von Disziplinen aus dem allgemeinen leichtathletischen ProgrammDas war die klassische Form von Ländervergleichen. Jede Nation war in der Regel mit zwei Athleten je Disziplin vertreten. Bei den Männern waren hier zwanzig Wettbewerbe je Länderkampf zum Standard geworden. Allerdings wurden die beiden Langstrecken über 5000 und 10.000 Meter später in der Regel verkürzt als Rennen über 3000 und 5000 Meter durchgeführt oder auch durch einen einzigen Langstreckenwettbewerb ersetzt. Aus dem olympischen Wettbewerbskatalog fehlten demnach in der Regel nur der 10.000-Meter-Lauf, der Marathonlauf, die beiden Gehwettbewerbe und der Zehnkampf.Der Länderkampfdisziplinkatalog bei den Frauen hatte bis 1968 standardmäßig aus elf Disziplinen bestanden und war mit den damals bei Olympischen Spielen angebotenen Frauenwettbewerben identisch. Von 1969 an gab es hier Veränderungen: Mit dem 1500-Meter-Lauf sowie der 4-mal-400-Meter-Staffel wurden zwei neue Wettbewerbe, die bei den Europameisterschaften 1969 in das Programm aufgenommen worden waren, mit in den Katalog der Frauenländerkämpfe integriert. Neu hinzu kamen nun auch Rennen über 3000 Meter und 400 Meter Hürden, zwei Laufdiszipziplinen, die im 1984 olympisch geworden waren. 1993 wurde in einem Länderkampf auch schon der 3000-Meter-Hindernislauf – olympisch ab 2008 – für Frauen mit einbezogen. Hinzu kamen für die Frauen ebenfalls der Stabhochsprung (olympisch ab 2000), Dreisprung (olympisch ab 1996) und Hammerwurf (olympisch ab 2000). In Angleichung an das Männerprogramm wurde der 3000-Meter-Lauf 1996 durch den 5000-Meter-Lauf abgelöst. Damit waren es insgesamt neunzehn WettbewerbeIn seltenen Fällen gab es in Länderkämpfen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Abweichungen vom Standard in Form von Hinzunahme oder Weglassen einzelner Disziplinen. Diese Länderkampfform, die für eine lange Zeit Kern von Leichtathletikländerkämpfen war, wurde immer weniger praktiziert und wurde mehr und mehr fast zur Ausnahme. Sie besaß angesichts der Konkurrenz bedeutender anderer Events nicht mehr die Attraktivität früherer Jahre. Bei den wenigen Austragungen solcher Vergleiche waren in aller Regel nun auch mehr als zwei Länder beteiligt und meist gab es Altersbeschränkungen. Vergleiche in Teildisziplinen der Leichtathletik: Vergleiche im Mehrkampf – bei den Frauen im Siebenkampf (bis 1980: Fünfkampf), bei den Männern im ZehnkampfDie Zahl der Vertreter je Land war dabei nicht standardisiert. In der Regel wurden von den gestarteten Teilnehmern nicht alle gewertet. Bei vier Vertretern je Disziplin beispielsweise wurden oft die drei Besten gewertet. Vergleiche der GeherDiese Begegnungen fanden bei den Männern meist in Form von Straßengehen statt. Bei den Männern kamen zwei Disziplinen zur Austragung, ein Wettkampf über 20 Kilometer und ein Wettkampf über eine längere Distanz, die manchmal über 35 und manchmal über 50 Kilometer führte. Der Trend ging hier jedoch eindeutig zur Distanz von 35 Kilometern.1976 kam das Gehen auch für die Frauen ins Länderkampfprogramm. Ausgetragen wurde dabei anfangs ein Wettbewerb über 5000 Meter, 1976 auf der Straße, später wechselweise auf der Bahn oder auf der Straße. Es gab dann vorwiegend Wettbewerbe über eine Streckenlänge von zehn Kilometern. Das Gehen für Frauen hatte inzwischen Fuß gefasst in der Leichtathletik. Bei Olympischen Spielen gab es 1992 in Barcelona zum ersten Mal einen Geher-Frauenwettbewerb, bei Europameisterschaften war das schon in 1986 in Stuttgart zum ersten Mal der Fall gewesen.Bezüglich der Teilnehmerzahl je Land und Wettbewerb wurde verfahren wie in den Mehrkämpfen. Vergleiche im StraßenlaufBis einschließlich 1980 wurde ein Rennen über dreißig Kilometer ausgetragen. 1981 war die Streckenlänge auf 25 Kilometer gekürzt worden, 1982 fand das Rennen noch einmal über dreißig Kilometer statt. Auch hier wurde bezüglich der Teilnehmerzahl je Land verfahren wie in den Mehrkämpfen. Ab 1982 trugen auch die Frauen Straßenlauf-Länderkämpe über 25 Kilometer aus und die Männern starteten nach 1982 in der Regel nun ebenfalls über diese etwas kürzere Distanz. Für die Frauen wurde die Streckenlänge 1996 auf fünfzehn Kilometer verkürzt.Vereinzelt hatte es hier auch Länderkämpfe im Halbmarathon und über die Marathon-Distanz gegeben. In diesem Jahr gab es je einen Straßenlaufvergleich für Männer und Frauen, wie 1994 und 1995 ausgetragen über die Halbmarathondistanz.