Joseph Moses Oleshangay ist ein tansanischer Rechtsanwalt und Menschenrechtler der Volksgruppe der Massai, der sich insbesondere gegen Zwangsumsiedlungen aus dem Loliondo-Gebiet und dem Ngorongoro-Schutzgebiet einsetzt. Für sein Engagement erhielt er 2023 den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar. 2024 wurde er in die Liste der „100 Most Influential Africans“ des New-African-Magazins aufgenommen.

Leben Oleshangay wuchs im Endulen Ward im Distrikt Ngorongoro in der Region Arusha auf und gehört der Volksgruppe der Massai an. Er ist als Anwalt (Advocate) am High Court of Tanzania zugelassen. Beruflich arbeitet er beim Legal and Human Rights Centre (LHRC) in Arusha in der Landrechtseinheit.

Wirken Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die rechtliche Vertretung von Massai-Gemeinden aus Loliondo und dem Ngorongoro-Schutzgebiet, die sich gegen Vertreibungen und andere Menschenrechtsverletzungen im Namen des Naturschutzes wehren. Seit 2022 war er nach eigenen Angaben an rund 14 Gerichtsverfahren in diesem Zusammenhang beteiligt und setzt daneben auf internationale Advocacy-Arbeit bei Geldgebern wie der EU und Deutschland. Ende November 2023 bestätigte das Appellationsgericht des Ostafrikanischen Gerichtshofs (EACJ) die Berufung mehrerer Massai-Gemeinden aus Loliondo und hob damit eine Entscheidung von 2022 auf. International suchte Oleshangay die Öffentlichkeit und das Gespräch mit politischen Institutionen: 2023 nahm eine Massai-Delegation, der er zugerechnet wird, an einem Runden Tisch im Europäischen Parlament teil und führte in Deutschland Gespräche u. a. mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Auch DefendDefenders berichtet von seinen Engagements beim Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament, um internationale Unterstützung zu mobilisieren. Im Kontext der Auseinandersetzungen dokumentierten Menschenrechtsorganisationen wiederholt rechtswidrige Zwangsräumungen, Gewalt und Viehbeschlagnahmen gegen Massai-Gemeinden in der Region.

Auszeichnungen Am 10. Dezember 2023 erhielt Oleshangay den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar. Im Dezember 2023 wurde er zudem von DefendDefenders als „Human Rights Defender of the Month“ gewürdigt. Für das Jahr 2024 führte ihn das Magazin New African in seiner Liste der „100 Most Influential Africans“.

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