mini|Lady Diana Spencer und Prinz Charles, 1983 Die Hochzeit von Prinz Charles (dem heutigen König Charles III.) und Lady Diana Spencer fand am Mittwoch, dem 29. Juli 1981 in der St Paul’s Cathedral in London statt. Die Trauung vollzog sich nach anglikanischem Ritus bis auf das Geloben von „Gehorsam“. Diana verzichtete auf dieses Wort, welches traditionell Element des Eheversprechens im anglikanischen Ritus ist. Das Paar trennte sich 1992 und ließ sich 1996 nach 15 Jahren Ehe scheiden.

Das Brautpaar Der Bräutigam war HRH Prince Charles, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Duke of Rothesay, Earl of Chester, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland. Er war der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. und Prinz Philipp, Duke of Edinburgh. Seit der Thronbesteigung seiner Mutter am 6. Februar 1952 war Charles Thronfolger des Vereinigten Königreichs. Charles wurde am 1. Juli 1969 als Prince of Wales inthronisiert. Charles gehört über seine Mutter Königin Elisabeth II. dem britischen Königshaus Windsor an, das bis 1917 den deutschen Namen Sachsen-Coburg und Gotha trug. Über seinen Vater Prinz Philip entstammt er dem griechischen Zweig des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des deutsch-dänischen Hauses Oldenburg. Charles und der ehemalige griechische König Konstantin II. waren Cousins 2. Grades. Über Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und das 1851 geschaffene Haus Battenberg stammt Charles auch vom 1968 erloschenen Adelsgeschlecht Hessen-Darmstadt ab.

Die Braut war Lady Diana Spencer. Sie wurde am 1. Juli 1961 im Park House auf dem königlichen Gut Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk geboren. Sie war die dritte und jüngste Tochter von Edward John Spencer, Viscount Althorp, seit 1977 der 8. Earl Spencer (1924–1992), und dessen erster Ehefrau Frances Roche (1936–2004), Tochter des Maurice Roche, 4. Baron Fermoy. Die Hochzeit von Dianas Eltern hatte zu den gesellschaftlichen Großereignissen des Jahres 1954 gehört. Die Spencers können ihren Stammbaum bis ins Jahr 1469 zurückverfolgen.

Durch die Hochzeit mit Charles erhielt Diana den Höflichkeitstitel Her Royal Highes The Princess of Wales.

Beziehung und Verlobung Diana hatte Prinz Charles im November 1977 bei einer Jagdgesellschaft auf dem Familiensitz der Spencers kennengelernt. Sie wurde vom königlichen Hof als geeignete zukünftige Königin betrachtet, nachdem sie im April 1978 anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Jane Spencer mit Robert Fellowes, dem stellvertretenden Privatsekretär von Königin Elisabeth II., positiv aufgefallen war. Bei der Feier von Prinz Charles’ 30. Geburtstag im November 1978 machte Diana durch ihr angenehmes Auftreten erneut von sich reden. Als eine der führenden Adelsfamilien Englands brachten die Spencers die besten Voraussetzungen für eine Verschwägerung mit der Königsfamilie mit. Außerdem musste die Braut des Prince of Wales eine protestantische Erziehung erhalten haben und Jungfrau sein; beides traf auf Diana zu.

Sowohl die britische Königsfamilie als auch Mitglieder von Dianas Familie sorgten dafür, dass Diana immer öfter in Charles Blickfeld auftauchte. Tina Brown stellte in ihrem Buch fest, dass, je mehr Prinz Charles sich in Camilla verliebte, umso dringlicher der Hof eine Frau präsentieren musste, die sie ersetzen konnte. Die Beziehung zwischen Diana und Charles begann im Juli 1980, als der Thronfolger Diana zu einem Polospiel in Sussex einlud. Im August lud er sie nach Cowes, im September nach Balmoral Castle ein. Am 8. September 1980 war das britische Boulevardblatt The Sun die erste Zeitung, die den Rufnamen „Lady Di“ verwendete.

Im selben Monat erschien im Evening Standard ein Foto von Diana, das einen starken Eindruck hinterließ. Diana wurde genau in dem Augenblick mit zwei Kindern auf dem Arm auf dem Gelände des Young-England-Kindergartens fotografiert, als die Sonne hinter einer Wolke hervorkam. Dadurch wirkte Dianas Baumwollrock durchscheinend, und ihre Beine waren sichtbar. Diana war die Veröffentlichung dieses Bildes äußerst peinlich, während die britische Öffentlichkeit von der Aufnahme verzaubert war und Interesse an Diana entwickelte. Die Fotografie hatte keinerlei negative Auswirkungen auf Dianas Beziehung zu Prinz Charles. Wie üblich bemühte sich die Presse, in Dianas Vergangenheit kompromittierende Ereignisse zu entdecken, doch es gelang ihr nicht.

Am 6. Februar 1981 machte Charles Diana auf Windsor Castle einen Heiratsantrag. Ihre Mutter war die Einzige in Dianas Umfeld, die ernste Bedenken äußerte, da sie Parallelen zwischen der Beziehung ihrer Tochter und ihrer Ehe mit John Spencer gesehen habe. Außerdem sei sie gegen die Verlobung gewesen, weil sie glaubte, ihre Mutter Ruth Fermoy habe die Angelegenheit beeinflusst. Am 24. Februar 1981 gab der Buckingham Palace die offizielle Verlobung des Paares bekannt.

Als Charles und Diana an diesem Tag von der BBC interviewt wurden, antwortete Prinz Charles auf die Frage, ob er verliebt sei: „Was auch immer verliebt sein bedeutet. Die Interpretation überlasse ich Ihnen.“ Diese Einschränkung sollte ihn fortan verfolgen, doch seine Bemerkung wurde in keiner der Zeitungen, die über die Sendung berichteten, abgedruckt. Diana wählte sich ihren Verlobungsring im Wert von 28.000 Pfund Sterling, verziert mit vierzehn Diamanten und einem Saphir in der Mitte. Aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit, die ihr nun zuteilwurde, beschäftigte sich Diana zwanghaft mit ihrem Aussehen. Es begann eine bulimische Episode, und sie nahm zwischen März und Juli 1981 sechs Kilogramm ab. Die Krankheit wurde später chronisch.

Hochzeitszeremonie Die Hochzeit fand am 29. Juli 1981 in der Londoner St Paul’s Cathedral und nicht in der normalerweise für königliche Hochzeiten vorgesehenen Westminster Abbey statt, da letztere weniger Platz für Gäste bietet. Die Trauungszeremonie folgte den Riten der Church of England bis auf das Geloben von „Gehorsam“. 3500 Menschen waren in der Kathedrale anwesend. Die Zeremonie war ein traditioneller Hochzeitsgottesdienst der Church of England. Alan Webster, Dekan von St. Paul’s, leitete den Gottesdienst, und Robert Runcie, Erzbischof von Canterbury, vollzog die Trauung.

Unter den namhaften Anwesenden waren zahlreiche Mitglieder anderer Königsfamilien, republikanische Staatsoberhäupter und Mitglieder der Familien von Braut und Bräutigam. Nach der Zeremonie erschien das Paar wie üblich auf dem Balkon des Buckingham Palace. Im Vereinigten Königreich war an diesem Tag ein Nationalfeiertag, um die Hochzeit zu würdigen. Die Zeremonie war von vielen zeremoniellen Aspekten geprägt, darunter der Einsatz der Staatskutschen und die Rollen der Fußgarde und der Household Cavalry.

Während der Zeremonie sagte Diana die Vornamen ihres Bräutigams in einer falschen Reihenfolge auf, so dass Charles scherzte: „Sie hat soeben meinen Vater geheiratet!“ Dianas Brautkleid, dessen Wert 9000 Pfund Sterling betrug, war von dem britischen Modedesigner David Emanuel entworfen worden.

Durch die Eheschließung führte Diana den Titel ihres Mannes als Höflichkeitstitel Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Diana, Fürstin von Wales, Herzogin von Cornwall und Rothesay etc. Die Übersetzung des englischen Wortes Princess mit „Prinzessin“ ist in diesem Falle nicht korrekt. Hier ist die Fürstin gemeint, da der britische Thronfolger als Prince of Wales = „Fürst von Wales“ tituliert wird. Wie Diana selbst anmerkte, war sie nie „Prinzessin Diana“, denn britische Prinzessin kann nur sein, wer als solche geboren wurde oder diesen Titel vom jeweiligen Monarchen besonders verliehen bekommt.

Medienbetrachtung Ihre Hochzeit wurde weithin als „Märchenhochzeit“ und „Hochzeit des Jahrhunderts“ bezeichnet. Schätzungsweise 750 Millionen Menschen weltweit verfolgten die Hochzeit vor den Fernsehgeräten. Im gesamten Commonwealth fanden Veranstaltungen zur Feier der Hochzeit statt. Zahlreiche Straßenfeste wurden im ganzen Vereinigten Königreich abgehalten, um den Anlass zu feiern. Die Fernsehübertragung des Ereignisses erreichte mit weltweit mehr als 750 Millionen Zuschauern Rekordeinschaltquoten. Wenn man die Zuhörer einbezieht, die die Hochzeit per Radio mitverfolgten, kommt man auf ein Publikum von über einer Milliarde Menschen. Als Diana von Clarence House zur St Paul’s Cathedral fuhr, säumten zwei Millionen Schaulustige die Straßen, mit 4000 Polizisten im Einsatz.

Verlauf der Ehe In dieser Ehe wurden am 21. Juni 1982 Prinz William und am 15. September 1984 Prinz Harry geboren. Die Familie wohnte in Highgrove, Gloucestershire und im Kensington Palace in London.

Charles nahm ab 1986 wieder Kontakt zu seiner langjährigen Geliebten Camilla Parker Bowles auf, was die Ehe schwierig gestaltete. Auch Diana begann zu dieser Zeit verschiedene Affären, z. B. mit ihrem Reitlehrer James Hewitt. Ab Ende der 1980er Jahre galt die Ehe als zerrüttet. Die Ehekrise wurde 1992 durch die Publikation des Buches Diana: Her True Story (deutsch Diana: Ihre wahre Geschichte), in dem der Reporter Andrew Morton die Liebesbeziehung zwischen Camilla und Charles sowie Dianas psychische Probleme wie ihre Bulimie und Suizidversuche enthüllte, zum öffentlichen Skandal.

Trennung und Scheidung Im Dezember 1992 sah sich das Paar gezwungen, die offizielle Trennung bekanntzugeben. Am 9. Dezember 1992 verkündete Premierminister John Major im Unterhaus die offizielle Trennung von Diana und Charles mit den Worten, die Eheleute hätten nicht die Absicht, sich scheiden zu lassen, und würden weiterhin in vollem Umfang an der Erziehung ihrer Söhne mitwirken. Er fügte außerdem hinzu, dass die Trennung des Prinzenpaares keine verfassungsmäßigen Auswirkungen habe, eine Aussage, die von manchen Mitgliedern im Unterhaus mit Ungläubigkeit betrachtet wurde. Die Vorstellung, dass Diana, die ihre Abneigung gegenüber Charles nun nicht mehr verbarg, eines Tages zur Königin gekrönt werden könnte, war für sie unerträglich.

1993 wurde ein intimes Telefongespräch zwischen Charles und Camilla aus dem Jahr 1989 veröffentlicht. Unter dem Druck Königin Elisabeths II. und eines öffentlich ausgetragenen Streits um die Abfindungsbedingungen wurden Charles und Diana am 28. August 1996 geschieden. Diana konnte ihren Status als „Fürstin von Wales“ beibehalten, musste allerdings auf den Titel einer „Königlichen Hoheit“ verzichten.

Ein Jahr nach der Scheidung, am 31. August 1997, kam Diana zusammen mit ihrem Freund Dodi Al-Fayed, dem Sohn des ägyptischen Milliardärs Mohamed Al-Fayed, bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben.

Weblinks

Andrea Klasen: 29.07.1981 - Hochzeit Prinz Charles und Lady Diana. WDR ZeitZeichen vom 29. Juli 2016 (Podcast, 14:58 min).

Einzelnachweise

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