mini|CHF 5, 2, 1, ½, –.20, –.10, –.05

Der Schweizer Franken, schweizerhochdeutsch auch Schweizerfranken geschrieben, (, ) ist die Währung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird von der Schweizerischen Nationalbank herausgegeben und wird in 100 Rappen (französisch centimes, italienisch centesimi, rätoromanisch raps) unterteilt. Seine Abkürzung nach ISO 4217 ist CHF, nach MünzV auf Deutsch Fr., in den anderen Sprachen fr., für Rappenbeträge wird das Kürzel Rp. (französisch c., italienisch ct., rätoromanisch rp.) benutzt.

Seit 8. März 2026 ist der Erhalt des Schweizer Franken in Form von Bargeld in der Schweizer Bundesverfassung durch Abstimmung beschlossen.

In der Schweiz ist das Dezimaltrennzeichen in einer Währungsangabe ein Punkt, das Währungskürzel wird vorangesetzt, dies nicht nur für den Schweizer Franken, sondern generell (z. B. Fr. 12.35 oder CHF 12.35).So verbindlich in amtlichen Dokumenten des Bundes gemäss den Weisungen der Bundeskanzlei.

Ausserdem ist der Schweizer Franken die amtliche Währung in der italienischen Exklave Campione d’Italia. In Büsingen am Hochrhein, der deutschen Exklave in der Schweiz, wird überwiegend mit Schweizer Franken gezahlt, obwohl der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist.

Geschichte Vorgeschichte

mini|Die ersten Schweizer-Franken-Münzen von 1850 mini|350px|Aussenwert des Frankens

Bis zur Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 war die Ausgabe von Münzen Sache der Kantone (Orte), Städte, Abteien und einzelner Herrschaften. 1798 wurde von den Franzosen eine einheitliche Frankenwährung (französisch: «franc de Suisse») eingeführt. Ein Franken entsprach 10 bernischen Batzen oder 6,614 Gramm reinem Silber oder 1,4597 französischen Franken. Unterteilt war die Währung in 10 Batzen oder 100 Rappen. Die bisher als Rechnungswährung z. B. in Bern geführte Krone entsprach 25 Batzen.

Mit der Mediation von 1803 ging die Münzhoheit an die Kantone zurück. Die Tagsatzung legte allerdings den Schweizer Franken (nun auf 6,77025 Gramm Feinsilber oder 1,5 französische Francs festgesetzt) als einheitliche Währung fest. Die Kurantmünzen der Kantone orientierten sich an dieser Einheit, während die Scheidemünzen oft noch in den alten Einheiten geprägt wurden.

Die Situation war besonders komplex. 72 verschiedene Einrichtungen gaben Geld aus. Die täglichen Zahlungen wurden mit Kleingeld getätigt, die Münzen variierten von Kanton zu Kanton und wurden nicht unbedingt überall akzeptiert. Es gab kein einheitliches System, um die verschiedenen Währungen miteinander zu vergleichen. Transaktionen mit hohen Beträgen wurden mit Gold- und Silbermünzen durchgeführt, die oft aus dem Ausland stammten. Ihr Wert konnte im Laufe der Zeit und auch von Kanton zu Kanton schwanken.

Einführung 1850 Nachdem 1848 die Schweiz als Bundesstaat geschaffen worden war, wurde der Bund für die Währung zuständig. Mit dem «Bundesgesetz über das eidgenössische Münzwesen» vom 7. Mai 1850 wurde der Franken, der sich nun am französischen (Silber-)Franc orientierte, als Währung der Schweiz eingeführt. Dabei ging der Einführung eine grosse Debatte um die Anbindung an das französische System des Franc oder das süddeutsche System des Gulden vorausAndrej Abplanalp: Der erste Schweizer Franken im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 29. November 2021, wobei sich die französischsprachige Schweiz und Basel für die Anbindung an Frankreich und der Rest der Deutschschweiz für das süddeutsche Modell aussprachen. Ab 1850 wurden neue Münzen geprägt und im Jahr darauf herausgegeben. Am Rand des Münzbildes der Schweizer Franken von 1850 und 1851 befindet sich die Signatur des bedeutenden Schweizer Bildhauers, Münzgraveurs und Medailleurs Antoine Bovy (A. BOVY).

Lateinische Münzunion (1865–1927) und Weltwirtschaftskrise Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste.

Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte WechselkursVgl. Liste der Wechselkurse (Goldstandard). gegenüber der Mark betrug 1912Carl Otto: Der Haussekretär. Berlin 1913, S. 485, 3. Umschlagseite. 0,81 und war 1932Von A–Z: Das Konversationslexikon. Berlin 1932, Sp. 417 ff. noch unverändert.

Bretton-Woods-System (1949–1973) Von 1945 bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 war der Schweizer Franken an den US-Dollar gekoppelt. Der Kurs betrug von 1945 bis 1949 4,30521 Franken pro Dollar, von 1949 bis 1973 4,375 Franken pro Dollar bzw. 0,203125 g Gold pro Franken. Seither verlor der Dollar stets an Wert.

1973–2011 Der Schweizer Franken gilt seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems als stabile und krisensichere Währung, die von der Entwicklung der schweizerischen Volkswirtschaft profitierte. Das Vertrauen der Anleger in die Schweiz als Finanzplatz und in die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes machte den Schweizer Franken zu einer begehrten international verbreiteten Anlagewährung. In der Vergangenheit hatte sich der Schweizer Franken für internationale Investoren als «sicherer Hafen» erwiesen, wenn die Welt von politischen oder wirtschaftlichen Katastrophen erschüttert wurde. Dieses Vertrauen äusserte sich im Aufwertungsdruck auf den Wechselkurs des Frankens durch steigende Nachfrage auf den internationalen Finanzmärkten.

Festgesetzter Mindestkurs (2011–2015) Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte aufgrund einer lang anhaltenden Überbewertung des Schweizer Frankens im September 2011 einen Mindestkurs von EUR 1.– = CHF 1.20 festgelegt.Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest. Schweizerische Nationalbank (SNB), 6. September 2011 (Medienmitteilung; PDF; 55 kB).SNB-Präsident Hildebrand äussert sich zu den Massnahmen der Nationalbank. In: SRF News. 6. September 2011 (Video; 2 min). Am 15. Januar 2015 hob sie diesen Mindestkurs per sofort auf.

Ursachen und Festsetzung (2011) Veranlasst durch den Ausbruch der Eurokrise in den PIIGS-Staaten (ab Mai 2010) und die hohe Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten wurde der Schweizer Franken von internationalen Anlegern sehr stark nachgefragt. Allein von Mai 2010 bis Anfang August 2011 stieg der Wechselkurs des Schweizer Frankens um über 30 % gegenüber dem Euro bzw. um über 25 % gegenüber dem US-Dollar. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versuchte durch verschiedene Massnahmen die Überbewertung des Schweizer Frankens zu stoppen, da die zunehmend höher bewertete Landeswährung die exportorientierte Wirtschaft belastete und das Risiko einer Deflation barg.Hanno Mußler: Nationalbank stemmt sich gegen Aufwertung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. August 2011. 2009 und 2010 wurden ausländische Wertpapiere aufgekauft, dann 2011 der Leitzins gesenkt und die Geldmenge erhöht.Alexander Künzle: Die Gratwanderung der Nationalbank. In: Swissinfo. 4. August 2011. Im September 2011 kündigte die SNB schliesslich unlimitierte Deviseneinkäufe zur Durchsetzung des Kursziels von mindestens 1.20 Franken je Euro an.Nationalbank legt Euro-Mindestkurs fest. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. September 2011.

Aufhebung des Mindestkurses (2015) Am 15. Januar 2015 wurde der im September 2011 eingeführte Mindestkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aufgehoben.Nationalbank hebt Mindestkurs auf und senkt Zins auf −0,75 %. Weitere Verschiebung des Zielbandes in den negativen Bereich. SNB, 15. Januar 2015 (Medienmitteilung; PDF; 85 kB). Gleichzeitig wurde der Negativzins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf −0,75 % erhöht. Das Zielband für den Dreimonats-Libor verschob die Schweizer Zentralbank damit ab 15. Januar 2015 ganz in den negativen Bereich von bisher −0,75 % bis 0,25 % auf −1,25 % bis −0,25 %. Die Einführung von Negativzinsen hatte die SNB bereits im Dezember 2014 angekündigt.SNB hebt Euro-Mindestkurs auf. In: Tages-Anzeiger. 15. Januar 2015.

Gründe der Aufhebung Die SNB begründete die Aufhebung des seit mehr als drei Jahren geltenden Mindestkurses mit der deutlichen Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, die verbunden war mit einer Schwächung des Schweizer Frankens gegenüber der US-Währung. Angesichts der Entwicklung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und im Euroraum war die Schweizerische Nationalbank zu dem Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und Aufrechterhaltung des Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt ist.

Hintergrund der Entscheidung der SNB waren das Anstehen der ersten Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten seit der Finanzkrise und die erwartete Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Bekannt war, dass die EZB am 22. Januar 2015 über ein Programm zum breit angelegten Kauf von Staatsanleihen nach amerikanischem Vorbild entscheiden würde.Schweizer lassen den Euro fallen. In: Sächsische Zeitung. 16. Januar 2015.Was ist nur in die SNB gefahren? In: Tages-Anzeiger. 15. Januar 2015. Es war zu befürchten, dass die bewusste Schwächung des Euro durch eine Geldpolitik der quantitativen Lockerung (QE) seitens der EZB zu einem Zufluss grosser Mengen an Liquidität in das Finanzsystem – mit dem Franken als «natürliches Ablaufbecken» – führen wird.Simon Schmid: «Die Presse war voller Spekulationen». In: Tages-Anzeiger. 26. Januar 2015 (Interview mit dem Vizepräsidenten der SNB Jean-Pierre Danthine). Speziell der festgeschriebene Wechselkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro liess hohe Zuflüsse an Liquidität erwarten.

Nachdem der Euro im Dezember 2014 noch zum Preis von 1.25 US-Dollar am Geldmarkt gehandelt worden war, sanken die Inflationserwartungen in Europa, und der Euro verlor immer mehr an Wert. Ein schwacher Euro aber ist in Anbetracht sinkender Inflationserwartungen und zunehmender Abwertung als Referenzwährung für den Schweizer Franken ungeeignet. Da dies am Geldmarkt nicht unbemerkt blieb, waren im Dezember 2014 seit langem wieder Interventionen der SNB in die Schweizer Währung notwendig. Im Extremfall wäre die SNB gezwungen gewesen, Schweizer Franken weit über das geldpolitisch verantwortbare Mass auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus würden Verluste auf den Devisenbeständen auch bedeuten, dass kein Geld mehr an Bund und Kantone der Schweiz hätte ausgeschüttet werden können.

In Anbetracht dieser Risiken, die der SNB zu gross im Vergleich zu den volkswirtschaftlichen Vorteilen eines fixen Wechselkurses erschienen, entschloss sich die Schweizer Zentralbank, den Euro-Wechselkurs freizugeben. Letztlich machten die zunehmenden Geldflüsse auf dem Devisenmarkt, die im Dezember 2014 angefangen hatten, diese Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank notwendig. In den Tagen vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses verging kein Tag mehr ohne grosse Interventionen. Im Januar hätten hochgerechnet 100 Milliarden Franken ausgegeben werden müssen, um den Mindestkurs zu halten. Dieser Betrag wurde durch Extrapolation ermittelt und basierend auf den ansteigenden Summen der Interventionen der SNB in den Tagen vor der Aufhebung.

Die SNB selbst hatte die Aufhebung des Mindestkurses in einer Medienmitteilung zunächst mit folgenden Worten begründet: