mini|Der Eingang in den Palazzo Copeta Der Palazzo Copeta ist ein Palast aus dem 18. Jahrhundert in der Altstadt der italienischen Hafenstadt Salerno in der Region Kampanien. Er befindet sich an den Hängen des Monte Bonadies, den das Castello di Arechi dominiert. In dem Palast ist die alte Praetur der Stadt untergebracht.
Geschichte mini|hochkant|Detail der Dekorationen im obersten Stockwerk Der Palazzo Copeta gehört zu den Adelsresidenzen, die im Laufe des 18. Jahrhunderts in der Altstadt von Salerno erbaut wurden. Er liegt in überhöhter Lage im Bereich des sogenannten Plaium Montis, in der Nähe der Kirche Santa Maria delle Grazie. Von ihm aus hat man dank seines L-förmigen Grundrisses sowohl einen Blick über den Golf von Salerno als auch auf die Flussebene des Sele im Süden, wie auf die Amalfiküste im Westen. Dem Palast wurde traditionell zugesagt, dass er auf dem Friedhof des benachbarten Klosters errichtet worden sei, was aber durch Dokumente widerlegt wurde.
mini|Das Wappen der Familie Copeta im Eingangsbereich Am 18. November 1759 verkaufte das Kloster Santa Maria delle Grazie an Gerardo Copeta für die Summe von 1200 Dukaten ein Haus mit Garten: “Sito in questa città di Salerno all'incontro del suddetto monastero nel distretto della parrocchiale chiesa di San Benedetto in Plano Montis nella strada detta al Monte che porta al suddetto monastero di Santa Maria delle Grazie“(dt.: [Er] liegt in dieser Stadt Salerno an der Grenze des obengenannten Klosters, im Pfarrsprengel der Pfarrkirche San Benedetto in Plano Montis in der Straße namens Al Monte, die zum genannten Kloster Santa Maria delle Grazie führt.)
Dem Dokument ist auch eine Beschreibung beigefügt, aus der auch die Existenz eines Gartens mit Zitrusbäumen hervorgeht. Bei dem Palast handelt es sich also nicht um einen Neubau, sondern um den Umbau und die Aufstockung um eine Etage eines Vorgängergebäudes.
Die Copeta waren nicht adligen Ursprungs. Es scheint jedoch, dass ein Mitglied der Familie Copeta Bischof gewesen sei. So lässt sich zumindest das Wappenfresko auf der Gewölbedecke des Eingangsbereiches interpretieren. Dabei könnte es sich um Biagio Copeta handeln, der 1727 zum Bischof von Mottola ernannt wurde.
Der Palast war einer der letzten Sitze der Schule von Salerno, die Joachim Murat 1811 schließen ließ. Die verbleibenden Lehrstühle für Medizin und Recht der Schule von Salerno arbeiteten ab 1811 noch etwa 50 Jahre lang im benachbarten Convitto Nazionale Torquato Tasso. Diese Lehrstühle nutzten noch die Säle des Palazzo Copeta bis zu ihrer Schließung auf Geheiß von Francesco de Sanctis, Minister des Königreiches Italien, im Jahre 1861.
Beschreibung mini|Brunnen im Innenhof Das Gebäude besteht aus zwei im rechten Winkel zulaufenden Flügeln, die zum Meer hin nach Westen und nach Süden ausgerichtet sind, so dass sich der gesamte Golf von Salerno überblicken lässt. Der überhöhte und der Sonne zugewandte Bau, ähnelt der Bauweise, in der die Villen im Bereich des Vesuvs errichtet wurden. Das Eingangsportal besteht aus Piperno und Quadern mit wechselndem Relief und erinnert an das von Ferdinando Sanfelice am Palazzo Palmarice in Neapel erbaute Portal. Der Eingangsbereich ist abgesenkt und mündet in einen polygonalen Innenhof, begrenzt durch eine mit Stuck verzierten Wand und einen Brunnen. Wo sich einst die Ställe, die Zimmerei und die Lagerhallen befanden, sind mittlerweile Wohnungen untergebracht.
Das Mauerwerk besteht aus verputztem und gestrichenem Natur- und Tuffstein. Der Eingangsbereich besitzt ein Tonnengewölbe und eine Holzdecke. Die Freitreppe hat einen rechteckigen Grundriss auf Strebebögen. Das Dach ist mit Klosterziegeln gedeckt und zum Teil mit einer Terrasse versehen. Die Bodenbeläge sind aus Granulat. Die äußeren Verzierungen sind aus Stuck und der Eingangsbereich ist mit Fresken versehen. Die Innenräume sind Stuckarbeiten, Fresken von 1763, Büsten und Amphoren in Terrakotta geschmückt. In den Innenräumen befinden sich Holztüren mit Türsimsen und ähnlichen Innentüren aus dem 18. Jahrhundert. Der Palazzo Copeta, heute auch „Palazzo Clarizia“ genannt, wurde teilweise im Rokokostil errichtet.
Die Wohnungen sind auf zwei Stockwerke verteilt, in die man über eine nach neapolitanischem Modell lichtdurchflutete Treppe gelangt. Die Verzierungen spielen mit dem Kontrast zwischen Piperno und Stuck mit der Einfügung achtzackiger Sterne, die fast die gesamte Decke der Treppenabsätze bedecken. Der Palast besitzt zahlreiche Balkone, die mit dreieckigen Tympana und Korbbögen im Wechsel verziert sind.
Bildergalerie
Literatur A. Gambardella: Il centro storico di Salerno – Aspetti e problemi. Neapel 1968. S. 48–52. M. Pasca, A. Braca, R. Carafa: Il centro storico di Salerno. Salerno 2000. S. 201–203.
Weblinks
Bild des Platzes der Chiesa dell’Addolorata im Jahre 1925, in deren Nähe sich der Palazzo Copeta befindet.
Einzelnachweise A.S.S. Prot. Not. B. 5368. Blatt 938 ff.
Copeta Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert