Die römisch-katholische Kirche St. Michael in Hagenbach steht an der örtlichen Ludwigstraße im Kreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Wörther Pfarrei Heiliger Christophorus im Bistum Speyer und trägt das Patrozinium des Erzengels Michael. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.

Lage Die Kirche mit ihrem Vorplatz liegt im Zentrum von Hagenbach an der Ludwigstraße.

Geschichte Am 23. und 24. Dezember 1146 hielt sich Bernhard von Clairvaux auf seinem Weg zum Speyerer Dom in Hagenbach auf. In Speyer rief er später zur Beteiligung am Zweiten Kreuzzug auf. 1463 wird erstmals ein Pfarrer in Hagenbach erwähnt. Nach mehrfachen Konfessionswechseln im Nachgang der Reformation, wurde die Hagenbacher Pfarrei 1648 wieder katholisch.

Im Jahr 2005 wurde eine Innenrenovierung vorgenommen, 2021 wurde das Kirchenäußere renoviert.

Beschreibung Das heutige Kirchengebäude wurde zwischen 1752 und 1759 nach Entwürfen des kurpfälzischen Hofbaumeisters Sigismund Zeller im Stil des Rokoko errichtet. Es handelt sich um eine große Saalkirche, dessen Chor mit einem Tonnengewölbe ausgeführt ist. Der Kirchturm trägt eine Zwiebelhaube und bildet auf Steinpfeilern stehend mit der durch Pilaster gegliederten Fassade eine Front.

Die Ausstattung der Kirche ist teilweise historisch. Aus der Erbauungszeit stammen die Kanzel, zwei Beichtstühle sowie der Taufstein. Die Augsburger Monstranz wurde zwischen 1737 und 1739 von Franz Ignaz Berdolt geschaffen. Zudem sind Paramente aus dem 18. Jahrhundert vorhanden.

Auf dem Kirchfriedhof steht eine vierfigurige Kreuzigungsgruppe auf einem Tischsockel, die 1835 von Bernhard Joseph Würschmitt geschaffen wurde.

Orgel mini|Orgel mini|Steuer-Spieltisch

Johann Michael Hartung (Dürkheim) baute im Jahr 1752 eine Orgel für die St.-Michael-Kirche. Diese wurde 1789 von Johann Michael Stiehr (Seltz) repariert. Die heutige Orgel wurde 1913 von H. Voit & Söhne (Durlach) mit pneumatischen Trakturen gebaut. Ernst Steuer (Karlsruhe) nahm im Jahr 1953 eine neobarocke Umdisponierung vor und stellte das Werk mit einem neuen Spieltisch auf elektrische Traktur um. Das Instrument verfügt heute über 28 Register auf zwei Manualen und Pedal; die Pfeifen stehen auf Membranladen. Die Disposition lautet:

I Hauptwerk C–g3 1. Gedacktpommer 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Gedeckt 8′ 4. Zart 8′ 5. Oktave 4′ 6. Gemshorn 4′ 7. Waldflöte 2′ 8. Mixtur IV–V ′ 9. Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 10. Lieblich Gedackt 8′ 11. Quintade 8′ 12. Prinzipal 4′ 13. Koppelflöte 4′ 14. Oktave 2′ 15. Terz ′ 16. Larigot ′ 17. Schwiegel 1′ 18. Scharfzimbel IV ′ 19. Krummhorn 8′ Pedal C–f1 20. Hintersatz 16′ 21. Grobgedackt 16′ 22. Echogedackt 16′ 23. Oktavbass 8′ 24. Flötenbass 8′ 25. Engbass 4′ 26. Pedalmixtur IV 2′ 27. Posaune 16′ 28. Trompetenbaß 4′

Koppeln: II/I, I/P, II/P Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Organo Pleno, Tutti, Auslöser, Automatisches Piano-Pedal, Crescendo-Walze mit Absteller, Einzelzungenabsteller

I Hauptwerk C–c3 1. Prinzipal 8′ 2. Bourdon 8′ 3. Violdegam 8′ 4. Quintathoen 8′ 5. Oktav 4′ 6. Floet Gedackt 4′ 7. Quinte 3′ 8. Super Octava 2′ 9. Gemshorn 2′ 10. Tertia ′ 11. Mixtur IV 1′ Tremulant II Oberwerk C–c3 12. Hohlpfeiff 8′ 13. Salicional (D) 8′ 14. Rohrflöt 4′ 15. Nasat ′ 16. Zimmel III 1′ 17. Krummhorn 8′ 18. Vox humana 8′ Pedal C–e0 19. Subbaß 16′ 20. Oktavbaß 8′ 21. Posaunbaß 8′

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Seelsorge In Hagenbach ist seit über 100 Jahren eine Lourdesgrotte vorhanden, in welcher alljährlich Maiandachten durchgeführt werden. Am 4. Fastensonntag organisiert die Gemeinde regelmäßig Hungermärsche der Indienhilfe durch den Bienwald.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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