Horst Bendix (* 31. Mai 1930 in Leipzig; † 9. Juni 2023 ebenda)Traueranzeige vom 24. Juni 2023. trauer-anzeigen.de. Abgerufen am 26. Juli 2025. war ein deutscher Ingenieur und Konstrukteur sowie Professor.
Leben Nach Studium und Promotion an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden arbeitete sich Bendix bereits 1960 zum Chefkonstrukteur des VEB Schwermaschinenbau „S. M. Kirow“ Leipzig hoch, eines über die Grenzen der DDR hinaus angesehenen Spezialisten für Kräne.Armin Müller: Institutionelle Brüche und personelle Brücken. Werkleiter in Volkseigenen Betrieben der DDR in der Ära Ulbricht, Böhlau 2006, ISBN 9783412310059, S. 295 Er trat der SED bei und wurde 1971 sowie 1983 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Unter anderem entwickelte er Kräne für den Bau des Berliner Fernsehturms sowie Schaufelradbagger für den Braunkohlebergbau. Bendix war Mitglied im Forschungsrat der DDRDie Weltbühne 42 (1987), S. 306 sowie Präsidiumsmitglied der Kammer der TechnikHans-Jochen Rindfleisch, Rainer Thiel: Erfinderschulen in der DDR. Eine Initiative zur Erschliessung und Nutzung von technisch-ökonomischen Kreativitätspotentialen in der Industrieforschung: Rückblick und Ausblick, Trafo-Verlag W. Weist 1994, ISBN 9783930412235, S. 24.
1991 war er Mitglied des Vorstandes der TAKRAF-AG Leipzig.
Ab etwa 2010 beschäftigte Bendix sich mit Problemen der Windkraftanlagen und entwickelte zwei Konstruktionen, um die höhere Windenergie in höheren Luftschichten (Troposphäre statt Prandtl- und Ekman-Schicht) nutzen zu können. In einem Entwurf platzierte er den schweren Generator auf dem Boden und verlagerte so den Schwerpunkt der Anlage erheblich nach unten; die Kraftübertragung erfolgt mit einem Keilriemen. In einem weiteren Entwurf wird im Inneren des Turms teleskopartig ein weiterer Turmteil hydraulisch ausgefahren, so dass große Montagehöhen reduziert und für Kräne erreichbar werden.Ann-Kathrin Nezik: Ein Mann will nach oben. In: Die Zeit Nr. 6/2022, online aktualisiert am 6. Februar 2022, abgerufen am 26. Juli 2025. 2019 konnte er die neue Bundesagentur für Sprunginnovationen überzeugen, seinen Entwurf prototypisch weiterzuentwickeln.
Der GICON-Höhenwindturm basiert auf seinem Entwurf.
Bendix war verheiratet und hinterließ drei Kinder. Er ist auf dem Ostfriedhof Leipzig beigesetzt.
Auszeichnungen 1971: Nationalpreis der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik für seinen Anteil an dem beispielhaften technischen und ökonomischen Ergebnis der Typenreihe Eisenbahndrehkrane 1983: Nationalpreis der DDR I. Klasse für Wissenschaft und Technik für seinen Anteil an der Entwicklung neuer Montagetechnologien für Großgerät- und Industrieanlagen 1987: Friedrich-List-Plakette der Hochschule für Verkehrswesen in DresdenAuszeichnungen, in: Hebezeuge und Fördermittel 27 (1987), S. 27
Schriften Mehrfach bewickelte Seiltrommeln. In: Hebezeuge und Fördermittel 8 (1968) Nr. 9, S. 278–279. Experimentelle und theoretische Untersuchungen der dynamischen Eigenstandsicherheit von Eisenbahndrehkranen, Dissertation A, Hochschule für Verkehrswesen, Fakultät für Technik und Naturwissenschaft, Dresden, 1971 rund 60 Patentschriften Produkte mit höheren Effekten – höhere Erlöse, in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Der ostdeutsche Maschinenbau – Wege zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Gesprächskreis Arbeit und Soziales Nr. 11, Bonn 1992, ISBN 3-86077-054-3, S. 36–40, pdf Windernte in 300 Meter Höhe, in: Erneuerbare Energien 2/2015, S. 74
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ingenieur Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR I. Klasse für Wissenschaft und Technik Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Absolvent der Hochschule für Verkehrswesen Kategorie:Person (Leipzig) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann