Die Rue de Solférino ist eine Straße im 7. Arrondissement von Paris.

Lage Die Straße führt vom Seineufer (Quai Anatole France – Quai Valéry Giscard d’Estaing) zum Boulevard Saint-Germain. Am südlichen Ende wird die Straße zwischen dem Boulevard Saint-Germain und der Rue Saint-Dominique als Parkanlage (Place Jacques Bainville) weitergeführt.

Namensursprung Die Straße beginnt an der Fußgängerbrücke Lépold Sédar Senghor, die ursprünglich Pont de Solférino hieß. Straße und Brücke verdanken den Namen der Schlacht von Solferino, die Napoleon III. am 24. Juni 1859 während des Italienfeldzugs in der Lombardei gegen die österreichischen Truppen gewann.

Geschichte Die Verkehrsader sollte den Faubourg Saint-Germain mit der Oper und darüber hinaus verbinden.Journal de Genève vom 17. September 1867: On démolit en ce moment les deux piliers portant des vases en marbre blanc qui soutiennent la grille de la rue de Rivoli au Jardin des Tuileries vis-à-vis de la rue Castiglione. Ce sont les premiers travaux de cette rue dont on parle depuis longtemps et qui va couper en deux le grand jardin au droit de la rue de Castiglione et du pont de Solferino, afin de mettre en communication le faubourg St-Germain avec le nouvel Opéra et les quartiers nord de la rive droite. Cette rue sera bordée, dit-on, de deux grilles, l’une du côté des Tuileries, l’autre du côté de la place de la Concorde. Au-delà du pont sur la rive gauche, on perce la rue de Solferino qui ira rencontrer près de la rue St-Dominique le boulevard St-Germain. Sie wurde unter dem Zweiten Kaiserreich per Dekret vom 28. Juli 1866 geschaffen.

Sehenswürdigkeiten Nr. 1: Gärten und ein Teil der Fassade des Palastes der Ehrenlegion, dessen Haupteingang sich in der Rue de Lille befindet. Nr. 2: Hôtel Hunebel«Hôtel Hunnebelle, 2, rue de Solférino, grand salon, cycle des douze travaux d’Hercule, Hercule soutenant le ciel et Atlas, Charles Lameire (1832-1910)», Musée d’Orsay: Im Jahr 1881 lebte unter dieser Adresse ein gewisser Herr Hunebelle« Le quartier Marbeuf », Le Petit Journal, 9 février 1881, sur RetroNews, Bauunternehmer für öffentliche Arbeiten. – Das Gebäude ist die Rückseite des Musée d’Orsay. Nr. 5: Von 1947 bis 1955 befand sich hier das Hauptquartier von General de Gaulles RPF (Rassemblement du peuple français). Seit den 1970er Jahren ist es der Sitz des Instituts und der Stiftung Charles de Gaulle. Die Rue de Solférino war auch der Sitz verschiedener gaullistischer politischer Vereinigungen und Organisationen, wie der Nationalen Vereinigung zur Unterstützung der Aktion General de Gaulles von 1960 bis 1975 und des Dienstes für Bürgeraktion (SAC). – Der Akademiker und Literat François de Curel (1854–1928) lebte und starb in diesem Haus. Nr. 6: Eine Gedenktafel erinnert daran, dass hier der Schriftsteller Jules Romains von 1947 bis 1972 wohnte. Nr. 10: Unter dieser Hausnummer wird ein Gebäudekomplex mit entsprechender Nutzungsgeschichte zusammengefasst: Stadthaus von Albert de Broglie, Botschafter, Minister, Ratspräsident, Parlamentarier, Mitglied der Académie française, dann seines Sohnes Prinz Amédée de Broglie (1849–1917), Ehemann von Marie Say (1857–1943).Pauline de Pange: Comment j’ai vu 1900. Grasset, «Les Cahiers rouges», Paris 2013, S. 184, ISBN 978-2-246-80127-6, S. 113 Letztere, die 1930 erneut Prinz Louis-Ferdinand d’Orléans heiratete, bewohnte das Haus mit den Kindern aus ihrer ersten Ehe bis 1934. Im Jahr 1934 erwarb der Allgemeine Gewerkschaftsbund (CGT) das Gebäude. 1940 löste das Vichy-Regime die Gewerkschaften auf und beschlagnahmte ihr Eigentum. Während der deutschen Besatzung (fr) beherbergte dieses Gebäude das für Propaganda zuständige Informationsministerium, ein Symbol der Kollaboration. Informationsminister Philippe Henriot wurde dort am 28. Juni 1944 getötet. Der Täter war ein Mitglied der COMAC. Am 18. August 1944, während des Pariser Aufstands, eroberten Widerstandskämpfer des öffentlichen Dienstes der CGT das Gebäude mit Waffengewalt zurück. Nach der Spaltung 1948 und bis 1978 war es der Sitz der aus der Vorkriegs-CGT hervorgegangenen Gewerkschaften: UGFF-CGT, FGF-FO und FEN.Zur Geschichte dieser Veränderungen siehe Guy Putfin et Luc Bentz, «Tribulations autour du 10, rue de Solférino, siège fédéral des fonctionnaires (1934–1978)», Centre Henri-Aigueperse/UNSA Éducation, 19. Aug. 2014. Von 1981 bis 2018 hatte die Parti socialiste (PS) hier ihren Sitz. Im Januar 2021 erwarb die Interparfums-Gruppe, die zuvor am Rond Point des Champs-Élysées 4 im 8. Arrondissement von Paris ansässig war, das Gebäude als ihren Hauptsitz.Éric Treguier: Le parfumeur Interparfums s'installe dans l'ex-siège du PS, rue de Solférino. In: Challenges, 20. Januar 2021.Laurence Albert: Paris : Solferino tourne la page du PS pour accueillir Interparfums. In: Les Échos, 11. März 2022. Mit der Renovierung wurde der Architekt Jean-Paul Viguier beauftragt.

Filmkulisse In der Straße wurden Szenen aus Staffel 2 der Fernsehserie Baron Noir (2018) gedreht.

Einzelnachweise

Solférino