Die Bundesautobahn 9 (Abkürzung: BAB 9) – Kurzform: Autobahn 9 (Abkürzung: A 9) – ist eine deutsche Autobahn, die in Nord-Süd-Richtung verläuft und die Millionenstädte Berlin und München miteinander verbindet. Sie beginnt am Berliner Ring und bindet die Großstädte Halle (Saale), Leipzig, Nürnberg und Ingolstadt an, ehe sie im Münchner Stadtteil Schwabing in den Mittleren Ring mündet. Mit 530 Kilometern Gesamtlänge ist sie eine der längsten Autobahnen in Deutschland.

Die Strecke wurde im Wesentlichen schon in den 1930er Jahren zur Zeit des Nationalsozialismus als Reichsautobahn gebaut und stellte nach der Teilung Deutschlands eine der Transitstrecken von Westdeutschland nach West-Berlin dar. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde im Zuge des wachsenden Verkehrsaufkommens der größte Teil der Autobahn erneuert.

Verlauf Auf dem Weg vom Berliner Ring bis ins Stadtgebiet von München durchquert die BAB 9 die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern. Mit Ausnahme der Hauptfahrbahn im Hermsdorfer Kreuz, des Autobahnkreuzes Nürnberg und des letzten Abschnitts am Autobahnende in München weist sie durchgehend mindestens drei Fahrspuren pro Richtung auf.

Die Autobahn nimmt ihren Anfang am Autobahndreieck Potsdam, das sich rund 45 km südwestlich der Berliner Innenstadt bei Ferch befindet, wo sie von der BAB 10 (Berliner Ring) abzweigt. Seit dem Umbau in den 1990er Jahren bildet die BAB 9 dabei die Verlängerung der aus östlicher Richtung kommenden, sechsstreifigen Hauptfahrbahn. Die Strecke ist anfangs von ausgedehnten Kiefernwäldern, wie sie für große Teile Brandenburgs typisch sind, geprägt. Sie führt unmittelbar am Gelände der ehemaligen Beelitzer Lungenheilstätten vorbei, quert in südwestliche Richtung verlaufend das Baruther Urstromtal und erreicht den Fläming, einen waldreichen und relativ niedrigen Höhenzug. Zwischen Niemegk und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt weist die Trassenführung dabei einen kurvigen und hügeligen Verlauf auf. Über ein kleines Tal führt dabei die denkmalgeschützte Hagenbrücke, eine vollständig aus Klinkersteinen errichtete Bogenbrücke aus der Zeit der Errichtung der Autobahn.

Nach Querung der Grenze zu Sachsen-Anhalt folgen einige weitere Kilometer schnurgerader Strecke durch den bewaldeten Fläming, ehe bei Coswig die weitläufige Auenlandschaft beiderseits der Elbe erreicht ist. Der Fluss wird bei Vockerode überquert und die Stadt Dessau angebunden sowie die Mulde überbrückt. Nach Durchquerung der Mosigkauer Heide folgt ein über mehrere Kilometer schnurgerader Verlauf nach Süden an Bitterfeld-Wolfen vorbei. Schon bei der Streckenplanung in den 1930er Jahren wurde dieses Autobahnteilstück als Rennstrecke für Geschwindigkeitsrekordfahrten konzipiert. Über die B 100 besteht eine wichtige Ost-West-Verbindung, die auch die Stadt Halle (Saale) anschließt. Es folgt ein Verlauf unmittelbar entlang der Landesgrenze zwischen den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Sachsen, bis schließlich für einige Kilometer sächsisches Gebiet erreicht ist. Am Schkeuditzer Kreuz trifft die BAB 9 auf die BAB 14 und bildet von dort an zusammen mit dieser, der BAB 38 und der BAB 143 einen doppelten Autobahnring um die Städte Halle und Leipzig (Mitteldeutsche Schleife). Unmittelbar benachbart zum Autobahnkreuz befindet sich der Flughafen Leipzig/Halle.

Am westlichen Stadtrand von Leipzig folgt die BAB 9 über eine längere Strecke dem Grenzverlauf zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mehrere Flüsse und Kanäle des Leipziger Gewässerknotens werden überquert und die Autobahn schwenkt von Süden wieder mehr in Richtung Südwesten. Am Kreuz Rippachtal. wo die BAB 38 angebunden wird, endet der Abschnitt als Autobahnring. An Weißenfels vorbei geht es aus der flachen Leipziger Tieflandsbucht und damit der Norddeutschen Tiefebene hinaus. Die Landesgrenze zu Thüringen wird überschritten, dem folgt bei Eisenberg eine relativ kurvige Strecke durch das hügelige und bewaldete Thüringer Holzland nach Süden. Das Hermsdorfer Kreuz stellt mit der Ost-West-Achse BAB 4 einen wichtigen Knotenpunkt im deutschen Autobahnnetz dar. Im Bereich des Kreuzes ist die Hauptfahrbahn der BAB 9 noch vierstreifig, der jeweils rechte Fahrstreifen zweigt auf die Parallelfahrbahn ab.

Einem hügeligen und von einigen Kurven geprägten Abschnitt südlich des Hermsdorfer Kreuzes folgt bei Triptis der Abstieg ins Orlatal. Auf diesem hinaus geht es ins Thüringer Schiefergebirge, das auf einer sehr geraden Strecke durchquert wird. Südlich von Schleiz wird die Landschaft gebirgig und es folgt eine kurvige und bergige Strecke durch die höheren Gebirgslagen. Die Autobahn steigt ins Saaletal hinab, überquert den Fluss und damit die Landesgrenze zu Bayern. Bis 1990 war dies die Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Auf bayerischer Seite führt sie mit zahlreichen engen Kurven aus dem Tal hinauf auf den östlichsten Ausläufer des Frankenwalds. Entlang eines Höhenzugs hoch über Selbitz- und Saaletal, zweigt am Dreieck bayerisches Vogtland die BAB 72 nach Osten ab.

Die BAB 9 folgt weiter dem Höhenzug in nun wieder südwestliche Richtung bis Münchberg, wo das Pulschnitztal in einer langgezogenen Gerade durchfahren wird. Es folgt die Münchberger Hochfläche, der Landrücken zwischen dem Frankenwald im Nordwesten und dem Fichtelgebirge im Osten, der auf ganze Länge durchquert wird. Nur wenige Kilometer östlich bzw. südöstlich der Autobahn erheben sich mit dem Schneeberg und dem Ochsenkopf die etwas über 1.000 m hohen höchsten Berge Nordbayerns. Bei Bad Berneck führt eine Gefällestrecke parallel zur bekannten Eisenbahn-Steilstrecke, der sogenannten Schiefen Ebene, ins Tal des Weißen Mains hinab, einer der beiden Quellflüsse des Mains, der auf einer über einen Kilometer langen Talbrücke überquert wird. Auf dem Höhenrücken südlich des Tals zweigt am Dreieck Bayreuth/Kulmbach die BAB 70 nach Westen ab.

An der als Bindlacher Berg bekannten Gefällestrecke führt die BAB 9 zum Roten Main hinab und erreicht die Stadt Bayreuth. Dabei wird teilweise das besiedelte Stadtgebiet durchquert, weshalb beim Ausbau auf sechs Fahrstreifen in Höhe von Laineck eine rund 360 m lange Lärmschutz-Einhausung entstand.Vor 25 Jahren. A 9: Tunnel wird um 50 Meter verlängert in: Nordbayerischer Kurier vom 5./6. August 2023, S. 10. Direkt nach dem Tunnel wird mit dem Roten Main der zweite Main-Quellfluss überquert. Südlich von Bayreuth folgt eine langgezogene Steigung, die die Autobahn in südliche, dann westliche und schließlich wieder südliche Richtung auf die Fränkische Alb führt. Sie durchquert den Lindenhardter Forst, ehe bei Trockau der zweite, kurvigere Teil des Aufstiegs beginnt und der Kleine Kulm, höchste Erhebung der Fränkischen Schweiz, tangiert wird. Hinter der nachfolgenden Gefällestrecke bei Pegnitz wird der weitläufige Veldensteiner Forst in seinem nördlichen und westlichen Bereich durchquert. Von Plech, wo die Autobahn den Wald verlässt, bis zum Beginn des Albabstiegs überquert sie auf rund 560 m über NN in südwestlicher Richtung den Hauptkamm des Gebirgszugs. Hinter Hormersdorf beginnt mit dem Hienberg ein imposanter Abstieg von der Alb hinab ins Tal der Schnaittach und damit das Mittelfränkische Becken. Die Steigungs- bzw. Gefällestrecke zeichnet sich durch die getrennt voneinander auf den jeweils entgegengesetzten Bergflanken verlaufenden Fahrbahnen aus. An beiden Richtungsfahrbahnen bestehen Hangbrücken, die Zusammenführung der Fahrbahnen auf eine gemeinsame Trasse folgt auf der knapp 1,3 km langen Talbrücke Schnaittach. Der Ballungsraum um Nürnberg ist erreicht und die flache Landschaft wird von weitläufigen Kiefernwäldern geprägt. Bei Lauf wird die Pegnitz überquert, nach einigen weiteren Kilometern folgt das Kreuz Nürnberg mit der BAB 3. Dort mündet die von Norden kommende Hauptfahrbahn in die von Nordwesten kommende Fahrbahn der BAB 3, die ab hier wiederum die nach Süden weiterführende Trasse der BAB 9 bildet. Im Bereich des Kreuzes weist die BAB 9 nur vier Fahrstreifen auf.

Nach einigen Kilometern durch den Lorenzer Reichswald besteht in Nürnberg-Fischbach ein Anschluss an das Stadtzentrum der zweitgrößten Stadt Bayerns. Am Autobahnkreuz Nürnberg-Ost kreuzt die BAB 6. Bei Feucht trifft die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt auf die Autobahn und läuft von nun an in Verkehrswegebündelung größtenteils parallel zu ihr. Am Autobahndreieck Nürnberg/Feucht mündet die BAB 73 ein, über die aus südlicher Richtung eine weitere Anbindung an das Nürnberger Stadtzentrum besteht. Bei Allersberg wird der Reichswald verlassen und die Autobahn führt in einer langen, kurvenarmen Trasse nach Süden. In Höhe der Querung des Main-Donau-Kanals bei Hilpoltstein wird die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer gequert.

Bei Greding erreicht die Autobahn erneut den bogenförmig verlaufenden Höhenzug der Fränkischen Alb. Zunächst entlang des Schwarzachtals verlaufend, beginnt nach Überquerung der Altmühl bei Kinding ein weiterer Aufstieg. Dabei verläuft die Richtungsfahrbahn München auf einer später gebauten, separaten Trasse über eine Hangbrücke, während die Richtungsfahrbahn Nürnberg die beiden alten Fahrbahnen der Autobahn nutzt – hierbei werden PKW- und LKW-Verkehr getrennt geführt. Bei Denkendorf wird der Scheitelpunkt der Fränkischen Alb erreicht, ehe ein langgestreckter Abstieg durch den Köschinger Forst in die von Fahrzeug- und Chemieindustrie geprägte Donauebene um Ingolstadt folgt.

Nach Überquerung der Donau im Stadtgebiet von Ingolstadt wird nach Passieren der flachen Donauniederung bei Langenbruck das hügelige Alpenvorland, namentlich das vom Hopfenanbau geprägte Donau-Isar-Hügelland, erreicht. Nach Durchquerung des Ilmtals zweigt am Autobahndreieck Holledau die BAB 93 nach Regensburg ab. Südlich des Dreiecks weist die BAB 9 aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens eine temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) auf. Zunächst weiter durch das hügelige Gebiet verlaufend, wird bei Allershausen das Ampertal durchquert, ehe der Höhenrücken zur Münchner Schotterebene überquert wird. Bei gutem Wetter hat man hier ein Panorama auf die Stadt München mit den Alpen in der Ferne. Kurz vor Erreichen des Ballungsraums München kreuzt am Autobahnkreuz Neufahrn die BAB 92 von Deggendorf und vom Flughafen München her kommend. Anschließend führt die Autobahn achtstreifig an Garching vorbei und erreicht das Kreuz München-Nord mit der BAB 99 (Münchner Ring). Unmittelbar westlich der Autobahn liegt die Allianz Arena. Das letzte Stück auf Münchner Stadtgebiet führt zunächst sechs-, dann vierstreifig über die Hochbrücke Freimann, ehe die Autobahn an der als Autobahndreieck ausgeführten Anschlussstelle München-Schwabing in den Mittleren Ring mündet.

Geschichte Pläne für eine Autostraße zwischen Berlin und München wurden schon in den 1920er Jahren mit den ersten Bauprojekten für den Kraftverkehr vorbehaltene Straßen erstellt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Anfang der 1930er Jahre vom Verein HaFraBa ausgearbeiteten Planungen für ein zusammenhängendes Netz an „Nur-Autostraßen“ dann in Angriff genommen. Die Reichsautobahn-Strecke Berlin–München konnte noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt werden. Nach Kriegsende und der Entstehung der beiden deutschen Staaten diente die Autobahn als Transitstrecke zwischen Süddeutschland und West-Berlin über den Grenzübergang Rudolphstein/Hirschberg. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 nahm der Verkehr auf der Autobahn sehr stark zu, weshalb ein Ausbau der Strecke auf durchgehend sechs Fahrstreifen durchgeführt wurde.

Erste Planungen Nur-Autostraßen der HaFraBa