Die Kirche St. Peter und Paul in dem zur Gmina Pasłęk gehörenden Ort Marianka in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und war bis 1945 Pfarrkirche des evangelischen Kirchspiels Marienfelde im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland.

Geographische Lage Marianka liegt drei Kilometer nordwestlich der Stadt Pasłęk (Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing). Die Kirche steht in der Ortsmitte auf der Westseite der Hauptstraße Pasłęk–Pomorska Wieś (Pomehrendorf).

Kirchengebäude Bereits 1334 wurde die kleine Dorfkirche im damaligen Campens MariaeDietrich Lange: Marienfelde, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) in einem Dokument erwähnt.Informationszentrum Ostpreußen: Marianka–Marienfelde und erhielt den Chorabschluss wohl bereits vor dieser Zeit. Alle wesentlichen Teile des gotischen Backsteinbauwerks wie Kirchenschiff und Vorhalle stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die Sakristei aus der zweiten Hälfte, und der Turm dürfte gegen 1400 errichtet worden sein.

Der Chor wurde 1515 mit reichem Zellengewölbe – geschaffen vom Danziger Meister Matz – ausgestattet, während das Langhaus schon immer flach gedeckt war und 1723 eine neue Flachdecke erhielt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreußischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 75, Abb. 274, 275

Im Jahre 1892 entdeckte man bei Ausbesserungsarbeiten an der Südwand überlebensgroße Wandgemälde unter einer dreifachen Putzschicht, die um 1450 entstanden waren, und auf der Innenseite der Tür des Sakramentshäuschens ein Gemälde des Schmerzenmannes. Die Wandgemälde wurden vermutlich vom Komtur Heinrich Reuß von Plauen sowie einem unbekannten Nikolaus von Lubichau gestiftet.

Der Schnitzaltar mit dem Bild der Auferstehung Christi im Oberteil stammt aus dem Jahr 1682, und die Kanzel sowie Taufkammer von 1692 sind Werke von Isaak Riga. Noch aus vorreformatorischer Zeit sind der Taufstein und zwei Messingleuchter erhalten geblieben.

Die Orgel wurde 1853 erbaut. Das Geläut bestand vor 1945 aus drei Glocken.

2012 wurde erstmals von gotischen Wandmalereien in der Kirche berichtet. 2016 wurde mit Unterstützung der Deutsch-polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) an der Restaurierung der Wandbilder gearbeitet. Die Wandmalereien „Verkündigung“ und „Christus, Gottvater und Heilige Barbara“ wurden von der Restauratorin Joanna Arszynska aus Toruń (Thorn) wieder neu zur Geltung gebracht.

Seit 1945 ist die bisher evangelische Pfarrkirche ein zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus geweihtes römisch-katholisches Gotteshaus und wurde auch baulich den veränderten liturgischen Gebräuchen angepasst.

Kirchengemeinde Die Gründung der Kirche in Marienfelde weist ins 14. Jahrhundert zurück.

Evangelisch Geschichte Nach Einführung der Reformation in Ostpreußen übernahm sie hier die lutherische Lehre, die über 400 Jahre das kirchliche Leben prägte.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471 Die Pfarrstelle in Marienfelde war bis 1945 durchgehend besetzt.Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 92 Zur Pfarrkirche gehörten im Jahre 1925 14 Kirchspielorte, in denen 2560 Gemeindeglieder wohnten. Die Pfarrei war in den Kirchenkreis Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert.

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten 1945 und in den Jahren danach dem Leben der evangelischen Gemeinde in Marianka ein Ende. Hier heute lebende evangelische Einwohner sind jetzt der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet, die seitens der Pfarrei in Ostróda (Osterode) in Pasłęk eine Filialgemeinde versorgt.

Kirchspielorte Bis 1945 gehörten zum Kirchspiel Marienfelde die Orte:Der * kennzeichnet die Schulorte Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name * Briensdorf Borzynowo * Luxethen Łukszty * Bunden Bądy Marienfelde Marianka Davids Dawidy * Rapendorf Aniołowo Giebitten Gibity * Rogau Rogowo Guhrenwalde Górski Las Siebenhufen Siódmak Hasselbusch Leszczyna * Steegen Stegny Koken Kawki Wickerau Wikrowo

Pfarrer In der Zeit ihres Bestehens waren in der Kirchengemeinde Marienfeld als Pfarrer tätig: NN., bis 1554 Johann Morgenstern, 1554–1595 Gallus Strauß, 1595–1607 Heinrich Wolluhn, 1648/1657 Jacob Siegmann, 1656–1679 Laurentius Matzke, 1680–1720 Johann Friedr. Leisler, 1721–1726 Friedrich Herrmann, 1726–1734 Christian Friedrich Bernuht, 1734–1762 Johann Friedrich Krantz, 1763–1807 Christoph Ludwig Albrecht, 1806–1811 Absolom Springer, 1811–1836 Christ. L. Siegr. Kähler, 1837–1882 Joh. Friedr. Herm. Freitag, 1883–1911 Richard Leu, 1908 Richard Vierzig, 1908–1910 Georg Wagner, 1910–1911 Willy Kittmann, 1911 Albert Grützmacher, 1912–1913 Oskar Arthur Siegmund, 1913–1943 Alfred Meyrahn, 1944–2945

Römisch-katholisch Vor 1945 gehörten die römisch-katholischen Einwohner Marienfeldes zur Pfarrei St. Josef in der Kreisstadt Preußisch Holland. Im Jahre 1945 übernahmen sie die von den Evangelischen aufgegebene Dorfkirche, veränderten sie baulich entsprechend ihren veränderten liturgischen Ansprüchen und widmeten sie den Aposteln Petrus und Paulus. Das Gotteshaus ist heute wie auch das im benachbarten Węzina (Weeskendorf) eine Filialkirche der Pfarrei St. Josef. Diese gehört zum Dekanat Pasłęk I im Bistum Elbląg (Elbing). Sie wird von zwei Geistlichen betreut.Bistum Elbląg: Pfarrei St. Josef in Pasłęk (polnisch)

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