mini|1966er Ford F-100 Die F-Serie von Ford ist eine seit 1948 in der inzwischen vierzehnten Generation angebotene Baureihe von Pick-ups, Omnibus- und Lastkraftwagen-Fahrgestellen der Ford Motor Company. Das Fahrzeug ist in den USA seit 32 Jahren das meistverkaufte Auto (Stand: 2014) und liegt mit insgesamt 40 Millionen produzierten Exemplaren weltweit auf Rang zwei hinter dem Toyota Corolla (Stand: Mai 2022).

Geschichte Die erste Generation der F-Serie kam 1948 mit drei verschiedenen Modellen auf den Markt. 72 Jahre später brachte Ford die derzeit aktuelle, nunmehr 14. Generation (siehe Fotoleiste an der rechten Seite) des Pickup-Modells auf den Markt. Die F-Serie stellt das Rückgrat der Ford Motor Company auf dem Heimatmarkt USA dar. Seit Jahren ist es das meistverkaufte Fahrzeug auf dem nordamerikanischen Markt. Ford-trucks.com, 4. Januar 2006. Im Herbst 2008 wurde es zwar erstmals vom Honda Civic von der Spitze der Zulassungsstatistik verdrängt, über das gesamte Jahr betrachtet führte die Ford-F-Serie jedoch weiterhin die Zulassungsstatistiken an.

Grundlage des Erfolgs sind die unzähligen erhältlichen Karosserie- und Ausstattungsvarianten sowie die erschwinglichen Preise, die bei 17.345 US-Dollar beginnen. Das Modell ist mit unterschiedlich großer Fahrerkabine, verschiedenen Radständen und mehreren Motor- und Antriebsstrangkombinationen erhältlich. Dieselmotoren sind traditionell den Pickups der Heavy-Duty- oder Super-Duty-Reihe Ford F-250/350 vorbehalten.

Beliebt sind die Modelle auch aufgrund ihrer hohen Zuladung (bis zu 1400 kg für F-150 und 2600 kg für F-350) und der hohen Anhängelast (bis zu 5000 kg für F-150 und 8700 kg für F-350).

Die großen Abmessungen (bis zu 6,6 m Länge, 2,4 m Breite und 2 m Höhe) des Fahrzeugs in Kombination mit seinen verbrauchsintensiven Motoren (zwischen 21 und 25 l/100 km je nach Fahrweise) und einem hohen Eigengewicht bis zu 3 t hielten die Ford Motor Company bisher vom Export auf die europäischen Märkte ab.

Der F-150 SVT Lightning galt bis zum Erscheinen des Dodge Ram SRT-10 als schnellster Serien-Pickup der Welt.

Erste Generation (1948–1952) mini|Ford F-1 (1948–1952)

Die erste Generation der F-Serie erschien 1948, damals als Ford F-1 bezeichnet. Das Modell ersetzte damals Pkw-basierte Pickups bei Ford. Die F-Serie war in insgesamt acht Versionen erhältlich, die anhand ihres zulässigen Gesamtgewichts aufsteigend als F-1 bis F-8 bezeichnet wurden. In Kanada wurde das Modell auch unter der Marke Mercury verkauft. Gebaut wurde der Wagen schon damals in sechzehn Ford-Werken in den USA. Die Motorisierung bestand aus Reihen-Sechszylinder- und V8-Motoren mit 3,5 bis 5,5 Litern Hubraum.

1951 bekam das Modell einen leicht überarbeiteten Kühlergrill mit großen senkrechten Streben, außerdem wurden die Scheinwerfer weiter seitlich an den Radkästen angebracht.

Zweite Generation (1953–1956) mini|Ford F-100 (1953–1956)

1953 folgte ein komplett überarbeiteter Pickup mit einem wesentlich breiteren Kühlergrill, in den die Scheinwerfer integriert waren. Das Bezeichnungsschema wurde auf F-100 für die Basisversion und ähnliche Nummern bis hinauf zu F-360 geändert, wobei höhere Zahlen allgemein für eine höhere Zuladung stehen. Die größten Modelle der ersten Generation, F-5 bis F-8, blieben vorerst ohne Nachfolger, daher gab es nur Reihen-Sechszylinder- und V8-Motoren bis maximal 4,5 Liter Hubraum. Das Mercury-Modell wurde jetzt auch in den USA angeboten, darüber hinaus wurden die Modelle 1957 bis 1962 auch in Brasilien gebaut. Insgesamt wurden von der zweiten Generation 505.184 Exemplare gebaut, davon 25.122 long bed.

Dritte Generation (1957–1961) mini|Ford F-100 (1957–1961)

1957 folgte in Nordamerika ein komplett neues Modell mit einer deutlich eckigeren Karosserie und einer über die volle Breite verlaufenden Motorhaube. Zudem gab es eine als styleside bezeichnete Version, bei der die Ladefläche seitlich exakt mit dem Führerhaus abschloss. Die F-Serie hatte keinen umfangreichen Chromschmuck, was damals bei US-PKWs üblich war. Wie bereits bei der zweiten Generation gab es keine Modelle mit hohem Gesamtgewicht. Es gab drei Motoren: Einen Reihen-Sechszylinder mit 3,7 Litern Hubraum und zwei V8-Motoren (mit 4,5 oder 4,7 Litern Hubraum). Sie wurden an elf Standorten produziert. Die F-350 liefen nun nur noch in Louisville vom Band, wo bis heute die größten Modelle der F-Serie produziert werden.

Dieses Modell wurde bis 1961 in den USA produziert und anschließend bis 1971 in Brasilien bei Ford do Brasil.

Vierte Generation (1961–1966) mini|Ford F-100 (1961–1966)

In den USA folgte 1961 eine vierte, optisch komplett neu gestaltete Generation. Erstmals wurden Fahrzeuge der F-Serie für den nordamerikanischen Markt außerhalb der Vereinigten Staaten produziert: In Cuautitlán (Mexiko) und Oakville (Kanada). 1965 wurde erstmals eine Doppelkabine eingeführt. Darüber hinaus gab es eine Version speziell als Basis für vergleichsweise schwere Wohnwagen-Aufbauten. Die Motorenpalette wurde nach oben um einen 5,8-Liter-V8 mit 128 kW erweitert.

Fünfte Generation (1967–1972) mini|Ford F-100 (1966–1972) Die 1967 eingeführte fünfte Generation war der damaligen Mode entsprechend extrem eckig gestaltet. Da in den USA ab 1968 bei allen Fahrzeugen eine seitliche Beleuchtung oder Reflektoren angebracht werden mussten, gestaltete Ford die seitlich an der Motorhaube angebrachten Embleme mit integrierten Reflektoren. Als Ford Ranger gab es erstmals eine Luxusversion. Darüber hinaus gab es in vergleichsweise kleinen Stückzahlen verschiedene Spezialversionen für die verschiedensten Anwendungszwecke. Nunmehr wurden V8-Motoren mit bis zu 6,4 Litern und 190 kW verbaut.

mini|F-4000 der gleichen Baureihe aus brasilianischer Produktion In Brasilien beerbte dieses Modell – wieder einmal zu seinem Ende in den USA – 1971 die dritte Generation und blieb bis 1992 in der Produktion.

Sechste Generation (1973–1980) mini|Ford F-100 (1973–1980) Die 1973 in den USA eingeführte sechste Generation blieb ohne grundlegende Neuerungen, allerdings war dieses Modell 1976 der meistverkaufte Pickup der USA, eine Position, welche die F-Serie bis heute hält. Es bildete außerdem die Basis der 1978 eingeführten, neuen Modellgeneration des Ford Bronco. Optisch fällt vor allem ein „FORD“-Schriftzug in großen Chrom-Buchstaben über dem Kühlergrill auf. Bisher hielt sich Ford mit Markenmerkmalen eher zurück. Neben zwei Reihen-Sechszylindern gab es sechs verschiedene V8-Motoren mit bis zu 7,5 Litern Hubraum.

Motorisierungen Typ Hubraum Zylinder/Ventile Bauart Leistung Drehmoment Maximalgewicht Zuladung Styleside Zuladung Flareside Anhängelast gebremst F100 4.9 l (300 cui) 6/12 Reihenmotor 115 PS 302 Nm2.540 kg Regular Cab2.631 kg Super CabRegular Cab:2.223 kg SWB2.177 kg LWBSuper Cab:2.359 kg(2.586 kg HeavyDuty)(2.631 kg HD LWB)Regular Cab:2.449 kg SWB2.359 kg LWB(2.540 kg LWB HD)1.800 kg 5.0 l (302 cui)8/16V-Motor 132 PS 328 Nm 5.8 l (351 cui) 146 PS 376 Nm 6.6 l (400 cui) 171 PS 441 Nm F150 4.9 l (300 cui) 6/12 Reihenmotor 115 PS 302 Nm2.790 kg Regular Cab2.903 kg Super Cab2.000 kg 5.0 l (302 cui)8/16V-Motor 132 PS 328 Nm 5.8 l (351 cui) 146 PS 376 Nm 6.6 l (400 cui) 171 PS 441 Nm 7.5 l (460 cui) 223 PS 495 Nm F250 4.9 l (300 cui) 6/12 Reihenmotor 115 PS 302 Nm3.583 kg Regular Cab3.674 kg Super Cab3.490 kg Crew Cab 5.8 l (351 cui)8/16V-Motor 146 PS 376 Nm 6.6 l (400 cui) 171 PS 441 Nm 7.5 l (460 cui) 223 PS 495 Nm F350 4.9 l (300 cui) 6/12 Reihenmotor 115 PS 302 Nm4.536 kg Regular Cab4.490 kg 140 in Wheelbase4.173 Super Cab 5.8 l (351 cui)8/16V-Motor 146 PS 376 Nm 6.6 l (400 cui) 171 PS 441 Nm 7.5 l (460 cui) 223 PS 495 Nm

Ausführungen F100 SWB F100 LWB F150 SWB F150 LWB F250 SWB F250 LWB F350 SWB F350 LWB Cabin-Style Regular Cab X X X X X Super Cab X X X X X X X Crew Cab X X Chassis Cab X X Stake X X Bed-Style Flareside X X X X X X Styleside X X X X X X X X Getriebe 3-Gang manuell X X X X X X 4-Gang manuell X X X X X X X X 4-Gang manuell mit Overdrive X X X X X X 4-Gang Automatik (Cruise-O-Matic) X X X X X X X X

Siebte Generation (1980–1987) mini|Ford F-150 (1980–1987)

1980 wurde das gesamte Fahrzeugdesign eckiger und auf einen geringeren Luftwiderstand, und damit auf niedrigeren Kraftstoffverbrauch, optimiert. Der Kühlergrill hatte ein grobes Wabenmuster mit (ab 1982) dem modernen Ford-Logo in seiner Mitte. Mit dieser Generation baute Ford erstmals ein Allrad-Fahrzeug mit einer vorderen Einzelradaufhängung, außerdem wurden erstmals Karosserieteile zum Schutz vor Korrosion verzinkt. Ab Ende 1983 hieß die kleinste Version nicht mehr F-100, sondern F-150. Der Ford Ranger stellte ab 1982 ein eigenständiges Modell dar und ersetzte die zweite Modellgeneration des Ford Courier. Ab 1982 gab es das Modell mit einem V6-Motor statt des uralten Reihen-Sechszylinders, dieser Motor setzte sich jedoch nicht durch und wurde Ende 1983 wieder aus dem Programm genommen. Ein neuer 6,9-Liter-Diesel-V8 hatte dagegen eine längere Zukunft.

Achte Generation (1987–1992) mini|Ford F-150 (1987–1992)

Mit der achten Generation 1987 änderte sich das Design deutlich. Die bisher stets eher verborgen an der Seite angebrachten Blinker wanderten an die Fahrzeugecken und statt viel Chrom gab es nun schwarzen Kunststoff. Zum ersten Mal verfügte ein Pickup über ein serienmäßiges Antiblockiersystem für die Hinterräder. Außerdem erhielt der 4,9-Liter-Motor eine elektronische Einspritzanlage anstelle eines Vergasers.

1988 wurde der 6,9-Liter-Dieselmotor durch einen 7,3-Liter-Diesel-V8 ersetzt, der 130 kW leistete. Auch die Ottomotoren mit 5,8 und 7,5 Litern Hubraum verfügten ab nun über eine Einspritzanlage, so dass Ford keine Vergaser-Motoren in der F-Serie mehr anbot.

Erstmals gab es eine eigene Version F-Super Duty, die deutlich größer als die Grundversion war und über Zwillingsreifen an der Hinterachse verfügte. Motorisiert war das Modell mit dem 7,4-Liter-V8 oder dem 7,3-Liter-Diesel-V8.

Neunte Generation (1992–1996) mini|Ford F-150 (1992–1996) mini|F-150 SVT Lightning Die neunte Generation folgte 1992, die Front wurde glatter und damit aerodynamischer gestaltet. Die Überarbeitung setzte sich im Innenraum mit einem neu gestalteten Armaturenbrett fort. Der Super Duty blieb die Vorversion. 1993 wurde außerdem die erste Generation des F150 SVT Lightning eingeführt, eine von Fords Special Vehicle Team auf Performance optimierte Variante. Angetrieben wurde der Lightning von einer 243 PS (179 kW) starken Version des 5,8-Liter Windsor V8s.

Für das Modelljahr 1994 wurden einige technische Änderungen vorgenommen. Neben einem Seitenairbag für den Fahrer gab es nun eine dritte Bremsleuchte und eine FCKW-freie Klimaanlage. Optional erhältlich waren eine Funkfernbedienung, Alarmanlage, CD-Radio und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz.

1994 wurde der 7,3-Liter-Dieselmotor überarbeitet, dank eines Turboladers und Direkteinspritzung leistete er nun 175 kW und lieferte 576 Nm Drehmoment.

Zehnte Generation (1996–2004) mini|Ford F-150 (1996–2004)mini|1997 F-250 mini|F-150 SVT Lightning Die 1996 eingeführte zehnte Generation bekam die größte optische Überarbeitung seit langer Zeit. Eine leicht abgerundete Front ließ das Fahrzeug wesentlich aerodynamischer wirken. Die Motorenpalette wurde radikal überarbeitet und auf drei Motoren reduziert – einen V6 mit 4,2 Litern Hubraum sowie zwei V8 mit 4,6 und 5,4 Litern Hubraum. So gab es keinen Dieselmotor und auch nach fast fünfzig Jahren keine Reihen-Sechszylindermotoren mehr. Der Super Duty wurde zum folgenden Modelljahr als eigenständiges Modell eingeführt und im Zuge dessen das Grundmodell nur noch als Pickup gebaut, nicht mehr als Chassis-Cab. Im Modelljahr 1997 wurde daher noch ein F-250 angeboten. Ab dem Modelljahr 1998 waren alle Modell über dem F-150 nur noch als Super Duty erhältlich.

Der SVT Lightning wurde zum Modelljahr 1999 wiederbelebt. Diesmal mit 5,4-l-Kompressor-Motor und 268 kW.

Elfte Generation (2004–2008) mini|Ford F-150 (2004–2008)