mini|A. Louise Allcock an Bord des Forschungsschiffs James Clark Ross vor der Küste von Südgeorgien, März 2016 Anne Louise Allcock ist eine britische Malakologin, Meeresbiologin und Polarforscherin, die vorrangig zur Evolution und Ökologie der Kopffüßer des Südlichen Ozeans und der Tiefsee forscht. Sie ist Lecturer an der National University of Ireland, Galway und Chefredakteurin des Zoological Journal of the Linnean Society.

Leben Allcock graduierte 1992 an der University of Liverpool in Meeresbiologie zum B.Sc., 1998 promovierte sie ebenda zum Ph.D. Von 1998 bis 2002 war sie Kuratorin der Molluskensammlung des National Museum of Scotland in Edinburgh, mit mehr als einer Million Exemplaren. Von 2002 bis 2008 lehrte sie als Lecturer an der Queen’s University Belfast. Dort wurde ihr 2004 ein Postgraduate Certificate in Higher Education Teaching zuerkannt. 2009 und 2010 war sie Bipolar species co-ordinator des British Antarctic Survey. In dieser Funktion untersuchte sie Meeresorganismen, von denen eine Verbreitung über beide Polarregionen der Erde angenommen wurde. Seit 2010 lehrt sie als Lecturer in Zoology, zunächst in Teilzeit und befristet, und seit 2013 in Vollzeit an der National University of Ireland, Galway.

Ihre ersten Forschungen betrafen die Evolution im Südlichen Ozean und in der Tiefsee, wobei sie Oktopusse als Modellorganismen benutzte. Es folgten Untersuchungen zum Überleben der Fauna des Südlichen Ozeans während der Kaltzeiten und zur Evolution der Tiefsee-Oktopusse. In jüngerer Zeit befasste sie sich mit der Ökologie und Evolution der Schwämme und Korallen in den tiefen Gewässern vor der Küste Irlands. Allcock war wissenschaftliche Leiterin zahlreicher meeresbiologischer Forschungsfahrten.

Allcock forscht zur Ökologie, Evolutionsbiologie und Systematik der Kopffüßer. Dabei sind die Untersuchung der räumlichen Verteilung von Populationen und ihrer genetischen Verwandtschaft und die daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen für die Klimaentwicklung in der Antarktis ein Schwerpunkt. Sie nahm an zahlreichen Forschungsexpeditionen teil, auch im Rahmen des British Antarctic Survey, und häufig als wissenschaftliche Leiterin. Dabei waren vor allem der Schelf vor der irischen Küste und die Gewässer der Antarktis ihre Ziele, namentlich die Tiefsee des Südlichen Ozeans vor Südgeorgien.

Auszeichnungen und Ehrenämter Allcock war Koautorin des vom Cephalopod International Advisory Council (CIAC) als bestes Paper zur Cephalopodenforschung der Jahre 2006 bis 2009 ausgezeichneten Arbeit The thermohaline expressway: the Southern Ocean as a centre of origin for deep-sea octopuses.

Allcock ist ein Mitglied der Linnean Society of London und war von 2004 bis 2007 Mitglied des Council der Gesellschaft. Von 2012 bis 2015 war sie Präsidentin des Cephalopod International Advisory Council (CIAC). Sie ist Mitglied der IUCN Mollusc Specialist Group und Koordinatorin für Cephalopoden auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.

2023 wurde Louise Allcock in die Royal Irish Academy aufgenommen.

Allcock engagiert sich für die Gleichstellung der Geschlechter und ist ein Mitglied der Gender Equality Task Force der National University of Ireland, Galway. Sie hat in einer Veröffentlichung mit zahlreichen Koautoren die Bedeutung von Frauen bei der Erforschung der Kopffüßér hervorgehoben.

Ausgewählte Veröffentlichungen Allcock war von 2007 bis 2015 Ko-Herausgeberin des Journal of Natural History und verantwortlich für die eingereichten Manuskripte, die Themen abseits der Entomologie betrafen. Sie ist Mitherausgeberin und seit 2015 Chefredakteurin des Zoological Journal of the Linnean Society.Editorial Board, Oxford Academic, 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020.

Weblinks Dr Louise Allcock/, Website der National University of Ireland, Galway (englisch); Eco Explorers Interview - Dr. Louise Allcock, Videointerview über Allcocks Karriere und Forschungen (englisch, 10:15 min.); Zoology at NUI Galway, Video, Louise Allcock erläutert das Studium der Zoologie an der National University of Ireland (englisch, 3:12 min.); Science Spinning on 103.2 Dublin City FM, Radiointerview zu den Folgen der globalen Erwärmung auf die Biodiversität, 2. August 2012 (englisch, 10:32 min.)

Einzelnachweise

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