Germaine Marie Labole (* 22. Dezember 1896 in Bordeaux, Gironde; † 13. November 1942 ebenda) war eine französische Komponistin und Organistin.

Leben Labole wurde als Tochter des Komponisten Pierre Nelson Labole und seiner Frau Clémence Mandosse in Bordeaux geboren.Archives Bordeaux métropole. État-civil, naissances Bordeaux section 2, acte n° 1819 du 24 décembre 1896 Sie studierte Orgel am Conservatoire de Bordeaux sowie bei Marcel Dupré und wirkte danach als Organistin an der Kirche Saint-Martial in Bordeaux.

Bereits 1922 wurde sie als Komponistin bei einem Wettbewerb der Gazette Musicale du Nord mit einem Preis ausgezeichnet.Petite Fantaisie, ausgezeichnet beim Kompositionswettbewerb der Gazette Musicale du Nord 1922 Sie war Mitglied der Societé des auteurs et compositeurs de Paris. An größeren Orgelwerken schrieb sie eine Symphonie en si mineur und ein Triptyque, die beide im Verlag Bornemann veröffentlicht wurden.

Labole starb im Alter von 45 Jahren im November 1942.

Im Gedenken an die Komponistin wurde der Prix Pierre et Germaine Labole begründet. Zu den Preisträgern zählten u. a. Désiré Dondeyne, Roger Boutry, Marc Steckar und Jean-Jacques Werner.

Schaffen Labole hinterließ Kompositionen für Orgel und Klavier, ferner Kammermusik und Lieder (mélodies).

Ihre 1940 komponierte, 1942 erschienene Symphonie en si mineur, eine viersätzige Orgelsinfonie, war ihr Hauptwerk, das sie mit der Widmung À mon cher maître Marcel Dupré versah. Anknüpfend an die französische Romantik, ist die Sinfonie von einer idée fixe geprägt, einem Leitmotiv, das in verschiedenen Varianten die Komposition durchzieht.Jonathan Orwig: The Organ Symphonie – Germaine Labole (PDF 69,7 KB) auf evensongmusic.net (englisch) Ihr Werk steht in der Tradition der französischen Orgelsinfonie im Gefolge von Charles-Marie Widor, Louis Vierne, Charles Tournemire und Marcel Dupré. Ein weiteres wichtiges Orgelwerk Laboles ist Triptyque, das posthum 1966 erschien.Triptyque in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.

Ihr lange vergessenes Schaffen wurde ab den 1990er Jahren nach und nach wieder entdeckt, aufgeführt und eingespielt u. a. von Lutz Felbick, Christian Robert, Julian Bewig, Masako Honda,Diskographie G. Labole auf france-orgue (französisch) Andreas Cavelius, Damin Spritzer, Michelle Guyard und Anne-Gaëlle Chanon.

Werke Symphonie en si mineur pour grand orgue (1940), veröffentlicht bei Bornemann, Paris 1942 Triptyque pour orgue, veröffentlicht posthum bei Bornemann, Paris 1966 sowie bei Alphonse Leduc, Paris 2005 Petite Fantaisie sur un Thème Languissant pour piano, veröffentlicht 1922

Diskographie (Auswahl) Symphonie en si mineur: Lutz Felbick auf LP Mitra 16221, 1990 Symphonie en si mineur und Triptyque: Julian Bewig auf Classicophon CL 2008-009, 2008 Symphonie en si mineur: Masako Honda auf AMP, 2016 Symphonie en si mineur und Triptyque: Damin Spritzer auf Raven OAR-196, 2025

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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