In der Psychologie und der Neurowissenschaft bezeichnet die exekutive Dysfunktion eine Störung der exekutiven Funktionen, also höherer Gehirnfunktionen wie Handlungsplanung, Impulskontrolle und Selbstregulation. Es handelt sich um ein zentrales Merkmal von ADHS und Autismus. Extreme exekutive Dysfunktion ist das Leitsymptom des dysexekutiven Syndroms.

Beschreibung Betroffene haben Schwierigkeiten, Aufgaben zu strukturieren, Prioritäten zu setzen oder ihre Emotionen zu regulieren. Sie können zu Prokrastination neigen und fühlen sich bei der Organisation von Alltagsaufgaben häufig überfordert. Diese Störung der exekutiven Funktionen tritt oft bei ADHS, Autismus oder neurodegenerativen Erkrankungen auf.

Exekutive Kontrolle ist für effektives Verhalten notwendig, indem sie das Verhalten so anpasst, dass Veränderungen in der Umgebung mit den eigenen Zielen vereinbart werden. Beeinträchtigungen der kognitiven Flexibilität ist ein weiteres Merkmal der exekutiven Dysfunktion. Kognitive Flexibilität ist die Fähigkeit, bei sich verändernden Zielen und Umweltreizen den Aufmerksamkeitsfokus entsprechend zu verändern.

Exekutive Dysfunktion ist häufig verantwortlich für chronisch impulsives, hyperaktives, desorganisiertes und aggressives Verhalten. Eine Studie aus dem Jahr 2011 belegt, dass diese Störung mit einem Mangel an Selbstbeherrschung, höherer Impulsivität und Desorganisation einhergeht, was zu aggressivem Verhalten beitragen kann.

Andere, eher seltene Symptome der exekutiven Dysfunktion sind das sogenannte „utilization behaviour“ – die zwanghafte Manipulation oder Nutzung von Objekten in der nahen Umgebung ohne funktionalen Grund – sowie das Imitationsverhalten – die Tendenz, primär durch Nachahmung sozial zu interagieren.

Es gibt einige Anhaltspunkte dafür, dass exekutive Dysfunktion neben den negativen Auswirkungen auch positive Aspekte haben kann. Abaham et al. zeigten, dass kreatives Denken bei Schizophrenie durch exekutive Dysfunktion begünstigt wird.

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