mini|Helke Sander: Aufräumen (Still)

Helke Sander: Aufräumen, ist ein deutscher Dokumentarfilm von Claudia Richarz über die Regisseurin und Autorin Helke Sander aus dem Jahr 2023.

Handlung Der Film begleitet Helke Sander, die auf ihr Leben und Werk zurückblickt. Beim Ausmisten von Kleidung, Büchern und Archivmaterial erzählt sie von prägenden biografischen Stationen, darunter ihrer Kindheit während des Bombenangriffs auf Dresden, ihrem Aufenthalt in Finnland sowie ihrer Rolle in der westdeutschen Frauenbewegung. Neben persönlichen Szenen – etwa bei der Planung ihrer eigenen Beerdigung – kommen mitwirkende Zeitzeugen und Mitstreitenden zu Wort. Unter anderem ihr Sohn Silvo Lahtela, Mahsa Asgari, Dorna Dibaj, Achim Lengerer, Janine Sack, Thomas Schreiber, Gesine Strempel. In ihren Dreharbeiten mit Helke Sander, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, verwebt Claudia Richarz zeitgeschichtliches Material, wie der sogenannten "Tomatenrede", mit Szene aus frühen Filmen von Helke Sander.

Produktion Regie führte die Grimme-Preisträgerin Claudia Richarz, die Helke Sander seit ihrer Studienzeit an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg kennt. Produziert wurde der Film von Claudia Richarz Film und Lichtblick Film (Produzent: Carl-Ludwig Rettinger). Gefördert wurde das Projekt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Film- und Medienstiftung NRW und der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Veröffentlichung Seine Premiere hatte Helke Sander: Aufräumen am 22. April 2023 beim Internationales Frauenfilmfestival Dortmund und Köln. Weitere Stationen in Deutschland waren unter anderen die Nordischen Filmtage Lübeck und das Kasseler Dokfest. Auf dem Moving History – Festival des historischen Films, in Potsdam wurde Helke Sander: Aufräumen für die Clio nominiert. 2024 kam der Film regulär in die deutschen Kinos.

Internationale Filmfestivals (Auswahl)

2023: IDFA, das Internationale Dokumentarfilmfestival in Amsterdam 2023: Hongkong, im Rahmen eines International Women's Day 2025: A tribute to Helke Sander 2023: mujer doc – International Documentary Film Festival on Gender, Soria (Spanien) 2024: Biografilm, Bologna 2024: Phnom Penh, Speak Out Sisters, Frauenfilmfestival, Meta House 2024: Baku, Sevil International Women's Documentary Film Fest

2025: Chenyang, im Rahmen des Deutschen Frauen-Filmfest in Chenyang und Chengdu.

Rezeption Die Kritik hob die Verbindung von privater Reflexion und politischer Geschichte hervor. Esther Buss schreibt im Filmdienst, der Dokumentarfilm biete „präzise Beobachtungen über Machtverhältnisse und strukturelle Ausschlüsse“. Und weiter: „Gerade ihre Analysen zu den Widersprüchen und Verstrickungen, in denen sich Frauen vielfach wiederfinden (auch als ‚Komplizinnen‘ ihrer eigenen Unterdrückung), haben heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren.“

In der TAZ lobte Tilman Baumgärtel den Humor des Films und dass Sander sich darin selbstironisch zeige: „Der Film solle eigentlich Pflichtprogramm für jede Einführung in die Geschichte des deutschen Feminismus sein, da er zeige, wieviel sich seither verändert habe, aber leider auch, wieviel sich im Grunde bis heute kaum geändert habe. Außerdem sei er lustig, unterhaltsam und lebensklug.“

Silvia Hallensleben meint in epd Film: „Claudia Richarz ist ein ungeheuer intensives und materialreiches Porträt einer der bedeutendsten deutschen Filmemacherinnen und Pionierin des Feminismus gelungen“, zugleich kritisiert sie aber auch, dass einige Aspekte von Sanders Werk, etwa die Kontroversen um BeFreier und Befreite, nur am Rande behandelt würden.

Auszeichnungen 2023: Publikumspreis beim Internationalen Frauenfilmfest Dortmund und Köln.

Weblinks Offizielle Website Helke Sander: Aufräumen als Stream Helke Sander: Aufräumen beim deutschen Verleih: Barnsteiner-Film.

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2023 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Feministischer Film