Der Landkreis Rehau gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Er wurde 1972 bei der Gebietsreform aufgelöst und sein nördliches Gebiet dem Landkreis Hof und der südliche Teil dem Landkreis Wunsiedel zugeordnet. Zum Zeitpunkt der Auflösung umfasste der Landkreis 28 Gemeinden.

Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Rehau, Schönwald und Hohenberg an der Eger.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 gegen den Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Hof, Münchberg und Wunsiedel. Im Nordosten und Osten grenzte er an die Tschechoslowakei.

Selb war als kreisfreie Stadt vom Landkreis Rehau umgeben und gehörte nicht zum Kreisgebiet.

Geschichte Bezirksamt Das Bezirksamt Rehau wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Rehau und Selb gebildet.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Rehau am 1. Januar 1880 die Gemeinden Autengrün, Fattigau, Förbau, Oberkotzau und Schwarzenbach an der Saale an das Bezirksamt Hof ab.

Am 1. Juli 1919 schied die Stadt Selb aus dem Bezirksamt aus und wurde kreisunmittelbar.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde die reichseinheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Rehau. Am 1. April 1940 wurde die kreisfreie Stadt Selb in den Landkreis Rehau eingegliedert, was jedoch am 1. April 1946 wieder rückgängig gemacht wurde.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Rehau im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Die Stadt Rehau sowie die Gemeinden Draisendorf, Faßmannsreuth, Fohrenreuth, Kautendorf, Martinlamitz, Nentschau, Neuhausen, Pilgramsreuth, Prex, Quellenreuth, Regnitzlosau, Schwesendorf und Wurlitz wurden in den Landkreis Hof integriert. Die Städte Hohenberg an der Eger und Schönwald sowie die Gemeinden Erkersreuth, Heidelheim, Längenau, Lauterbach, Mühlbach, Neuhaus, Oberweißenbach, Selb-Plößberg, Silberbach, Spielberg, Unterweißenbach und Vielitz wurden dem Landkreis Wunsiedel zugeschlagen. Das 1968 gebaute Landratsamtsgebäude in der Martin-Luther-Straße wurde nach der Auflösung des Landkreises noch bis 1978 als Außenstelle des Landratsamtes Hof genutzt. Heute beherbergt das Amtsgebäude das Rathaus der Stadt Rehau sowie ein Notariat.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 24.054 1885 20.328 1900 23.965 1910 30.437 1925 20.630 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 33.922 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 28.770 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 27.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 28.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939) Zeitraum Bezirksamtmann/Landrat Stellvertreter des Landrats Weiterer Stellvertreter des Landrats 1916–1920Georg Jung 1920–1927Karl Nachtigall 1930–1934Karl Helbig 1934–1938Joseph Hoeppner 1938–1942Ludwig Schultze 1942Leonhard Holzbergervertretungsweise 1943–1945Oskar Meistervertretungsweise 09.09.1946–10.05.1952Edmund Rothemund (SPD) 10.05.1952–30.04.1958Bernhard Ostwald (CSU)Anton Roth (HV und WG)RR Karl Frenzl 01.05.1958–10.05.1970Helmut Rothemund (SPD)Anton Roth (HV und WG)ab 1960 RR Ernst Zapf 10.05.1970–30.06.1972Manfred Schlager (CSU)Anton Roth (HV und WG)ORR Lien

Gemeinden mini|375px|Landkreis Rehau, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Städte Rehau Hohenberg an der Eger (ab dem 29. April 1960) Schönwald (ab dem 17. Mai 1954) Selb (nur zeitweise)

Märkte Hohenberg an der Eger (bis zum 28. April 1960) Schönwald (bis zum 16. Mai 1954)Weitere Gemeinden Draisendorf Erkersreuth Faßmannsreuth Fohrenreuth Heidelheim Kautendorf Längenau Lauterbach Martinlamitz Mühlbach Nentschau Neuhaus Neuhausen Oberweißenbach Pilgramsreuth Prex Quellenreuth Regnitzlosau Schwesendorf Selb-Plößberg Silberbach Spielberg Unterweißenbach Vielitz Wurlitz

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen REH zugewiesen. Es wurde bis zum 30. April 1973 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, seit dem 4. August 2014 auch wieder im Landkreis Hof erhältlich.

Das Unterscheidungszeichen REH wird auch in der ZDF-Spielfilmserie Tannbach – Schicksal eines Dorfes für die Fahrzeuge aus dem bundesrepublikanischen Teil Tannbachs verwendet. Wobei im Vorbild der reale Tannbach, der mitten in Mödlareuth den Verlauf der innerdeutschen Grenze markiert und damit nicht im ehemaligen Landkreis Rehau liegt, sondern im Altkreis Hof (bis 1. Juli 1972).

Literatur Susanne-Christine Bangemann: Der Landkreis Rehau. s. n., s. l. 1948 (Heidelberg, Diss. v. 28. April 1948), (Maschinenschriftlich).

Einzelnachweise

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